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Sinkende Aktienkurse treffen Unternehmen

Bisher sind Unternehmen mit ihren hohen Aktienquoten im Portfolio gut gefahren. Jetzt zeigen sich jedoch die Spuren der Turbulenzen bei der Rendite.
alex-mi/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten treffen Unternehmen bei der Geldanlage besonders hart. Denn sie setzten im Vergleich zu anderen Investorengruppen in den vergangenen Monaten am stärksten auf Aktien in ihren Portfolios. Das hat eine Analyse der Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal Investment (UI) ergeben, in der die gesamten Spezialfondsanlagen auf der UI-Plattform untersucht wurden. Die analysierten Assets belaufen sich auf rund 177 Milliarden Euro.

Die vergangenen Wochen haben der Aktienquote in den Portfolios der Unternehmen einen deutlichen Dämpfer verpasst. Die Quote lag Ende August im Durchschnitt bei 32,99 Prozent. Damit liegt sie deutlich unter dem Höchstwert von 35,77 Prozent im Mai dieses Jahres. Auch wenn Unternehmen weiterhin 3,2 Prozent mehr in Aktien anlegen als alle Investoren im Durchschnitt, sind sie nicht mehr die Investorengruppe mit der höchsten Aktienallokation. Pensionskassen sind derzeit auf der UI-Plattform die Anleger mit der höchsten Allokation bei 34 Prozent.

Zum einen hat sich der Anteil der Aktien in den Unternehmensportfolios – quasi automatisch – durch Kursverluste reduziert. „Ein Teil des überdurchschnittlichen Rückgangs der Aktienquote ist jedoch auch erklärbar durch den Einsatz von Wertsicherungssystemen und damit des aktiven Rückzugs aus Aktien zugunsten von anderen Investments“, erklärt Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment.

Sicherheitsmechanismen bei der Geldanlage greifen

Wegen der gestiegenen Volatilität haben Unternehmen verstärkt solche Sicherungsmechanismen eingesetzt, die jetzt greifen, um weitere Verluste am Aktienmarkt zu verhindern. Vor allem große Unternehmen nutzen Wertsicherungskonzepte und Overlay-Strategien. Mehr über die Suche der Unternehmen nach Absicherung lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FINANCE.
  
Trotz der Sicherungsmechanismen hat sich die Marktkorrektur in diesem Sommer auf die Renditen der Unternehmensportfolios wesentlich deutlicher ausgewirkt als im Durchschnitt aller Anlegergruppen. Bei Corporate Investoren ist die Performance um 5,02 Prozent zurückgegangen, durchschnittlich waren es bei allen Investorengruppen nur minus 3,79 Prozent. Die Wertentwicklung in den Unternehmensportfolios lag bis Ende August in diesem Jahr bei plus 1,92 Prozent. Im Durschnitt erreichten die Portfolios aller Anleger jedoch mit 2,46 Prozent einen höheren Wert. Dafür profitierten die Unternehmen zuvor überdurchschnittlich durch ihre hohe Aktienquote.

Rentenanteil steigt wieder

Eine Anlageform, die von der sinkenden Aktienquote profitiert, sind die Rentenpapiere. Der Rentenanteil in den Spezialfonds der Unternehmen ist wieder gestiegen und liegt Ende August bei rund 52,5 Prozent. Im Mai lag der Wert noch bei rund 50,9 Prozent.

Insgesamt spielen dabei Staatsanleihen nach wie vor die größte Rolle in den Portfolien der Unternehmen. Auch deren Anteil ist im volatilen Marktumfeld wieder von 19,4 Prozent im Juli auf 20,5 Prozent gestiegen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und Chefin vom Dienst bei DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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