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12.08.16
Finanzabteilung

Strafzinsen treffen CFOs bei der langfristigen Geldanlage

An Strafzinsen bei der kurzfristigen Geldanlage mussten sich viele Finanzchefs schon gewöhnen. Doch das negative Zinsumfeld trifft sie zunehmend auch an anderer Stelle.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld kommen CFOs an negativen Zinsen kaum noch vorbei. Bisher galt das allerdings für die kurzfristige Geldanlage. Doch seit einigen Monaten trifft es die Unternehmen auch bei ihrer langfristigen Vermögensanlage. Denn die Depotbanken, die Pensions- oder anderes Sondervermögen – also vor allem Aktien, Anleihen und andere Assets verwalten –, gehen sogar noch weiter als die Geschäftsbanken. Die Verwahrstellen nehmen für das bei ihnen gehaltene Cash zum Teil einen deutlich höheren Strafzins als die Europäische Zentralbank, wie FINANCE erfahren hat.

Strafzinsen mindern den Ertrag, den Unternehmen im langfristigen Bereich erzielen können. Denn auch wenn Unternehmen nur geringe Cash-Bestände in den Spezialfonds vorhalten – ganz auf Bares können sie nicht verzichten. Es geht dabei um Cash, „das die Fonds brauchen, um arbeiten zu können“, erklärt Investmentexperte Jeffrey Dissmann von Mercer gegenüber der FINANCE-Schwesterpublikation DerTreasurer.

Depotbanken schlagen Marge auf negativen Zins auf

Warum verlangen die Depotbanken dabei einen Zins, der über dem negativen Einlagenzins der EZB liegt? „Das liegt daran, dass sich der Einlagenzins häufig am Eonia orientiert,“ erklärt Dissmann. Dieser Interbankenzins liegt derzeit bei etwa minus 30 Basispunkten. Doch zu dem negativen Zins kommen noch die Gebühren der Bank hinzu. Sie liegen meist zwischen 10 und 30 Basispunkten. Einen Marktstandard über die Weitergabe der negativen Zinsen gebe es noch nicht, sagt Dissmann. So kommen häufig 40, in einigen Fällen aber sogar auch 80 Basispunkte zusammen.

Was die Depotbanken dazu sagen und warum dieser negative Zins gerade Pensionseinrichtungen trifft, lesen Sie bei der FINANCE-Schwesterpublikation DerTreasurer.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de