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Umfrage: CFOs unterschätzen Umsatz- und Mehrwertsteuer

Eine aktuelle Umfrage zeigt CFOs die rote Karte, wenn es um ihre Strategie mit der indirekten Besteuerung geht.
Thinkstock / Getty Images

Unternehmen und ihre CFOs versäumen es weltweit, ihre indirekten Steuern professionell zu handhaben. Dabei könnten CFOs mit der richtigen Strategie leicht Kosten senken und den Cashflow ihres Unternehmens verbessern, förderte eine aktuelle Studie von KPMG zutage. Dafür hat das Wirtschaftsprüfungsunternehmen 249 Unternehmen aus 24 Ländern zum Thema indirekte Steuern befragt. 80 Prozent der teilnehmenden Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden US-Dollar, jedes dritte mehr als 20 Milliarden US-Dollar.

Laut Ergebnis gibt es in mehr als 80 Prozent der Unternehmen gar keine Vorgaben, welche Ziele bei Umsatz- und Mehrwertsteuer erreicht werden sollen. Die Mehrheit der CFOs konzentriert sich beim Thema Steuern noch immer auf die Körperschaftssteuer. Offenbar unterschätzen viele CFOs dabei das Thema indirekte Steuern, stellt Karsten Schuck, Partner bei KPMG und Leiter Indirect Tax Services, fest. „Dabei stellen die entsprechenden Einnahmen und Ausgaben oft einen der größten Posten überhaupt dar“, sagt Schuck. „Unternehmen, die dieses Working Capital professionell handhaben, können enorme Kosten sparen und ihren Cashflow deutlich verbessern.“

Die Vernachlässigung schlägt sich auch personell nieder. So gaben 64 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen niemanden beschäftigt, der sich auf globaler, regionaler oder lokaler  Ebene um das Thema der indirekten Besteuerung kümmert. Mehr als jedes fünfte Unternehmen hat überhaupt gar keinen Vollzeit-Spezialisten auf dem Gebiet der indirekten Steuern angestellt.

Mehrheit der CFOs vernachlässigt Risikomanagement bei indirekten Steuern

Zwar lässt die Steuerstrategie weltweit zu wünschen übrig, dennoch gibt es große Unterschiede. So sei die Qualität bei der Handhabung der indirekten Steuern in Europa, Nahost und Afrika (EMA) deutlich besser als im Asien-Pazifik-Raum und in Lateinamerika. In den beiden letztgenannten Regionen sollten sich Finanzchefs intensiv damit auseinandersetzen, wie sie ihre Compliance-Risiken in den Griff bekommen wollen, rät KPMG. Außerhalb der EMA-Region habe über die Hälfte der Unternehmen noch nicht ihr indirektes Steuerrisiko identifiziert. Auch für die Unternehmen, die bereits ihre Risiken kennen, sieht es laut Studie oftmals nicht viel besser aus. So schätzen 16 bis 23 Prozent dieser Unternehmen über alle Regionen hinweg ihr Risikomanagement selbst als schlecht ein.

Die Folgen eines vernachlässigten Risikomanagements für CFOs und ihre Unternehmen sind klar. 58 Prozent der Befragten sagen laut Studie, dass sich indirekte Steuern negativ auf ihr Geschäft auswirken würden. Bei der vergangenen Umfrage im Jahr 2012 gab das erst rund die Hälfte der Teilnehmer an. Zum Vergleich: Nur jedes fünfte Unternehmen verzeichnet wie auch schon 2012 positive Auswirkungen. In der EMA-Region rechnen sogar zwei von drei Befragten mit einem weiteren Anstieg der Steuersätze innerhalb der kommenden drei Jahre. Das sollte Ansporn genug für CFOs sein, ihren Fokus auf die indirekten Steuern zu richten.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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