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VW ist Dax-Schlusslicht bei Kodexakzeptanz

CEO Martin Winterkorn auf der Hauptversammlung im April: Unter den Dax-Konzernen ist VW das Schlusslicht in Sachen Kodexakzeptanz.
VW

In Sachen Corporate Governance zeigen sich die Dax- und MDax-Unternehmen in Deutschland weitgehend vorbildlich. Das hat die Auswertung der Entsprechenserklärungen der in den beiden Indizes notierten Unternehmen ergeben, die das Center for Corporate Governance an der HHL Leipzig in der Studie „Kodexakzeptanz 2013“ zusammengefasst hat. Zwar sind börsennotierte Unternehmen nicht verpflichtet, den Empfehlungen zu folgen, die die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) ausspricht. Allerdings müssen sie einmal jährlich offenlegen, inwieweit sie von den Vorgaben zu den vier Bereichen Transparenz, Vielfalt, Überwachung/Kontrolle und Anreizsysteme abweichen.

Insgesamt zeichnen die Veröffentlichungen der Konzerne zu allen vier Teilbereichen ein Bild, mit dem die Kodexkommission zufrieden sein kann: Trotz einer minimal niedrigeren Quote als im vergangenen Jahr folgen die Dax-Unternehmen den Soll-Empfehlungen zu 97,7 Prozent, bei den MDax-Unternehmen sind es 96,1 Prozent – das ist wiederum eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig hadern die börsennotierten Firmen mit Vorgaben zum Aufsichtsrat: Den Empfehlungen der Kommission zur Vergütung des Aufsichtsrats haben sich nach eigenem Bekunden lediglich 48,7 Prozent der Unternehmen angeschlossen, auf keinem anderen Feld verzeichneten die Autoren eine größere Abweichung.

VW bei Anreizsystemen weit unter Durchschnitt

Zu sogar 100 Prozent kodexkonform waren 2012 Allianz, BASF, Bayer, Beiersdorf, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Lufthansa, Münchener Rück und Siemens. Das Schlusslicht der Studie bildet unter den Dax-Konzernen mit einer gleichwohl noch deutlich im grünen Bereich liegenden Gesamtquote von 91,4 Prozent VW.  Vor allem in den Bereichen Anreizsysteme (71,4 Prozent Entsprechung) und Überwachung/Kontrolle (85,7 Prozent) liegt der Autobauer deutlich unter dem Durchschnitt. Bei den einzelnen untersuchten Bereichen zeigt das Segment „Vielfalt“ die durchwachsensten Resultate: Hier liegen Daimler, RWE sowie Fresenius und Fresenius Medical Care sogar unter der Schwelle von 70 Prozent.

Trotz aller Kritik, der einzelne Empfehlungen der Kodexkommission immer wieder ausgesetzt sind, belegt die aktuelle Untersuchung, wie stark sich die Konzerne mittlerweile an den Maßgaben orientieren. In den nächsten Jahren dürfte sich die Kodexakzeptanz sogar noch weiter erhöhen, glaubt die HHL Leipzig.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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