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Welche Steuerlösungen lohnen sich für CFOs?

Die Debatte ist zwar alt, doch jetzt hat sie neue Dringlichkeit gewonnen. Sollten CFOs eine eigenständige IT-Lösung zum Steuermanagement nutzen oder darauf vertrauen, dass ihr treues ERP-System die gewünschten Resultate liefert? Im Zuge der Eurokrise bemühen sich Regierungen, Defizite zu reduzieren, wasihren Appetit auf Steuereinnahmen steigert. Dadurch stehen CFOs unter erhöhtem Druck: Sie müssen sicherstellen, dass Standards in der Steuerberichterstattung eingehalten werden. Zudem müssen sie dafür sorgen, dass der CEO einen ausreichenden Überblick über die Auswirkungen der Steuerverpflichtungen seines Unternehmens auf den Cash Flow hat.

Infolgedessen ist der Markt für Anbieter von Steuer-Management-Lösungen wettbewerbsintensiver geworden. Traditionelle ERP-Anbieter verbessern die Funktionalität ihrer zentralen Finanzmodule (das heißt die Hauptbuchhaltung, Forderungen und Verbindlichkeiten), sodass Kunden ihre alte Lösung beibehalten können, anstatt eine explizite Steuerlösung hinzuzufügen. Auf der anderen Seite entwickeln spezialisierte Anbieter von Steuerlösungen Anwendungen mit tiefgehenderen Funktionsweisen, um sich Vorteile gegenüber Allzweck-Steuermodulen aus ERP-Systemen zu verschaffen. Die steigende Nachfrage nach besserem Steuermanagement und besserer Berichterstattung hat für beide Anbietertypen Anreize gesetzt, bessere Anwendungen zu entwickeln. Das ist die gute Nachricht für den CFO. Die alte Frage bleibt jedoch: Wählt man besser ein ERP-System, dass alles abdeckt, oder entwickelt man ein System aus eigenständigen Anwendungen, die speziell für einen bestimmten Zweck entwickelt wurden?

ERP ist keine Lösung für das Steuer-Kerngeschäft

Aus naheliegenden Gründen vertritt jede Seite eine andere Ansicht. John Power, Präsident und CEO von Longview Solutions, sagt: „Traditionelle ERP spielt keine Rolle im Kerngeschäft der Steuerplanung. Spezialisierte Lösungen sind die einzige Option, auch wenn große ERP-Anbieter versuchen, unseren Vorsprung aufzuholen.“ Longview erreichte dieses Jahr den höchsten Wert in einer allgemeinen Kundenzufriedenheitskategorie bei einer Gartner-Umfrage zu Management-Anwendungen für den Geschäftsbetrieb (wozu auch Steuerplanung und -prognose zählen). Allerdings zeigte die Studie auch, dass die erreichten Werte bei allen Anbietern eher niedrig waren.

Eine Erklärung dafür ist, dass es Steuerlösungen schwer fällt in die „Informationsbunker“ einzudringen, die tief in Unternehmen und ihren Geschäftsprozessen vergraben sind. „Eine weitere Schlüssel-Herausforderung ist es, Anwendungen an die großen Unterschiede zwischen verschiedenen Standards zur Steuerberichterstattung je nach Land und Rechtssystem anzupassen“, fügt Chris Carlstead, Steuerpräsident bei Longview, hinzu.

CFOs müssen die Vorteile, die eine standardisierte Lösung von einem ERP-Großanbieter für alle Länderniederlassungen bietet, gegenüber den Vorzügen einer eigenständigen Lösung abwägen. Diese kann Besonderheiten im Steuerwesen berücksichtigen, aber auch zusätzliche IT-Kosten für Integration und Wartung bedeuten.

ritobaan.roy[at]cfo-insight.com

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