Wo gibt es Schutz vor der starken Volatilität in der Coronakrise? CFOs und Treasurer überdenken ihre Hedging-Philosophien.

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FINANCE+ 10.09.20
Finanzabteilung

Wie Corona das Hedging verändert hat

Corona hat die meisten CFOs und Treasurer völlig überrascht. In Windeseile mussten sie ihre Absicherungsstrategien verändern. Diese Trends zeichnen sich ab.

Der Preis für die „beste Absicherungsstrategie des Jahres“ gebührt dieses Jahr dem All England Lawn Tennis & Croquet Club, der jährlich das Tennisturnier von Wimbledon ausrichtet. Der traditionsreiche Verein erhielt dieses Jahr 141 Millionen Dollar aus einer Pandemie-Versicherung, die er anlässlich der Sars-Pandemie 2003 abgeschlossen hatte. Laut Presseberichten hatte der Tennisverein über die vergangenen 17 Jahre insgesamt 34 Millionen Dollar Versicherungsprämien bezahlt.

Im Industriebereich muss man lange suchen, um einen ähnlichen Fall zu finden. Reiseveranstalter, Hotelketten, Fluglinien: Nirgendwo haben Unternehmen berichtet, dass sie gut versichert gewesen seien. Das wäre auch eine Überraschung gewesen, steht bei Industrieunternehmen doch traditionell die Absicherung von Wechselkursrisiken im Vordergrund, nicht die von Großrisiken. Doch durch Corona hat sich die Sichtweise der Unternehmenslenker auf Risikoabsicherungen verändert – einige Beobachtungen:

Treasurer im Krisenmodus

Zum einen haben die FX-Märkte während der Krise hervorragend funktioniert. Als im März die Aktienkurse an mehreren Tagen hintereinander einbrachen, stiegen auch die Devisentransaktionen und die umgesetzten Volumina stark an. Doch die Infrastruktur kam mit den höheren Volumina sowie der Vielzahl an Transaktionen, Bestätigungen und Settlements gut zurecht. Auch die Bid-Offer-Spreads haben sich nach einer anfänglichen Ausweitung schnell wieder normalisiert.

Lesen Sie weiter und seien Sie immer einen Schritt voraus!

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Optionen statt Termingeschäfte?

Deutsche Unternehmen sichern traditionell einen hohen Teil ihrer ermittelten FX-Risiken durch Termingeschäfte ab. Die zum Teil hohen Kosten aus der Auflösung nicht mehr benötigter Termingeschäfte haben in zahlreichen Treasury-Abteilungen eine Diskussion darüber in Gang gesetzt, ob in Zukunft Optionen eine größere Rolle spielen sollten. Optionen kosten zwar beim Abschluss eine Prämie. Wenn die Sicherung später doch nicht benötigt werden sollte, entstehen dann aber keine zusätzlichen Kosten.