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11.09.12
Finanzabteilung

Zahlungsausfälle in Südeuropa steigen weiter

In ihrem Cash Management bekommen deutsche Unternehmen die Euro-Krise längst zu spüren, doch das dicke Ende kommt erst noch, warnt Inkassospezialist Stefan Brauel. Der Anteil säumiger Kunden wird sich vor allem in Spanien und Italien in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Mit einem guten Inkasso-Management könnten CFOs einen Teil der zusätzlichen Belastungen abfangen.

Vor allem in den Ländern Südeuropas dürfte die Zahlungsmoral von Endkunden in den kommenden Monaten deutlich sinken. Für CFOs mit Absatzmärkten im Süden bedeutet das eine weitere Zuspitzung der Lage: „Diese Verschlechterung findet von einem ohnehin schon bedenklich schlechten Niveau aus statt, insbesondere in Spanien und Italien“, sagte Stefan Brauel, Vorstand des Finanzdienstleisters GFKL, gegenüber FINANCE-TV.

Bis zu 30 Prozent weniger faule Forderungen

Unternehmen, die einen Großteil ihrer Umsätze mit deutschen Endkunden erwirtschaften, können dagegen aufatmen. Für die Zahlungsmoral in Deutschland erwartet der Inkasso-Spezialist keine nennenswerte Eintrübung. Diese Prognose gelte selbst dann, wenn sich die Konjunkturlage nicht verbessern sollte.

Dennoch verlieren Unternehmen auch mit deutschen Kunden viel Cash, meint Brauel:  „Die Zahlungsmoral in Deutschland ist nur mittelmäßig. Das ist nicht unerheblich für die Liquidität der Unternehmen.“ Brauel schätzt, dass 20 Prozent der deutschen Unternehmen große Probleme mit säumigen Kunden haben. Betroffen sind vor allem der Versandhandel sowie Telekommunikationsanbieter. Mit professionellem Inkasso-Management könnten CFOs im Schnitt 15 bis 30 Prozent der faulen Forderungen abbauen, glaubt Brauel.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de