Auch hierzulande dürfte Pemberton aus dem geplanten zweiten Fonds Kredite ausreichen. Im Bild: Deutschlandchef Jürgen Breuer.

Pemberton Asset Management

06.07.17
Finanzierungen

Private-Debt-Investor Pemberton will mehr Risiko nehmen

Pemberton sammelt erneut Geld ein. Ziel des Debt-Investors ist es, seine Schlagkraft bei nachrangigen Fremdkapitaldeals zu steigern – auch in Deutschland. Die Renditevorstellungen sind beträchtlich.

Der Private-Debt-Investor Pemberton plant einen neuen Finanztopf für Debt-Investments. Dieser soll sich auf nachrangige Fremdkapital-Investments konzentrieren, wie aus einer Pressemitteilung von Pemberton hervorgeht.

Pemberton hat bereits einen 1,2 Milliarden Euro großen Fonds aufgelegt. Das jetzt geplante Vehikel soll die gleiche Zielgruppe mit Krediten bedienen, also europäische Mittelständler mit einem Umsatz zwischen 75 Millionen und 1 Milliarde Euro.

Der Unterschied: Während der etablierte Fonds sich auf Senior-Debt (also vorrangige Schulden) für etablierte und gut laufende Firmen konzentriert, begibt das jetzt geplante Vehikel riskantere und damit hochmargigere Kredite. Das können laut der Pressemitteilung nachrangige Schulden für bewährte Unternehmen oder aber vorrangige und Unitranche-Kredite für Turnaround-Fälle sein. Nach FINANCE-Informationen soll der Fonds eine Jahresrendite von 12 bis 13 Prozent einspielen, so lautet das Ziel des Londoner Anbieters von Private Debt

Pemberton strebt First Close in diesem Jahr an

Bislang bezeichnet Pemberton das neue Projekt nicht als Fonds, sondern als „Strategie“. Das First Close soll allerdings FINANCE-Informationen zufolge noch im laufenden Jahr erreicht werden. Dann will Pemberton die ersten Kredite ausreichen, und zwar mit einer Ticketgröße von mindestens 25 Millionen Euro. Die Höchstgrenze richtet sich am Ende danach, wie viel Geld der Finanzinvestor einsammeln kann. Zu erwarten ist, dass abermals ein großer Teil der Kredite in Deutschland ausgereicht wird. Hierzulande leitet Jürgen Breuer die Geschäfte des Debt-Investors.

Pemberton erklärt den Bedarf, den das Investmenthaus bei den Unternehmen für neue Kredite vermutet,  mit den verschärften Kapitalvorschriften für Banken: „Durch Basel III ist die Bereitstellung von nachrangigen Krediten für Banken extrem kostspielig geworden“, erklärt Pemberton. „Die reduzierte Fähigkeit von Banken zur Kreditvergabe führt zu einer verstärkten Nachfrage europäischer Mittelstandsunternehmen nach Finanzierungslösungen von Nichtbanken.“

Bei institutionellen Investoren scheint die Nachfrage nach Private Debt ungebrochen: Im zweiten Quartal des laufenden Jahres haben Kreditfonds weltweit 16 Milliarden US-Dollar eingeworben, konstatiert der Datenanbieter Preqin. In den vergangenen vier Quartalen liegt die Zahl bei mehr als 100 Milliarden US-Dollar.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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