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Anleihegläubigern von Zamek droht Totalausfall

Nur 1 Prozent Recovery-Quote: Laut Zamek-Insolvenzverwalter bekommen die Gläubiger der Mittelstandsanleihe praktisch nichts.
serezni/iStock/Thinkstock/GettyImages

Für die Gläubiger der Mittelstandsanleihe von Zamek droht der schlimmste Fall einzutreten: Der Insolvenzverwalter des Düsseldorfer Brühwürfelherstellers, Christoph Niering, stellt den Gläubigern eine Quote von nur 1 Prozent in Aussicht. Das geht aus einem Insolvenzbericht hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

Dabei sah die Lage Ende des vergangenen Jahres noch nicht ganz so schlimm aus: Nachdem der Private-Equity-Investor Dricon Capital die drei operativen Töchter von Zamek übernommen hatte, war in Medienberichten noch von einer Quote von 20 Prozent zu lesen. Doch offenbar flossen aus dem Kauf nur 1,2 Millionen Euro an die Zamek-Holding, die 2012 die Anleihe im Volumen von 45 Millionen Euro emittiert hatte. Die dort bilanzierte Verschuldung von Zamek soll laut Insolvenzbericht aber nun bei 76 Millionen Euro liegen. Der kleine Zufluss aus dem M&A-Deal war also nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Nur noch wenig Hoffnung für Zamek-Gläubiger

Zamek hatte im Februar 2014 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. In den darauffolgenden Monaten belasteten Differenzen zwischen dem Eigenverwalter und Gläubigervertretern immer wieder die Situation.

Der letzte Hoffnungsschimmer für die Gläubiger dürfte jetzt nur noch sein, dass der Insolvenzverwalter seine Forderung gegenüber der ehemaligen Geschäftsführung durchsetzt: Er verlangt von Petra Zamek, Michael Krüger und Bernhard Zamek insgesamt 39 Millionen Euro, weil sie das Geld aus der Mittelstandsanleihe ungesichert an die Tochtergesellschaften weitergegeben haben sollen.  Damit hätten sie faktisch das Geld den Forderungen der Gläubigern entzogen. Es ist allerdings zweifelhaft, ob die ehemaligen Geschäftsführer wirtschaftlich überhaupt in der Lage wären, Nierings Forderung nachzukommen.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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