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Anleihen der EIB sollen Projektfinanzierung ankurbeln

Zügig nach vorn: eine EU-Initiaitive soll Infrastruktur-Investitionen wie in Eisenbahnnetze vorantreiben.
Phil Sangwell

John Laing bewies vergangene Woche, dass nicht alles in der Projektfinanzierung verloren ist. Das britische Bauunternehmen schloss einen Vertrag mit dem britischen Verkehrsministerium ab, der £4,5 Milliarden wert sein könnte. Zusammen mit Hitachi Rail Europe wird John Laing das britische Hochgeschwindigkeitsprogramm mit Züge beliefern und sie warten. Das Geld für das Projekt kommt von einer japanischen Bank.

Der Deal zeigt, dass die Finanzierung großer Infrastrukturprojekte in European noch möglich ist, zum Teil dank neuer Finanziers wie japanische Banken. Insgesamt liegt der Markt jedoch am Boden, vor allem im Vergleich zu seinen Hochzeiten vor der Krise. Ein Großteil der schlechten Marktaussichten verdankt sich einem Mangel an Kapital. „Die Projektfinanzierung ist knapper geworden, seitdem die sogenannten Monoline-Versicherungen verschwunden sind und die Finanzkrise im Jahr 2008 vollends ausbrach", sagt Nick Bliss, Partner und Experte für Infrastruktur bei der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer in London.

Ein nachrangiges Darlehen von der EIB

Aktuelle Bemühungen der EU, den Markt zu beleben, somit sind dringend nötig, sagt Bliss. Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag unterbreitet, nach dem die Europäische Investitionsbank (EIB) ein nachrangiges Darlehen in eine Projektfinanzierung einbringen würde, um das Kreditrating auf das Senior-Darlehen zu verbessern und somit für Investoren wieder attraktiver zu machen. Der gegenwärtige EU-Entwurf sieht vor, dass die EIB bis zu etwa 20% des gesamte Fremdkapitals übernehmen könnte.

Auch wenn Bliss keine Mittel aus dem Projekt zu bevor 2013 erwartet, könnte das neue Förderprogramm "erhebliche Auswirkungen" auf den Markt haben, sagt er. Vor allem in Ländern, die von den Auswirkungen der Eurokrise weniger getroffen sind, könnten die sogenannte Project Bonds helfen, die Finanzierungslücke zu füllen. Ein aktueller Bericht von Freshfields schätzt, dass Infrastrukturprojekte im Wert von über £232 Milliarden sich zurzeit in der Angebotsphase befinden; ein Anstoß wie die EU-Initiative könnte stark dazu beitragen, diese Projekte in die Ausführungsstufe zu heben.

Für die krisengeschüttelten Länder dürfte sich durch das Projekt allerdings wenig ändern. „Die Initiative wird nicht ausreichen, um Investoren zurück nach Spanien oder Italien zu bringen ", sagt Bliss. Die Banken werden dort solange keine Projekte finanzieren, bis eine Lösung für die Staatsschuldenkrise gefunden wurde."

steven.arons[at]finance-magazin.de