Newsletter

Abonnements

Arques stärkt erneut mit Kapitalmaßnahme die Liquidität

Nur knapp zwei Monate nach einer Kapitalerhöhung will sich die Beteiligungsgesellschaft Arques Industries AG erneut mehr Liquidität sichern. Es werde eine Wandelanleihe im Gesamtnennbetrag von bis zu gut 23,8 Millionen Euro begeben, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit. Die Wandelanleihe wird mit einem Zinssatz von 9 Prozent verzinst und ist in bis zu 11,9 Millionen Aktien der Gesellschaft wandelbar. Im September hatte Arques bereits ihr Kapital durch die Ausgabe von rund 13 Millionen Aktien um rund 50 Prozent verwässert (dazu: Arques führt Kapitalerhöhung durch).

 

Die Laufzeit der Wandelanleihe endet am 31.12.2012. Sie kann in Halbjahresabständen vorzeitig in Aktien gewandelt werden, spätestens geschieht dies jedoch zum Laufzeitende. Der Wandlungspreis beträgt dann zwischen 100 Prozent und 115 Prozent des Referenzkurses. Bestehende Arques-Aktionäre erhalten ein Bezugsrecht, je 10 Aktien berechtigen zum Bezug von 3 Teilschuldverschreibungen.

 

Was Arques mit der zusätzlichen Liquidität plant, ließ das Unternehmen offen. Der Arques-Vorstand war erst im September komplett umgebaut worden, er besteht jetzt nur noch aus dem Vorsitzenden Maik Brockmann. Dieser war vom Unternehmensgründer Peter Löw berufen worden, der zugleich neuer Aufsichtsratsvorsitzender und früherer Vorstandsvorsitzender ist. Löw soll Medienberichten zufolge den alten Vorstand dafür kritisiert haben, dass jener den Verkauf des Telefonherstellers Gigaset für einen “Schleuderpreis” plant, einer ehemaligen Siemens-Tochter. Löw wolle dagegen den Gigaset-Verkauf abblasen, hatte es in Medienberichten geheißen.

 

Gigaset gehört noch zu knapp 20% der Siemens AG, die mit Arques seit längerem einen Streit über die Entwicklung bei dem Telefonhersteller führt. Eine Option, mit der sich Arques die restlichen Gigaset-Anteile von Siemens holen kann, läuft zeitlich unbefristet. Beide Seiten arbeiten seit längerem an einer Lösung in dem Streit.

 

Bei Arques zeichnen sich unterdessen gravierende Änderungen in der Unternehmensstrategie ab. Das Münchener Unternehmen kündigte für den 20. Dezember eine außerordentliche Hauptversammlung in München an. Wesentlicher Tagesordnungspunkt sei unter anderem die Vorlage des Vorstandes über ein neues Geschäftsmodell. Worüber die Aktionäre konkret abstimmen sollen, ließ das Unternehmen jedoch im Dunkeln.

 

Die bisherige Strategie des Unternehmens ist darauf gerichtet, sich auf die Restrukturierung von Unternehmen in Umbruchsituationen zu konzentrieren. Die hauptsächlich im Rahmen von Konzernabspaltungen erworbenen Unternehmen wollte Arques zu Wettbewerbsstärke und Ertragskraft führen, um sie anschließend teurer wieder zu veräußern (dazu: Arques ändert Zukunftspläne für Tochter Gigaset).

 

Quelle: Dow Jones

Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022