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CFOs profitieren von erleichtertem Kreditzugang in Emerging Markets

Während sich die CFOs in den meisten Schwellenländern laut IIF-Umfrage über gelockerte Kreditstandards freuen können, leiden Finanzchef in den neuen asiatischen Märkten unter verschärften Kreditbedingungen.
Thinkstock / Getty Images

Gute Nachrichten für Finanzvorstände, die in Schwellenländern tätig sind: Ob als lokale CFOs oder als Finanzchef einer europäischen Niederlassung, sie konnten in den letzten drei Monaten 2012 von so guten Kreditvergabebedingungen wie zuletzt im 2. Quartal 2011 profitieren. Das ist die Kernaussage einer aktuellen Umfrage zur Kreditvergabe in Schwellenländern, die vom Institute of International Finance (IIF) veröffentlicht wurde.

Fast 60 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten, dass sie eine Lockerung bei den internationalen Kreditkonditionen verspürten. Finanzchefs aus Osteuropa und Lateinamerika profitierten davon laut Umfrage am meisten.  Besonders erfreulich: Die Konditionen für die internationale Handelsfinanzierung haben sich auch signifikant verbessert – und das sogar in allen Schwellenländern. Die 13. Auflage der Umfrage wurde zwischen Mitte Dezember 2012 und Mitte Januar 2013 durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich daran weltweit 141 Banken aus Schwellenländern.

Kreditstandards verschärfen sich in Asien

Trotz dieser generell positiven Ergebnisse, fördert die Umfrage auch einige negative Entwicklungen zutage. Eine besonders gravierende ist die Zahl notleidender Kredite, die innerhalb der vergangenen drei Monate stark angestiegen ist. Noch beunruhigender ist, dass die befragten Banken erwarten, dass dieser Trend in den kommenden Monaten weiter anhalten wird.

Ein weiteres wenig positives Ergebnis ist, dass die Nachfrage nach Krediten  in Schwellenländern aufgrund verschärfter Kreditstandards gesunken ist. Diese Entwicklung ist laut IIF am stärksten in den neuen asiatischen Märkten. Das dürfte für die CFOs in der Region einen Wermutstropfen bedeuten, da sich ihre Kollegen in den übrigen Schwellenländern über eine genau gegenläufige Entwicklung freuen dürfen.

Borrowing Gap in China zwingt CFOs zur Onshore-Finanzierung

Ein gewichtiges Beispiel  für die restriktive Kreditvergabe in vielen asiatischen Ländern ist die Politik der chinesischen Notenbank. Sie schränkt die Kreditvergabe ein, um die chinesische Wirtschaft vor einer Überhitzung zu schützen und die Inflation einzudämmen.  Die Kreditaufnahme aus dem Ausland ist daher strikt im Regelwerk des sogenannten Borrowing Gap reguliert. Daher müssen sich beispielsweise europäische Unternehmen lokal refinanzieren, was für den CFO eine komplexe Aufgabe bedeutet.

Michael Hannig, CEO von Voith Finance, kennt sich damit aus. Im Februar 2012 hat das Familienunternehmen Voith einen syndizierten Kredit in Renminbi in Schanghai vereinbart. Die Verhandlungen für den 2,25 Milliarden Renminbi schweren Kredit waren für Hannig und sein Team nicht immer einfach.  Sie mussten in China viel Überzeugungsarbeit leisten, um den Kredit so ausgestaltet zu bekommen, wie sie es sich wünschten und gleichzeitig noch den komplexen chinesischen Regeln zu entsprechen. Das Beispiel zeigt aber auch, dass, trotz aller Schwierigkeiten, sich europäische Unternehmen erfolgreich in China refinanzieren können. 

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de