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Debtwire: CFOs werden auch 2014 bei High-Yield-Bonds zugreifen

Ins Schwarze getroffen: So dürften viele CFOs derzeit ihre Hochzinsanleihen bewerten. Doch sie können künftig Schwierigkeiten mit der Refinanzierung bekommen.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Im laufenden Jahr 2013 könnten Hochzinsanleihen einen neuen Rekordwert erreichen. Allein in Deutschland haben Unternehmen bislang High-Yield-Bonds mit einem Volumen von rund 8 Milliarden Euro emittiert, berichtet der britische Nachrichtendienst Debtwire auf seiner Jahreskonferenz in Frankfurt. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa 40 Prozent weniger. Zu den großen Transaktionen gehören beispielsweise die Hochzinsanleihen in Euro und US-Dollar über insgesamt 1,5 Milliarden Euro, die der Automobilzulieferer Schaeffler im Juli am Bondmarkt platzieren konnte.

Die Rahmenbedingungen, die den Boom bei den Hochzinsanleihen befördern, sind bekannt. Banken ziehen sich aus der Kreditfinanzierung zurück, gleichzeitig sind die Zinsen derzeit extrem niedrig. Das lässt auf Investorenseite besonders die Hochzinsanleihen attraktiv erscheinen. „Wo können Sie sonst Kupons von 7, 8 oder sogar 9 Prozent bekommen?“, heißt es während der Konferenz. Auf Emittentenseite freuen sich die CFOs. Schließlich profitieren auch sie von den niedrigen Zinsen, auch bei den High-Yield-Bonds.

Risiko Bondmarkt: Qualität sinkt

Doch auch bei den Hochzinsanleihen ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Qualität der Anleihen und ihrer Emittenten ist ein Thema, das während der Konferenz diskutiert wurde. Von den rund 60 in diesem Jahr in Deutschland emittierten Anleihen handeln auf dem Sekundärmarkt laut Adam Samoon, High Yield Reporter bei Debtwire, derzeit 13 unter dem Ausgabepreis. Denn nicht nur große, bekannte Unternehmen, sondern auch kleinere mit nicht immer soliden Geschäftsmodellen erliegen derzeit der Versuchung, Hochzinsanleihen zu begeben. So hat sich rund die Hälfte der Emittenten in diesem Jahr zum ersten Mal am Bondmarkt bedient. Mit der sinkenden Qualität der Anleihen könnte auch die derzeit noch niedrige Ausfallrate, in Europa liegt sie bei etwa 2 Prozent, steigen. Was viele CFOs im derzeitigen Boom zudem nicht zu bedenken schienen, ist, dass sie sich mit Anleihen im Vergleich zum Bankkredit stärker abhängig von Makroeinflüssen machen.

Solange die Rahmenbedingungen für den Bondmarkt günstig sind, erwartet Debtwire jedoch keinen Rückgang in dem Segment. Das Volumen werde auch 2014 wieder hoch sein. Marktwachstum in den kommenden Jahren sehen die geladenen Experten allein schon durch Refinanzierungen gesichert. Doch im Boom liegt auch eine Gefahr für die Emittenten von Hochzinsanleihen. CFOs, die sich momentan überlegen, eine solche Anleihe zu begeben, sollten sich bewusst sein, dass bei ihrer Refinanzierung in ein paar Jahren Investoren möglicherweise nicht mehr so schnell zugreifen werden wie noch heute. „Hochzinsanleihen sind ein zyklisches Produkt, die Platzierungsfenster öffnen und schließen sich sehr schnell“, sagt Kirshnee Moodley, Direktorin im Bereich High Yield bei BNP Paribas. Verschärfend kommt hinzu, dass viele Unternehmen Anleihen nutzen, um damit die nötige Restrukturierung aufzuschieben. Tritt der Worst Case dann doch ein, zeigen derzeit Solarworld und SiC Processing wie schwierig es gerade bei retaillastigen Bonds sein kann, die Anleihegläubiger unter einen Hut zu bekommen. Nicht ohne Grund versucht Scholz-CRO Markus Schürholz auch die Restrukturierung zunächst im Bankenkreis zu halten.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de