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Defaultrate in der EU bleibt hoch

Thinkstock / Getty Images

Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor’s sinkt die Ausfallrate im Non-Investmentgradeuniversum in den EU-30-Staaten (EU-27 plus Norwegen, Island und die Schweiz) in den nächsten zwölf Monaten zwar leicht auf 6,1 Prozent, sie bleibt aber dennoch auf einem relativ hohen Niveau. Wie aus einer aktuellen S&P-Studie hervorgeht, traten im vergangenen Jahr bei 45 Schuldnern aus dem spekulativen Bereich Zahlungsausfälle auf, was einer Ausfallrate von 6,3 Prozent entspricht. Die Defaults beliefen sich 2012 auf ein Volumen von 33,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 19,5 Milliarden Euro gegenüber 2011, liegt aber noch immer weit unter dem Rekordwert von 2009 (62,4 Milliarden Euro).

Für den Anstieg der Zahlungsausfälle gegenüber 2011 zeichneten vor allem Schuldner aus der Euro-Peripherie verantwortlich. Die Rezession sowie die Probleme des Bankensektors in diesen Ländern sorgten dafür, dass sich die Ausfallrate spekulativer Schuldner in Spanien in den vergangenen zwölf Monaten auf 14,3 Prozent verdoppelte. In Italien sprang sie von 5,7 Prozent auf 9,5 Prozent. Unter dem Strich haben sich zwar die Emissionsbedingungen im Highyield-Bereich verbessert. Viele Non-Investmentgrade-Unternehmen haben heute eine robustere Kapitalstruktur und die Finanzierungsrisiken sind gesunken. Für die Euro-Peripherie mit ihrem extrem fragilen Wirtschaftsausblick gelte das aber überwiegend nicht, so S&P. Unternehmen mit Bonitätsnoten von B- und CCC, die keinen Zugang zu dieser Liquidität, seien daher höchst anfällig für einen Zahlungsausfall.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de