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Deutsche Banken finden neue Rating-Methodik von S&P zu hart

Die deutschen Banken können sich für die geplante neue Rating-Methodik von Standard & Poor’s (S&P) nicht erwärmen. Der neue Bewertungsansatz sei zu einseitig und undifferenziert, kritisierte der Dachverband der Bankenverbände, der Zentrale Kreditausschuss (ZKA). Im europäischen Vergleich würden die Schwächen des deutschen Bankensystems überbetont. Das liege auch an der starken Vergangenheitsorientierung, die S&P mit der Methodik wähle. Dabei könne die hiesige Bankenaufsicht inzwischen schneller auf Krisen reagieren als in der Vergangenheit. Der Dachverband befürchtet Refinanzierungsnachteile für deutsche Institute, sollte der neue Ansatz so umgesetzt werden.

 

S&P hatte Anfang Januar angekündigt, die Kriterien für die hauseigenen Banken-Ratings zu ändern. Demnach sollen systemische Risiken stärker in die Bewertung der Geldhäuser einfließen. Dabei werde nicht nur das wirtschaftliche Umfeld untersucht, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der gesamten Bankenlandschaft eines Landes, hieß es.

 

S&P will die Ratings der Banken als Lehre aus der Finanzkrise transparenter und besser vergleichbar machen. Marktteilnehmer konnten zu den Vorschlägen ihr Feedback abgeben, die Frist lief am Montag ab. Welche Änderungsvorschläge nun eingearbeitet werden und wann der neue Ansatz eingeführt wird, ist noch offen.

 

Quelle: Reuters