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Deutsche Leasing entwickelt sich besser als Branche und gewinnt Marktanteile hinzu

(sap) Die Investitionsbereitschaft der deutschen Unternehmen ist angesichts der spürbaren Erholung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds in den letzten Monaten des vergangenen Jahres deutlich gestiegen. Die Leasingbranche konnte davon allerdings nur bedingt profitieren. „Der Wirtschaftsaufschwung kam mit Verzögerung in der Leasingbranche an“, gab Kai Ostermann (Foto), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing AG am Montag bei der Bilanzpressekonferenz im Frankfurter Presseclub zu Protokoll. Als Gründe nannte er hierfür, dass sich die Unternehmen im vergangenen Jahr noch zu einem Großteil innenfinanziert hatten und die Automobilhersteller 2010 immer noch Engpässe zu verzeichnen hatten.

 

“Zweitbestes Ergebnis in der Unternehmensgeschichte”

 

Dennoch hat sich die Deutsche Leasing Gruppe besser als der Markt entwickelt. Der Branchenprimus erzielte im Geschäftsjahr 2009/2010 7,8 Milliarden Euro Neugeschäft, im Inland (ohne Immobilienleasing und Structured Finance) waren es rund 5 Milliarden Euro. Damit lag die Leasinggesellschaft aus Bad Homburg zwar etwas unter dem Vorjahr (Neugeschäft insgesamt: 8,3 Mrd. Euro, Inland: 5,2 Mrd. Euro), aber schlug sich im Vergleich zu ihren Wettbewerbern deutlich besser. „Der Rückgang im Mobilien-Leasinggeschäft der Branche lag im gleichen Zeitraum bei 8,5 Prozent, bei den banknahen Gesellschaften sogar bei rund 15 Prozent“, erklärte Ostermann. „Damit hat die Deutsche Leasing signifikante Marktanteile hinzugewinnen können.“ Der Substanzwert des Branchenprimus stieg auf knapp 1,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,3 Mrd. Euro). Das wirtschaftliche Ergebnis konnte die Leasinggesellschaft von 50 Millionen Euro im Krisenjahr auf 124 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2009/2010 erhöhen. „Dies ist das zweitbeste Ergebnis unserer Unternehmensgeschichte“, sagte Ostermann stolz.

 

Für das laufende Geschäftsjahr geht der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leasing zwar von einem Plus im Neugeschäft zwischen 10 und 13 Prozent aus, aber bei Ergebnis erwartet er einen Wert auf Vorjahresniveau. „Bei den Unternehmen ist im Hinblick auf ihre geplanten Investitionen eine Trendwende zu verzeichnen“, glaubt Ostermann. „Aber die Margen geraten bei den Leasinggesellschaften wieder unter Druck.“ Die ausländischen Gesellschaften, die sich in der Krise aus Deutschland zurückgezogen hatten, kommen wieder zurück. Der Wettbewerb steigt.

 

Joint Venture ab Juni 2011 geplant

 

Zur Stärkung des Konsumentenfinanzierung gründet die Deutsche Leasing zusammen mit der Landesbank Berlin zudem zum Juni 2011 eine Joint-Venture-Bank, die S-Kreditpartner GmbH. „Mit der WestLB sind die Gespräche wegen einer Einbeziehung der Aktivitäten der readybank weit fortgeschritten und in einer gemeinsamen Absichtserklärung schriftlich fixiert“, sagte Ostermann. „Wir sind guter Dinge, dass wir die Dreierlösung, die immer gewollt war, auch erreichen können. Auf die Frage nach dem Kaufpreis antwortete der Deutsche-Leasing-CEO lediglich, dass man sich einig sei, wie die readybank in das Gemeinschaftsunternehmen eingebunden werden solle. Schon 2010 war die Bad Homburger leasinggesellschaft mit der Landesbank Berlin und der readybank in Gesprächen über die Zusammenführung der Aktivitäten. Mehr hierzu unter: Deutsche Leasing schlägt sich vergleichsweise gut und denkt über Fusion nach. Die WestLB muss die readybank bis Ende 2011 wegen einer EU-Auflage verkaufen.

 

Auch bei der Deutsche Anlagen-Leasing (DAL) soll sich die Eigentümerstruktur verändern. Im Moment hält die Deutsche Leasing 60 Prozent, die HSH Nordbank 40 Prozent. „Wir sind uns mit der HSH Nordbank einig, dass die Deutsche Leasing weitere Anteile an der DAL übernehmen wird“, erklärte Ostermann. „Aber wir werden keine 100 Prozent erwerben.“

 

Quelle: FINANCE