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Drillisch nutzt seine Freenet-Beteiligung zur Geldbeschaffung

(sap) Der Mobilfunkanbieter Drillisch verschafft sich über seine Beteiligung an dem Rivalen Freenet frisches Geld. Drillisch wolle bis zu 150 Millionen Euro erlösen, indem das Unternehmen Schuldverschreibungen mit Umtauschrecht in Freenet-Aktien ausgibt, kündigte der Mobilfunk-Discounter aus Maintal bei Frankfurt am Mittwoch an. Mit dem Schritt will Drillisch eigenen Angaben zufolge seine Finanzquellen verbreitern und seinen finanziellen Spielraum ausbauen sowie seine Umschuldung vorantreiben. Die Laufzeit der Schuldverschreibungen soll fünf Jahre betragen. Drillisch will die Schuldverschreibungen großen Fonds und Versicherungen außerhalb der USA über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren anbieten. Zum Start sei ein Emissionsvolumen von 125 Millionen Euro geplant, das von Drillisch noch um 12,5 Millionen Euro aufgestockt werden könne. Zudem räumte Drillisch den federführenden Banken, Bank of America Merrill Lynch und Commerzbank, eine Mehrzuteilungsoption über bis zu 12,5 Millionen Euro ein.

 

Nach Angaben von Freenet besitzt Drillisch derzeit 21,86 Prozent der Freenet-Anteile. Das entspricht etwa 28 Millionen Freenet-Aktien. Bis zu 10 Millionen Freenet-Aktien sollen – Aufstockung und Mehrzuteilungsoption eingerechnet – der Schuldverschreibung zu Beginn zugrunde gelegt werden. Dabei geht Drillisch von dem Schlusskurs der Freenet-Aktie vom Dienstag von 12,36 Euro aus. Käufern der Schuldverschreibungen können einen jährlichen Koupon zwischen 2,625 und 3,375 Prozent erwarten. Die Umtauschprämie soll zwischen 22,5 und 30 Prozent über einem Durschnittskurs der Freenet-Aktie zwischen Platzierungsbeginn und Preisfestsetzung liegen. Die Ausgabe soll um den 5. April herum stattfinden. Die endgültigen Konditionen der Schuldverschreibungen sollten noch am Mittwoch festgelegt werden.

 

An der Börse löste das Vorgehen zunächst Verunsicherung aus. „Es ist völlig unklar, was Drillisch mit diesem Deal bezweckt“, sagte ein Börsianer gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Das sorgt für Irritationen.“ Drillisch und Freenet hatten in der Vergangenheit betont, dass ein Zusammenschluss unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein könnte. Mehr hierzu unter: Presse: Freenet und Drillisch erwägen Zusammenschluss. Drillisch hatte 2011 seine Beteiligung an dem Hamburger Unternehmen deutlich ausgebaut und hielt zuletzt rund 20 Prozent an dem Konkurrenten. Mehr hierzu unter: Drillisch will bei Freenet weiter zukaufen.

 

Quellen: Reuters, FINANCE

 

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