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Equinotes I an Investoren zurückgezahlt

Zahltag bei Equinotes I: Viele, aber nicht alle Gläubiger konnten das Mezzanine-Kapital zurückführen.
Thinkstock / Getty Images

Kürzlich wurde mit Equinotes I (Force 2005) ein weiteres Mezzanine-Programm zur Rückzahlung fällig. Das Programm wurde im Jahre 2005 von der Deutschen Bank und der Industriebank IKB aufgelegt und verbrieft. 371 Millionen Euro wurden damals in Form von Nachrangkapital an deutsche Unternehmen wie die Stahlgruppe Georgsmarienhütte, die Lebensmittelwerke Walter Rau oder den Apple-Händler Gravis herausgegeben. Die einzelnen Unternehmen erhielten Nachrangkapital zwischen 2,5 und 15 Millionen Euro.

Zwischenzeitlich hatte auch dieses Mezzanine-Programm mit Unternehmenspleiten zu kämpfen. Der erste Schlag ins Kontor war die Pleite des Plüschtierherstellers Nici. Es folgten die Insolvenzen des Logiostikers Ricö Internationale Transporte und Logistik, des Autozulieferers ISE Innomotive Systems sowie im vergangenen Jahr der Fuldaer Dura Tufting, die sich unter den Schutzschirm flüchtete. Nach FINANCE-Informationen sind bei letzerer 6 Millionen Euro im Feuer. Doch: „Wir sind durchaus zufrieden mit der Performance des Programms, die Ausfallraten bewegen sich in einem normalen Rahmen für Mezzanine-Produkte“, erklärt Lars Mehrlich, Senior Investmentmanager der Equinotes Management GmbH. So hätten alle Senior-Note-Holder ihr Investment  zurückbekommen. Zwar mussten die erstrangigen Investoren Ratingherabstufungen verkraften. „Die Class A Notes fielen aber nicht in den Non-Investmentgrade-Bereich“, ergänzt Mehrlich.

Im Gegensatz zu anderen Programmen hatte Equinotes ein relativ großes Equity Piece – wie Eigenkapital trägt es bei den CDOs das größte Verlustrisiko. Die Größe von fast 80 Millionen Euro lag unter anderem daran, dass bei den ausgegebenen Genussrechten zum Teil ein Zinsaufschub und eine Verlustteilnahme möglich waren. Damit war Equinotes eigenkapitalnäher ausgestaltet als vergleichbare Programme, in einem Fall zählte ein Genussrecht sogar als Eigenkapital nach IFRS. Nach Informationen von FINANCE wurden diese Hochrisikotranchen zum großen Teil von den Arrangeuren IKB und Deutsche Bank selbst gehalten. „Equity-Piece-Holder haben eine positive IRR erzielt“, sagt Mehrlich. „Außerdem besteht die Perspektive auf weitere Zahlungen, die in Einzelfällen noch nach dem offiziellen Zahltag kommen können.“

Rückzahlung meist aus Cashflow und neuen Krediten

Die Form der Rückzahlung sei unterschiedlich gewesen. „Ein Großteil der Unternehmen war in der Lage, das Mezzanine-Kapital aus eigenen Mitteln oder aus neuen Krediten zurückzuführen“, sagt Mehrlich. In Einzelfällen hätten sich auch Gesellschafter durch neue Mittel an der Rückzahlung beteiligt, oder Aktiva seien in Cash gewandelt worden. Neues Mezzanine-Kapital spielte – auch aufgrund mangelnden Angebots – eher für einen kleinen Teil der Unternehmen eine Rolle, wie auch schon die FINANCE-Studie „Die Ablösung von Standard-Mezzanine“ aus dem Jahr 2010 ergeben hatte.

Zur Ablösung des Kapitals könnte ein neuer Fonds der IKB dienen. Die Industriebank und der unabhängige US-Fonds Manager Seer Capital Management haben erst kürzlich einen gemeinsamen Fonds aufgelegt. Das Vehikel mit dem Namen Valin Funds Mittelstand Mezzanine 1 (MM1) hat ein Zielvolumen von 300 Millionen Euro und wurde jetzt nach Angaben der beiden Gesellschaften mit einem Volumen von 105 Millionen Euro geschlossen. „Weitere Investoren sollen hinzukommen“, erklärt Lars Mehrlich.

Keine Sanierungsfinanzierung aus neuem IKB-Fonds

Der Fonds werde in erster Linie in Mezzanine-Darlehen für deutsche Mittelständler mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro investieren. Bis zu 20 Prozent des Portfolios können Unternehmen in Österreich und der Schweiz zugeteilt werden. „Wir werden keine Sanierungsfinanzierungen mit dem Fonds darstellen“, betont Mehrlich. Die Darlehen könnten an die Situation der Mittelständler individuell angepasst  werden – darin liegt ein Unterschied zum standardisierten Programm Equinotes. Üblicherweise gebe es eine Gewinnbeteiligung, zu den genauen Konditionen will sich die IKB aber nicht äußern. Die Höhe der Darlehen werde wahrscheinlich zwischen 3 Millionen Euro und 15 Millionen Euro liegen. „Die Laufzeit liegt im Regelfall bei sieben Jahren“, ergänzt Mehrlich. Nach fünf Jahren kann man in vier Halbjahresraten oder durch eine Einmalzahlung tilgen.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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