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Factoring: Umsätze steigen wieder

Wieder im Aufwind: Factoring
Thinkstock / Getty Images

Es geht wieder aufwärts: Nach einer konjunkturell etwas schwierigen Zeit ist Factoring im ersten Halbjahr 2013 wieder gewachsen. Mit rund 81 Milliarden Euro erwirtschafteten die 23 Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring-Verbands 4 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Wie kaum eine andere Finanzdienstleistungsbranche sind die Finanzierer der Forderungen direkt am Puls der Konjunktur. Auch das internationale Factoring hellt sich auf – besonders das für deutsche Unternehmen wichtige Exportfactoring legte um 5 Prozent zu, was der Verband als Indiz für die verbesserte Lage in Europa nimmt.

Allerdings sind die gesamtwirtschaftlichen Faktoren momentan nicht die einzigen, die den Markt beeinflussen. „Marktanteilsverschiebungen zwischen einzelnen Mitgliedsgesellschaften sind hierbei auch auf veränderte Geschäftsmodelle und -strategien sowie unterschiedliche  Refinanzierungsbedingungen zurückzuführen“, heißt es in einem Statement des Verbands. Im Klartext: Einige Anbieter überdenken ihre Strategie: Während es in den vergangenen Jahren – ganz besonders bis zum Eintritt der Finanzkrise – einen aggressiven Wettbewerb um Marktanteile gegeben hatte, der besonders über den Preis ausgefochten wurde, schauen die Anbieter nun verstärkt darauf, wie profitabel ihre Engagements sind. Erscheinen die Risiken zu hoch oder die Margen zu klein, trennt man sich von Kunden. Ein weiterer Punkt, der die Branchen umtreibt, ist ihre Refinanzierung: Nicht alle Banken sehen in der Refinanzierung von Factoringgesellschaften einen Schwerpunkt. Tendenziell haben deswegen die Gesellschaften einen Nachteil, die sich nicht über den eigenen (Bank-)konzern finanzieren können.

Baubranche im Visier der Anbieter

Schwerpunktmäßig haben im ersten Halbjahr die Bereiche Handel-, Handelsvermittlung und Dienstleistungen Factoring genutzt. Nachgezogen haben die Bereiche Elektronik/elektronische Bauelemente und das Papier-, Verlags- und Druckgewerbe. Auffällig ist, dass auch das Baugewerbe ins Visier der Anbieter geraten ist. Während diese Branche früher nahezu ausgeschlossen war, da Forderungen häufig einredebehaftet und somit problematisch sind, ändert sich das jetzt offenbar. Der Verband spricht von einem „deutlichen Wachstumspotential“. Rückgänge zeigen sich vor allem in den Branchen Metallerzeugung und –verarbeitung sowie dem Textil- und Bekleidungsgewerbe. Das wiederum dürfte daran liegen, dass diese Branchen momentan als risikobehaftet angesehen werden.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Info

Factoring in Deutschland

Erstmals haben die Universität zu Köln und der Deutsche Factoring-Verband unter Mitarbeit von FINANCE im Jahr 2011 eine empirisch-valide Untersuchung zu Factoring in Deutschland durchgeführt. Dabei wurden rund 1.200 Mittelständler zur Nutzung von Factoring befragt. Die Studie „Wachsen mit Factoring – Nutzung und Erfahrungen in Deutschland“ kann beim Deutschen Factoring-Verband bestellt werden. Unter www.factoring.de können Sie die Studie für 30 Euro (inkl. Porto und Verpackung) beziehen.

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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