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Finanzchef Ermisch: BayernLB hat bei HGAA-Kauf zu viel gezahlt

Die BayernLB hat nach Einschätzung ihres Finanzvorstands bei der fatalen Übernahme der österreichischen Bank HGAA 2007 zu viel bezahlt. Der Kaufpreis sei in der Rückschau zu hoch gewesen, sagte der Finanzchef von Deutschlands zweitgrößter Landesbank, Stefan Ermisch, am Dienstag im parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Die HGAA wurde damals als Ganzes mit mehr als drei Milliarden Euro bewertet. Die BayernLB stieg zunächst mit 50 Prozent plus einer Aktie ein und stockte später auf zwei Drittel der Anteile auf.

 

Aus dem Kaufpreis habe ein hoher Firmenwert resultiert, der später abgeschrieben werden musste, ergänzte Ermisch, der erst im Sommer 2008 von der HypoVereinsbank zur BayernLB gewechselt war. Allerdings seien viele Banken vor Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zu überhöhten Preisen übernommen worden. Die Wachstumserwartungen – bei der HGAA vor allem in den Märkten Osteuropas – hätten sich nicht erfüllt. Ende 2009 habe der Vorstand dann endgültig beschlossen, sich aus der HGAA zurückzuziehen.

 

Die Landesbank verschenkte schließlich ihre Beteiligung an die Republik Österreich. Der Gesamtverlust summierte sich auf 3,7 Milliarden Euro. “Das war eine schmerzhafte Entscheidung”, sagte Ermisch in München. Allerdings wären die Verluste bei einer HGAA-Insolvenz oder nicht erfolgter Trennung noch weitaus höher für die BayernLB ausgefallen. Der Schlussstrich sei dementsprechend richtig gewesen. Schließlich liege die Risikovorsorge für faule Kredite bei der HGAA auch dieses Jahr wieder im Milliarden-Bereich, primär getrieben von Ausfällen in Südosteuropa. Eine weitere Kapitalzufuhr sei nicht ausgeschlossen.

 

Quelle: Reuters

 

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