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Finanzierungen: Fresenius, Scout24, Hapag-Lloyd

Fresenius mischt ordentlich am Kapitalmarkt mit und platziert gleich drei Instrumente.
Fresenius

Fresenius finanziert M&A-Deal

Mit drei Transaktionen hat der Gesundheitskonzern Fresenius die Fremdkapitalfinanzierung für den größten Zukauf seiner Firmengeschichte, die Übernahme des spanischen Krankenhausbetreibers Quirónsalud, abgeschlossen. Der Konzern Fresenius emittierte dafür eine 2,6 Milliarden Euro schwere Anleihe. Die Anleihe teilt sich in vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben, zehn und fünfzehn Jahren auf. Die ersten drei Tranchen jeweils ein Volumen von 700 Millionen Euro haben. Für Fresenius ist die 15-jährige Tranche über 500 Millionen Euro der Bond mit der längsten Laufzeit, den das Unternehmen je platziert hat.

Außerdem hat Fresenius eine unverzinsliche Wandelanleihe über 500 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit der Anleihe endet 2024. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei 45 Prozent über dem Referenzkurs. Bereits Ende Dezember hatte Fresenius einen Schuldschein im Volumen von 1 Milliarde Euro platziert. Da der Auszahlungstermin erst Ende Januar liegt, hat Fresenius damit einen der ersten Jumbo-Schuldscheine des neuen Jahres begeben.

Scout24 sichert sich neuen Konsortialkredit

Der Münchner Internet-Konzern Scout24 refinanziert einen Konsortialkredit bereits drei Jahre vor dessen Laufzeitende. Mit einem neuen, unbesicherten Konsortialkredit sichert sich CFO Christian Gisy zu besseren Konditionen 800 Millionen Euro frisches Kapital, das auch für weitere Akquisitionen genutzt werden soll. Die Refinanzierung wurde von der UniCredit Bank als Mandated Lead Arranger und Bookrunner arrangiert.

Die Transaktion war klar überzeichnet, teilte die Wirtschaftskanzlei Noerr mit, die Scout24 unter der Federführung von Andreas Naujoks und Torsten Wehrhahn beriet. Das internationale Bankenkonsortium, das den neuen Kredit zur Verfügung stellt, wurde von Ashurst unter der Federführung von Oliver Hahnelt beraten.

Hapag-Lloyd sammelt 250 Millionen Euro ein

Die Reederei Hapag-Lloyd hat eine neue Hochzinsanleihe mit einem Volumen von 250 Millionen Euro platziert. Ursprünglich hatte CFO Nicolas Burr nur 150 Millionen Euro einsammeln wollen, konnte das Volumen aber aufgrund der großen Nachfrage aufstocken. Die Anleihe wird mit 6,75 Prozent jährlich verzinst und hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Durch das höhere Emissionsvolumen kann die Reederei rund 125 Millionen Dollar (etwa 117 Millionen Euro) für die vollständige vorzeitige Ablösung einer nach heutigen Maßstäben sehr teuren US-Dollar-Anleihe verwenden, anstelle nur einen Teil des Bonds zu tilgen. Dieser wird im Herbst 2017 fällig. Die restlichen Mittel werden für allgemeine Unternehmenszwecke und die Rückzahlung weiterer Verbindlichkeiten genutzt. Hapag-Lloyd wurde bei der Emission von White & Case unter der Federführung von Rebecca Emory beraten.

Porr geht auf Roadshow für neue Hybridanleihe

Der Baukonzern Porr aus Wien erwägt die Platzierung einer Hybridanleihe. Die Laufzeit soll unbegrenzt sein, die vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit nach 5 Jahren bestehen. Das Emissionsvolumen ist noch nicht bekannt, es soll erst nach einer Investoren-Roadshow festgelegt werden.

Mit dem Erlös soll insbesondere die Akquisitionsstrategie der Wiener finanziert werden. Als Sole Structuring Advisor und Sole Bookrunner begleitet die HSBC die Transaktion, die im Februar abgeschlossen sein soll.

LEG Immobilien platziert erste Unternehmensanleihe

Das Wohnungsunternehmen LEG Immobilien platziert eine Debütanleihe mit einem Volumen 500 Millionen Euro. Die unbesicherte Unternehmensanleihe wird jährlich mit 1,25 Prozent verzinst und läuft bis Januar 2024. Die Anleihe wurde von der Ratingagentur Moody´s mit Baa1 bewertet. Das entspricht auch dem Unternehmensrating. Das Unternehmen hatte 2014 bereits eine Wandelanleihe begeben.

Der Erlös der neuen Transaktion soll zur Refinanzierung von bestehenden Verbindlichkeiten dienen. Die durchschnittlichen Finanzierungskosten sollen sich dadurch auf unter 2 Prozent reduzieren. HSBC und J.P. Morgan begleiteten die Transaktion als aktive Bookrunner. BNP Paribas, Morgan Stanley und Société Générale waren als passive Bookrunner mandatiert.

Weitere Finanzierungen

Der Immobilienkonzern Vonovia hat eine neue Anleihe über 1 Milliarden Euro platziert. Eine der gleichgroßen Tranchen läuft bis 2022 und wird mit 0,75 Prozent verzinst. Die zweite Tranche hat eine längere Laufzeit bis 2027. Der Kupon liegt bei 1,75 Prozent.

Der Technologie-Konzern Linde hat eine neue Anleihe mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro platziert. Das Papier hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird jährlich mit 0,25 Prozent verzinst.

Der Mikrolautsprecher-Entwickler USound sichert sich in einer Finanzierungsrunde 12 Millionen Euro. Die Grazer Beteiligungsgesellschaft Eqventure tritt als Lead-Investor für das österreichische Start-up auf. Das Geld soll für Organisationsentwicklung und Personal eingesetzt werden.

Rocket Internet schließt ihren Wachstumskapitalfonds Rocket Internet Capital Partners Fonds bei einem Volumen von 1 Milliarde US Dollar (etwa 943 Millionen Euro). Der Fonds hat damit die Obergrenze erreicht. Das Geld soll in Unternehmen aus der Internetbranche investiert werden. Die Anleger investieren über den Fonds gemeinsam mit Rocket Internet, aber nicht in alle Beteiligungen der Internetschmiede. Für Rocket ist es ein Weg an neuen Unternehmen beteiligt zu sein, ohne die gesamte finanzielle Last stemmen zu müssen. Goldman Sachs International trat als Placement Agent auf. Rocket Internet wurde bei der Transaktion von Clifford Chance beraten.

Der Fahrradhersteller Mifa muss ein reguläres Insolvenzverfahren beginnen. Der Versuch, die Firma in Eigenverwaltung zu sanieren, ist gescheitert. Grund dafür ist, dass die Gesellschafter um die Familie Nathusius ihre Zusage für Massekredite in Höhe von 5 Millionen Euro zurückgezogen hätten, berichte die Nachrichtenagentur dpa. Mifa solle dennoch erhalten werden, die Belegschaft muss aber wohl verkleinert werden. Der Fahrradhersteller hatte erst Anfang des Jahres überraschend Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Gerade erst wurde ein neues Werk eröffnet. Vor zweieinhalb Jahren war das Unternehmen schon einmal in die Insolvenz gerutscht.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge werden die Börsenpläne für den Maschinenbauer Aumann weiter forciert. Der Eigentümer MBB, eine börsennotierte Beteiligungsholding, plane demnach den IPO seiner Tochter im April oder Mai. Offizielle Informationen wurden hierzu bisher nicht genannt.

Das Start-up Auctionata Paddle 8 muss ein vorläufiges Insolvenzverfahren anmelden. Das Portfoliounternehmen der German Startups Group ist ein Online-Auktionshaus für Kunst und Luxusartikel. Außerdem wird eine Trennung von Paddle 8 angestrebt, obwohl das US-Unternehmen erst 2016 bei Auctionata eingestiegen ist. Der Frühphaseninvestor German Startups Group muss derweil die vierte Gewinnwarnung in nur vier Wochen abgeben.

Die auf erneuerbare Energien spezialisierte Chorus Clean Energy, die im Herbst 2015 an die Börse gegangen ist, plant den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard. Dafür hat der Chorus-Vorstand den Antrag auf Widerruf der Zulassung im Prime Standard beschlossen.

Das Energieunternehmen 7C Solarparken aus Bamberg führt eine Kapitalerhöhung durch. Unter Ausschluss des Bezugsrechts für Aktionäre werden Aktien zu je 2,30 Euro platziert. Mit den insgesamt etwa 1, 8 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung will 7C Solarparken weiter wachsen und seine Eigenkapitalquote weiter stärken. Das Unternehmen wird bei der Transaktion von Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Thorsten Kuthe beraten.

Die französische Recylex Gruppe nimmt für die finanzielle Restrukturierung ihrer deutschen Tochtergesellschaften ein Darlehen von insgesamt 67 Millionen Euro auf. Das Darlehen wird von einem Bankenkonsortium auf Grundlage einer Landesbürgschaft des Landes Niedersachsen finanziert. Recylex wurde von White & Case beraten. Das Bankenkonsortium wurde von der Wirtschaftskanzlei Noerr beraten.

Ratingmeldungen

Moody´s hat seine Bewertung für den deutschen Maschinenbauer Kuka verbessert. Der Roboterbauer erhält ein langfristiges Emittenten-Rating von Baa3. Bislang wurde Kuka mit Ba1 bewertet. Die Begründung für die Hochstufung liegt in der mehrheitlichen Übernahme von Kuka durch den strategischen Investor Midea aus China. Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) beteiligt sich an der Finanzierung dieser Übernahme. Die ICBC wurde dabei von Herbert Smith Freehills beraten. Weitere Details der Finanzierung sind nicht bekannt.

Standard & Poor´s hat das Investmentgrade-Rating für das Immobilienunternehmen Conwert verbessert. Die Bewertung liegt nun bei BBB+, der Ausblick ist stabil. Vorher lag die Note bei BBB-. Begründet wird das bessere Rating mit der verbesserten Bonität Conwerts durch die Übernahme durch den Wettbewerber Vonovia.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.