Newsletter

Abonnements

Finanzierungen: IVG, Riemser Pharma, Qiagen

Das Büroimmobilienportfolio des Konzerns IVG könnte offenbar wieder an die Börse gehen.
IVG Immobilien

Immobilienkonzern IVG erwägt offenbar Börsengang

Die Eigentümer des Immobilienkonzerns IVG, die von Goldman Sachs angeführt werden, bereiten sich offenbar auf den Exit bei der Büroimmobiliensparte Officefirst vor. Sie erwägen einen Börsengang, der schon im Oktober stattfinden könnte, wie die FAZ berichtete. IVG hatte 2013 Insolvenz angemeldet und war von 20 Finanzinvestoren und Hedgefonds übernommen worden.

Nun wollen die Investoren das Portfolio, das 97 Büroimmobilien im Wert von 3,2 Milliarden Euro umfasst, möglichst erfolgreich veräußern. Dazu wird auch ein Komplettverkauf geprüft. Der Immobilienkonzern Alstria Office gilt als möglicher Kaufinteressent.

Riemser Pharma schließt Kredit über 286 Millionen Euro ab

Das Pharmaunternehmen Riemser Pharma hat mit der UBS einen neuen Kreditrahmen mit einem Volumen von 286 Millionen Euro abgeschlossen. Damit refinanziert das Unternehmen die Akquisitionsfinanzierung, die es im Rahmen der Übernahme durch den PE-Investor Ardian 2012 aufgenommen hatte. Die UBS wurde bei der Refinanzierung durch die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins unter Federführung von Alexandra Hagelüken beraten. Für Riemser Pharma war die Kanzlei Willkie Farr & Gallagher unter Leitung von Jan Wilms sowie Herter & Co. Financial Advisory beratend tätig.

Qiagen bereitet Aktienrückkauf vor

Das Biotechnologieunternehmen Qiagen plant ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von rund 250 Millionen US-Dollar (rund 221 Millionen Euro), wie das „Handelsblatt“ berichtete. Im Rahmen eines sogenannten synthetischen Aktienrückkaufs will Qiagen Anfang 2017 etwa 4 Prozent der ausstehenden Aktien zurückziehen und im gleichen Zuge Kapital an die Aktionäre ausschütten. Diese Art der Transaktion lässt sich schneller und effizienter abwickeln als ein klassischer Aktienrückkauf am Markt. Allerdings müssen die Anteilseigner der Änderung der Kapitalstruktur noch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober zustimmen.

Weitere Finanzierungen

Die Gothaer Allgemeine Versicherung kündigt mit Wirkung zum 29. September nachrangige fest und variabel verzinsliche Schuldverschreibungen in Höhe von 107,6 Millionen Euro. Damit macht die Versicherung Gebrauch von ihrem Kündigungsrecht der eigentlich 2026 fälligen Schuldverschreibungen.

Der Schweizer Konzern Leclanché, der Batteriespeicherlösungen anbietet, hat in einer Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 11,1 Millionen Schweizer Franken (rund 10,2 Millionen Euro) vier neue institutionelle Aktionäre gewonnen. Zudem haben die bestehenden Hauptaktionäre Bright Cap und Recharge ihre Anteile auf insgesamt 10,2 Prozent erhöht. Weiterhin haben die Anteilseigner ACE & Cie und Jade Crest Wandelanleihen in Höhe von 4,1 Millionen Schweizer Franken (rund 3,8 Millionen Euro) in Aktien konvertiert.

Die Insolvenz des Landwirtschaftsunternehmens KTG Agrar zieht weitere Kreise. Nach Produktionsproblemen bei KTG Energie musste nun das Tochterunternehmen NOA Naturoel Anklam Insolvenz anmelden. KTG Agrar begründet den Insolvenzantrag mit einer streitigen Steuernachforderung. Insgesamt hat KTG Agrar rund 1,9 Millionen Euro in Form von Eigenkapital, Genussrechten und Darlehen in NOA Naturoel Anklam investiert.

Der Brennstoffzellenhersteller SFC Energy plant eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von rund 1,5 Millionen Euro. In diesem Rahmen werden 436.045 neue Aktien bei HPE Growth Capital sowie einem deutschen Family Office platziert. Der Platzierungspreis beläuft sich auf 3,44 Euro je Aktie.

Das Unternehmen Pyrolyx, das auf die Rückgewinnung von Recovered-Carbon-Black aus Altreifen spezialisiert ist, bereitet eine Kapitalerhöhung vor. Pyrolyx will bis zu 45.455 neue Aktien zu einem Preis von je 11 Euro ausgeben.

Die Aktien des Uhrenhändlers Uhr.de werden in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse (Open Market, Entry Standard) einbezogen. Die Anteile sind außerdem in das Handelssystem Xetra aufgenommen worden. Der erste Kurs von Uhr.de lag bei 4,50 Euro. Die Small & Mid Cap Investmentbank agierte als Deutsche Börse Listing Partner.

Die Rocket-Internet-Beteiligung Delivery Hero hat neues Kapital aufgenommen, um das Wachstum seiner Premiummarke Foodora zu finanzieren. Es handelt sich um einen größeren zweistelligen Millionenbetrag. Dabei hat das Unternehmen sehr gute Konditionen erhalten, insbesondere angesichts eines abgekühlten Marktumfeldes für Start-up Finanzierung, sagt Delivery Hero.

In Deutschland schaffen weniger junge Unternehmen den Sprung an die Börse als von der Bundesregierung erhofft, wie eine Analyse von Barkow Consulting laut dem „Handelsblatt“ ergab. Eigentlich kam ein Gremium um Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass es jährlich 15 bis 20 erfolgreiche IPOs von Wachstumsunternehmen an deutschen Börsen geben sollte. Allerdings habe 2015 nur der IPO von Windeln.de die Kriterien erfüllt. Im aktuellen Jahr gab es bereits die Börsengänge von Brain, Senvion und MyBucks, die aber entweder ein geringes Volumen hatten oder aber nicht mehr als junges Wachstumsunternehmen gelten.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Creditreform hat den Ausblick für das Rating der Reederei Rickmers Holding von stabil auf negativ geändert. Die Bonitätsnote bleibt jedoch bei CCC bestehen. Die Anpassung erfolgte basierend auf den Halbjahreszahlen des Unternehmens.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022