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Finanzierungen: Merck, Evonik, Deutsche Bank

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck refinanziert eine bestehende ungenutzte und 2014 fällige Kreditlinie vorzeitig.
Merck

Merck refinanziert 2-Milliarden-Euro-Kreditlinie vorzeitig

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat erfolgreich eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 2 Milliarden Euro mit einem internationalen Bankenkonsortium abgeschlossen. Die Fazilität läuft fünf Jahre mit Verlängerungsoptionen für eine insgesamt siebenjährige Laufzeit. Der Konsortialkredit ersetzt nach Unternehmensangaben eine bestehende ungenutzte Kreditlinie über ebenfalls 2 Milliarden Euro, die 2014 ausgelaufen wäre.

Merck hat die Transaktion selbst koordiniert. 19 Banken sind an dem Konsortialkredit beteiligt, „was zu einer deutlichen Überzeichnung und entsprechender Rückstufung der Kreditzusagen geführt hat“, wie es heißt. „Der Abschluss der neuen Kreditlinie zeigt, dass Merck bei seinen Banken aufgrund seiner starken Aufstellung einen sehr guten Ruf genießt und man trotz der derzeitigen Finanzmarktturbulenzen eine langfristige Kreditzusage zu guten Konditionen erhalten kann“, sagte Matthias Zachert, CFO von Merck, in einer Mitteilung.

Die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s haben den Pharma- und Chemiekonzern in den vergangenen Monaten jeweils um eine Stufe hochgestuft. S&P beurteilt Merck nun mit A-, während Moody’s den Konzern bei Baa1 sieht. Bei beiden Ratings ist der Ausblick stabil.

Evonik platziert nach Ratingupgrade Bond

Der Spezialchemiekonzern Evonik hat erstmals seit 2009 den Anleihemarkt angezapft. Das kurz vor einem Börsengang stehende Unternehmen platzierte eine siebenjährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro und einem Kupon von 1,875 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Als Joint Bookrunner fungierten Citigroup, Commerzbank, Mitsubishi UFJ Securities und Societe Generale.

Den Emissionserlös will der Spezialchemiekonzern in die Rückzahlung der im Dezember 2013 fälligen Evonik-Degussa-Anleihe über 1,1 Milliarden Euro stecken. „Dank der siebenjährigen Laufzeit konnten wir die durchschnittliche Laufzeit unserer Anleihen zum Jahresende 2013 um mehr als zwei Jahre verlängern“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Colberg. Das führe zu einer weiteren Stärkung des Finanzprofils.

Damit hat Evonik die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, denn der Spezialchemiekonzern hat erst vor einigen Tagen durch Moody’s ein Ratingupgrade erfahren. Die Ratingagentur hat die Bonität des Spezialchemiekonzerns angehoben. Das Kreditrating von Evonik Industries wurde von Baa3 mit positivem Ausblick auf Baa2 mit positivem Ausblick erhöht. Die Agentur begründete den Schritt mit der robusten operativen Performance und dem geplanten Verkauf des Immobiliengeschäfts. CFO Colberg hatte das Ratingupgrade mit den folgenden Worten kommentiert: „Das verbessert auch unsere Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung.“ S&P beurteilt die Bonität von Evonik mit BBB+ und stabilem Ausblick.

S&P setzt Deutsche Bank auf Beobachtungsliste für Abstufung

Der Deutschen Bank droht nach der Anpassung ihrer Jahreszahlen 2012 eine Abstufung ihres Ratings. S&P hat die langfristige Bonitätsnote A+ für die Bank und mehrere Tochtergesellschaften auf die Beobachtungsliste für ein mögliches Downgrade gesetzt. Das Kurzfristrating A- hat die Ratingagentur mit Ausnahme der US-Tochter Deutsche Bank National Trust bestätigt.

Deutschlands größte Bank hatte vor einigen Tagen ihre Geschäftszahlen wegen höherer Rückstellungen im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit in den USA anpassen müssen. Der Jahresgewinn und die Kernkapitalquote fielen niedriger aus als zuerst kommuniziert.

„Wir glauben, dass die anhaltenden wirtschaftlichen, regulatorischen und rechtlichen Risiken die Entwicklung der Bank auch weiterhin belastet", erklärten die S&P-Analysten. Die Kapitalisierung der Bank liege trotz einer Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte noch unter der der Wettbewerber. Die Bonitätsnote könne nach der vollständigen Bewertung der künftigen Kapitalausstattung und Geschäftslage der Bank entweder bestätigt oder um eine Stufe gesenkt werden, hieß es weiter.

S&P stuft Klöckner auf B+ herunter

Die Ratingagentur S&P hat die Bonitätsnote für den StahlhändlerKlöckner & Covon BB- auf B+ gesenkt. Der Ausblick ist stabil. Der MDAX-Konzern hatte im vierten Quartal angesichts von Restrukturierungsaufwendungen und einer weiter schwachen Nachfrage höhere Fehlbeträge geschrieben als die Ratinganalysten zunächst angenommen hatten. Zudem geht die Ratingagentur davon aus, dass das Umfeld für die europäische Stahldistributionsbranche schwach bleibt. Die Analysten betonen jedoch, dass die Liquidität von Klöckner stark sei und das operative Geschäft sich in den Jahren 2013 und 2014 allmählich verbessern werde. Dies würde das Restrukturierungsprogramm des Konzerns unterstützt.

Weitere Finanzierungen

DieErdöl-Lagergesellschaft (ELG) hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Der Bond ist mit 2,75 Prozent verzinst. BNP Paribas, die Raiffeisenbank International und die UniCredit Bank Austria haben die Emission begleitet. ELG ist ein Gemeinschaftsunternehmen der vier Ölkonzernen OMV, BP Austria, Shell Austria und ENI Austria. OMV ist mit 55,6 Prozent Mehrheitseigentümer. BP Austria ist mit 23,1 Prozent beteiligt, Shell Austria mit 16,7 Prozent und ENI Austria mit 4,6 Prozent. ELG ist für die gesetzlich vorgegebene Absicherung der strategischen Ölreserven des österreichischen Staats verantwortlich.

Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka will eine im November 2010 ausgegebene, hochverzinsliche Anleihe über 200 Millionen Euro vorzeitig zurückkaufen. Der Schuldschein läuft eigentlich bis 2017, ist nach Angaben von Kuka aber schon 2014 kündbar. Bis Ende 2014 will der Roboter- und Anlagenbauer von diesem Recht Gebrauch machen. Die dadurch freiwerdenden Mittel von 18 Millionen Euro, die Kuka bislang für Zinsen bezahlt hatte, sollen nach Unternehmensangaben dann an die Aktionäre fließen.

Ropal Europe gibt eine Barkapitalerhöhung in Höhe von bis zu 150 Prozent des derzeitigen Grundkapitals. Der Preis für die neuen Aktien wurde auf 4,50 Euro je Anteilsschein festgelegt. Bei vollständiger Platzierung fließt der Gesellschaft eigenen Angaben zufolge ein Bruttoemissionserlös von rund 7,3 Millionen Euro zu.
Der Solarzulieferer Meyer Burger plant eine Kapitalerhöhung mit einem Mittelzufluss von 150 Millionen Schweizer Franken brutto.

Kapitalerhöhung der Pyrolyx wurde  vollständig gezeichnet.

Der Sachwalter von SiC Processing, Hubert Ampferl hat dem Amtsgericht Amberg die Masseunzulänglichkeit angezeigt. Damit müssten zunächst Altmasseverbindlichkeiten nicht mehr erfüllt werden, heißt es in einer Mitteilung.

Moody’s stuft EWE von A3 auf Baa1 herunter. Der Ratingausblick bleibt negativ.

Angesichts der geänderten Kapitalstruktur bestätigt Moody‘s die Bonitätsnoten und die Ratingausblicke von Takko.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.