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Finanzierungen: OMV, Krauss Maffei, Beate Uhse

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat eine Anleihe über 1 Milliarde Euro begeben.
OMV

OMV begibt Milliarden-Anleihe

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat eine Anleihe über 1 Milliarde Euro begeben. Der Bond hat eine Laufzeit von neun Jahren und einen Zinskupon von 1 Prozent. Laut einer Pressemitteilung von White & Case handelt es sich um die größte Anleiheemission in diesem Jahr im österreichischen Markt. Konsortialführer der Transaktion waren Commerzbank, Crédit Agricole, Mizuho International und Unicredit. Sie wurden von White & Case beraten.

Krauss Maffei vor Börsengang in China

Der chinesische Chemiekonzern Chemchina will sein Tochterunternehmen, den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss Maffei, an die chinesische Börse bringen. Dazu soll das Münchner Unternehmen in ein weiteres Tochterunternehmen von Chemchina eingebracht werden, das bereits an der Börse in Shanghai gelistet ist. Krauss Maffei verspricht sich von dem geplanten Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt weiteres Wachstum und eine Weiterentwicklung des Unternehmens. Chemchina hatte Krauss Maffei im April 2016 übernommen.

Beate Uhse ist pleite

Der Erotikhändler Beate Uhse ist insolvent. Das Unternehmen stellte am vergangenen Freitag einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Pleite des Mini-Bond-Emittenten kommt nicht überraschend. Ende Oktober hatte Beate Uhse eine Gewinnwarnung herausgegeben, davor mehr die Veröffentlichung des Geschäftsberichts verschoben. Auslöser der Insolvenz war das Scheitern bei der Umschuldung der Mittelstandsanleihe.

Befesa schließt Post-IPO-Finanzierung ab

Der Industrie-Recycler Befesa hat nach seinem Börsengang Anfang November mit einem Bankenkonsortium eine Post-IPO-Finanzierung abgeschlossen. Die 636 Millionen Euro schwere Finanzierung umfasst einen Institutional Term Loan B, eine revolvierende Kreditlinie sowie eine Garantielinie. Sie wurde hauptsächlich in Deutschland, Spanien und Südkorea besichert. BBVA, Banco Santander, Citigroup, Commerzbank und Goldman Sachs waren die Mandated Lead Arranger und Bookrunner der Transaktion. Das Bankenkonsortium wurde von White & Case (Federführung: Vanessa Schürmann) beraten.

Weitere Finanzierungen

Die Westfälische Drahtindustrie, ein Hersteller und Vertreiber von Drahtprodukten, hat sich refinanziert. Die neue 70 Millionen Euro schwere syndizierte Kreditvereinbarung besteht aus einer revolvierenden Kreditfazilität sowie einer Tilgungstranche. Der Kredit besitzt eine Laufzeit von drei Jahren und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Das Unternehmen aus Hamm hat die Finanzierung von einem Konsortium erhalten, das sich aus langjährigen Hausbanken sowie neu hinzugewonnenen Kreditinstituten zusammengesetzt hat. Herter & Co. hat die Westfälische Drahtindustrie bei der Transaktion beraten.

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat die Konditionen seines Term Loan B angepasst und ihn darüber hinaus um 50 Millionen Euro ausgeweitet. Dadurch besitzt der Term Loan B nun ein Volumen von 1,305 Milliarden Euro. Außerdem wird die Kreditmarge in einem ersten Schritt um 25 Basispunkte auf 300 Basispunkte plus Euribor sinken. Wenn bestimmte Parameter erfüllt sind, kann die Kreditmarge weiter auf 275 Basispunkte plus Euribor gesenkt werden. Tele Columbus beabsichtigt, durch die Transaktion die eigene finanzielle Flexibilität zu erhöhen. JP Morgan hat die Anpassung der Kreditkonditionen begleitet.

Das Schienenlogistikunternehmen VTG hat von der KfW Ipex-Bank einen langfristigen Kredit über 172 Millionen US-Dollar erhalten. Die Finanzierung ist als Unternehmensdarlehen mit Zweckbindung strukturiert. VTG will mit dem Geld für seine US-amerikanische Tochter VTG Rail 1.000 Güterwagen beschaffen. Die KfW Ipex-Bank, ABN Amro Capital USA und die DVB Bank haben die Finanzierung arrangiert, wobei die KfW Ipex-Bank als Facility Agent agierte.

Das städtische Wohnbauunternehmen Neuland Wohnungsgesellschaft hat zum ersten Mal ein Schuldscheindarlehen platziert. Der Schuldschein hat ein Volumen von 75 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben war das Angebot überzeichnet. Die Neuland Wohnungsgesellschaft will die Mittel unter anderem zur Finanzierung von Neubauprojekten und zum Kauf von Grundstücken nutzen.

Der österreichische Gummikonzern Semperit hat mit der B&C Holding, einer Tochtergesellschaft des Kernaktionärs B&C Industrieholding, einen Vertrag über eine Hybridkapital-Linie abgeschlossen. Die Linie hat ein Volumen von 150 Millionen Euro und wird mit 5,25 Prozent verzinst. Die Bereitstellungsgebühr liegt bei 1,75 Prozent. Die nachrangige Verbindlichkeit besitzt darüber hinaus eine unbegrenzte Laufzeit. Sie kann von Semperit bis Ende des kommenden Jahres bei Bedarf in mehreren Tranchen gezogen werden. Mit der Transaktion will das österreichische Unternehmen seine Bilanzstruktur stärken. Dadurch werde die Finanzierung von erforderlichen Investitionen für den eigenleiteten Transformationsprozess des Unternehmens abgesichert.

Nachdem im September dieses Jahres erstmals eine Forderung gegen den insolventen Stromanbieter Teldafax über die Online-Forderungsbörse Debitos an einen englischen Investor verkauft werden konnte, beabsichtigt der gleiche Käufer nun ein weiteres Mal Ansprüche gegen das Troisdorfer Unternehmen aufzukaufen. Der nicht namentlich genannte Investor wird Ansprüche ab einem Nominalwert von 100.000 Euro erwerben. Dabei bietet er den Gläubigern einen Kaufpreis von 20 Prozent des ursprünglichen Forderungswerts. Teldafax befindet sich seit 2011 in einem Insolvenzverfahren.

Die Beteiligungs-Holding TTL Information Technology plant, Wandelschuldverschreibungen im Umfang von rund 9 Millionen Euro unter Ausschluss der Bezugsrechte zu begeben. Der Aufsichtsrat muss der Transaktion noch zustimmen. Die Wandelschuldverschreibungen sollen eine Laufzeit von fünf Jahren besitzen und mit 3,5 Prozent verzinst werden. Anfänglich sollen sie zu einem Wandlungspreis von 2,60 Euro je Aktie in bis zu 3,475 Millionen TTL-Aktien wandelbar sein. Vorgesehen ist, dass drei Minderheitsgesellschafter der AIRE Asset Investments in Real Estate Beteiligungs GmbH die Papiere zeichnen und im Gegenzug eine 25-Prozent-Beteiliung an AIRE einbringen. TTL hält bereits 51 Prozent an AIRE. Durch die Transaktion will das Münchener Unternehmen seine mittelbare Beteiligung an der Investment- und Asset-Management-Plattform GEG German Estate Group ausbauen, denn AIRE hält derzeit mittelbar 20,5 Prozent der Anteile an der GEG.

Das Frankfurter Energie-Start-up Node Energy hat sich eine Seed-Finanzierung über 775.000 Euro gesichert. Zu den Investoren gehörten der High-Tech Gründerfonds sowie fünf branchen- und technologieerfahrene Business Angels. Mit dem Geld will Node Energy zusätzliche Mitarbeiter einstellen, die Software-Plattform weiterentwickeln und den Markteintritt in Deutschland angehen.

Der österreichische Softwarekonzern Fabasoft hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. In Zuge dessen platzierte das Unternehmen 1 Million neue Aktien im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens bei institutionellen Investoren. Der Platzierungspreis lag bei 12,30 Euro je Aktie. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Durch die Kapitalerhöhung fließt Fabasoft brutto ein Emissionserlös von 12,3 Millionen Euro zu. Nach eigenen Angaben war das Angebot überzeichnet. Daher hat sich die Mehrheitsaktionärin der Österreicher, die Fallmann & Bauernfeind Privatstiftung, dazu entschlossen, 800.000 der von ihr gehaltenen Fabasoft-Aktien an bei der Zuteilung nicht berücksichtigte Anleger zum Platzierungspreis zu verkaufen. Der Erlös der Kapitalerhöhung dient der Stärkung der Eigenkapitalbasis. M.M. Warburg hat die Transaktion begleitet.

Das Immobilienunternehmen Deutsche Industrie Grundbesitz ist nun an der Börse Berlin gelistet. Der Börsengang erfolgte im Zuge eines technischen Listings. Dabei wurden rund 15 Millionen Aktien zum Handel im regulierten Markt zugelassen. Oddo BHF agierte bei der Transaktion als Listing Agent und wurde von Noerr beraten.

Der Bahntechnikkonzern Vossloh hat sich refinanziert und sich einen neuen Konsortialkredit über 150 Millionen Euro gesichert. Dieser läuft bis November 2022 und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Darüber hinaus kann das Kreditvolumen um weitere 150 Millionen Euro aufgestockt werden. Mit dem neuen Konsortialkredit löst Vossloh den im Jahr 2015 abgeschlossenen Konsortialkredit ab. Das Bankenkonsortium, das den Kredit zur Verfügung gestellt hat, bestand aus acht Teilnehmern.

Ratingmeldungen

S&P verbessert den Ausblick des Ratings des Immobilienkonzerns Adler Real Estate von stabil auf positiv. Das Rating bleibt bei BB. In ihrer Begründung verweist die Ratingagentur unter anderem auf die zuletzt begebene unbesicherte Unternehmensanleihe über 800 Millionen Euro, wodurch Adler Real Estate ein besichertes Schuldscheindarlehen refinanzieren konnte.

Moody’s hat sämtliche Ratings von Trionista Topco zurückgezogen. Trionista Topca ist die Zwischenholding des Energiedienstleisters Ista. Betroffen sind das Unternehmensrating der Note B1 sowie das Ausfallwahrscheinlichkeitsrating von B1-PD. Grund für den Schritt sind Istas eigenen Geschäftsentwickungen. Ista wurde von zwei aus dem Konglomerat des asiatischen Milliardärs Li Ka-shing übernommen. Im Zuge dessen wurden alle Fremdkapitalinstrumente zurückgezahlt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.