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Finanzierungen: Rickmers, Deutsche Forfait, DREF

Die Reederei Rickmers erhält einen neuen Kredit über 1,28 Milliarden Euro.
Stewart Sutton/Thinkstock/Getty Images

Rickmers strukturiert Kredite neu

Die Reederei Rickmers hat eine Refinanzierung von 1,28 Milliarden Euro mit seinen Kernbanken vereinbart. Das Unternehmen hat dabei seinen Hausbankenkreis von zwölf auf sieben reduziert und bestehende Darlehen um drei Jahre verlängert. Die Kreditmarge über dem Referenzzinssatz bleibt dabei stabil, erklärte Rickmers-CFO Mark-Ken Erdmann gegenüber FINANCE.

Darüber hinaus wurden die Vertragsbedingungen der Kredite überarbeitet. Zum Beispiel fällt in Zukunft die Klausel weg, die Rickmers davon abhält, Investitionen von mehr als 10 Millionen US-Dollar im Jahr zu tätigen. Laut Aussage des Konzerns wurden weitere Restriktionen aufgehoben und durch ein „stärker wachstumsorientiertes Bank Covenant Konzept“ ersetzt. Rickmers plant außerdem sein Eigenkapital zu stärken und hat nach eigenen Angaben, die Vorbereitungen dafür konkretisiert.

Deutsche Forfait einigt sich auf Besicherungskonzept

Die Deutsche Forfait hat sich mit den beteiligten Banken auf ein Besicherungskonzept der Anleihe geeinigt. Es soll eine gleichrangige Besicherung der Anleihe und der kreditgebenden Banken geben. Die dem Sanierungsgutachten entsprechende Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital in Höhe von bis zu 15 Millionen Euro sowie Banklinien von bis zu 7,5 Millionen Euro sollen hingegen vorrangig besichert werden.

Von dem Konzept nicht betroffen sind weitere Sicherheiten, die für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs erforderlich sind. Mehr Infos und Hintergründe zur Restrukturierung der Finanzen der Deutschen Forfait finden Sie auf unserer FINANCE-Themenseite.

DREF plant Bondemission für studentisches Wohnen

Die Deutsche Real Estate Funds (DREF) will eine besicherte Anleihe zur Finanzierung von Studentenwohnheimen begeben. Damit will die Gesellschaft rund 100 Millionen Euro einsammeln, die für den Kauf und die Renovierung von Studentenwohnheimen in Deutschland gedacht sind. Der Bond soll über das Emissionsvehikel Deutscher Studenten Wohn Bond begeben werden, das auch als Eigentümer der Wohnheime dient. Die Emission stellt nach Aussage der DREF in Deutschland „ein absolutes Novum“ dar. Der erstrangig grundschuldrechtlich besicherte Bond soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Den Kupon hat die Immobiliengesellschaft noch nicht bekanntgegeben. Als Bookrunner bei der Transaktion fungiert die IKB Deutsche Industriebank.

Ziel der DREF ist es, studentisches Wohnen als eigene Asset-Klasse im Immobilienbereich zu etablieren. Im Hinblick auf die neuen Investitionsvorhaben sind zwei neue Gesellschafter in die DREF eingestiegen. Die Londoner Immobilienfondsgesellschaft Internos Global Investors und das britische Family Office Somerston steigen zusammen mit 27,5 Prozent ein. Die Mehrheit der Anteile verbleibt bei der Bauer-Gruppe.

Weitere Finanzierungen

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac zieht Medienberichten zufolge einen Börsengang in Erwägung. Nach dem Einstieg von Bill Gates in das Unternehmen in der vergangenen Woche könnte auch ein IPO in Deutschland in Frage kommen, sagte der Hauptgesellschafter und SAP-Gründer Dietmar Hopp in einem Interview. Bill Gates investierte über die Bill-&-Melinda-Gates-Stiftung 46 Millionen Euro in das Unternehmen. Hopp beteiligte sich über das Vehikel dievini Hopp BioTech mit weiteren 21 Millionen Euro an der Kapitalerhöhung.

Die Immobiliengesellschaft Grand City Properties stockt ihre Hybridanleihen um 250 Millionen Euro auf. Damit beläuft sich das Gesamtvolumen der Emission auf 400 Millionen Euro. Zunächst hatte die Gesellschaft Bonds über 150 Millionen Euro platziert. Die neuen Anleihen wurden zu einem Ausgabepreis von 97,04 Euro bei institutionellen Investoren platziert. Mit den neuen Mitteln will Grand City Properties Wachstum durch M&A-Deals finanzieren.

Das IT-Unternehmen SNP Schneider-Neureither & Partner plant eine Anleihe mit einem Volumen von bis zu 20 Millionen Euro zu emittieren. Der Bond soll einen Kupon von 6,25 Prozent haben und über fünf Jahre laufen. Die Papiere werden qualifizierten Investoren ausschließlich im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten. Mit dem eingesammelten Geld sollen vor allem Akquisitionen finanziert werden. Youmex Invest wird die Transaktion durchführen.

Der Kabelnetzbetreiber Unity Media hat eine neue Anleihe über 700 Millionen Euro begeben. Der Bond wird mit 3,75 Prozent verzinst und läuft bis 2027. Als Bookrunner fungierten die RBS, Credit Suisse, UBS, Citigroup und JP Morgan.

Der Schweizer Agrarkonzern Syntega hat einen Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Das Papier läuft bis 2027 und hat einen Kupon von 1,25 Prozent. Die Transaktion wurde von HSBC, Credit Agricole und Citigroup begleitet.

Ebenfalls aus der Schweiz kommt die neue Anleiheemission des Pharmakonzerns Roche. Der Bond über 600 Millionen US-Dollar wird mit 2 Prozent verzinst. Das Papier läuft bis 2020. Die Deutsche Bank und UBS waren als Bookrunner mandatiert.

Das Einkaufs- und Logistikunternehmen HPI hat eine Kapitalerhöhung über bis zu 4 Millionen Euro beschlossen. Die Gläubigerversammlung stimmte dem zu, nachdem der Vorstand sie über einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals informiert hatte. Das Bezugsrecht bei der Erhöhung ist ausgeschlossen. Darüber hinaus stimmten sie einer weiteren Stundung der Zinsen der 2011 begebenen Unternehmensanleihe mit Laufzeit bis 2016 zu. Ebenso stimmten sie einer Neufassung der Anleihebedingungen zu, die den Bond, der bisher mit 9 Prozent verzinst war, in eine Anleihe mit unbefristeter Laufzeit und einem auf 3,5 Prozent reduzierten Zinssatz wandelt. Nach Angaben des Unternehmens ist die HPI damit mit dem Restrukturierungsprozess ein weiteres Stück vorangekommen, Verhandlungen mit wesentlichen Gläubigern stünden jedoch noch aus. Der Vorstand plant ab 2016 wieder positive Konzernergebnisse zu erzielen.

Simplesurance, ein Anbieter für eCommerce-Cross-Selling-Lösungen für die Versicherungswirtschaft, hat eine neue Kapitalerhöhung über 8 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Mit der Serie-B-Finanzierung hat das Unternehmen seit seiner Gründung 2012 insgesamt über 11,5 Millionen US-Dollar eingesammelt. Neben einigen Altgesellschaftern wie den Rheingau Founders haben sich auch zwei neue Investoren beteiligt. Es handelt sich dabei um die Venture-Capital-Gesellschaft Route 66 und einen an der New Yorker Börse gelisteten Versicherungskonzern, der zu denFortune 500gehört. Das Unternehmen will mit den neuen Mitteln die Internationalisierung und den Ausbau des Produktportfolios finanzieren.

Der britische Investor Rockspring Property Investment Managers refinanziert ein Darlehen der Landesbank Hessen-Thüringen über 140,8 Millionen Euro. Mit dem Kredit wurde ein Immobilienportfolio in Deutschland finanziert. Die Investmentgesellschaft wurde dabei von Clifford Chance unter Federführung von Beda Wortmann beraten.

Das Berliner Start-Up Outfittery erhält ein Direktinvestment von dem skandinavischen Investor Northzone. Die Höhe der Finanzierung ist nicht bekannt. Mit dem neuen Kapital soll die Expansion des auf Männerkleidung spezialisierten Onlinemodehändlers weiter vorangetrieben werden. Der Lead Investor Northzone wurde von einem Orrick-Team unter Federführung von Albrecht von Breitenbuch beraten.

Die österreichische S Immo hat beschlossen den Inhabern der Genussscheine von S Immo Invest ein Umtauschangebot zu machen. Sie können die Genussscheine zu einem Umtauschkurs von 85 Euro in Anleihen im Nominalbetrag von 500 Euro umtauschen. Der Bond wird mit 3,25 Prozent verzinst und läuft über 10 Jahre. Die Genussscheine können auch gegen einen Barkaufpreis von 85 Euro abgegeben werden. Bis zu 705.882 Genussscheine will die Gesellschaft so erwerben, was etwa 62,43 Prozent des ausstehenden Genussscheinkapitals entspricht. Das Angebot soll voraussichtlich Mitte März veröffentlicht werden.

Die Beteiligungsgesellschaft HQ Life hat Verträge mit einem Rohstoffunternehmen zur Durchführung einer Sachkapitalerhöhung unterzeichnet. In einem nächsten Schritt werden die einzubringenden Rohstoffe von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer bewertet werden.

Der Immobilienprojektentwickler UBM Realitätenentwicklung plant eine im Juli 2014 begebene Anleihe aufzustocken. Die Bonds über 25 Millionen Euro sollen im Rahmen einer Privatplatzierung begeben werden.

Five Arrows Principal Investments, das Beteiligungsgeschäft von Rothschild Merchant Banking, gibt das erste Closing des Five Arrows Principals Investments II Fonds bekannt. Für den Fonds liegen derzeit externe Kapitalzusagen  über 493 Millionen Euro vor. Zusammen mit Zusagen von Mitarbeitern erreicht der Fonds ein Volumen von 508 Millionen Euro. 700 Millionen Euro sind angestrebt. Der Fonds ist auf Investitionen in den kleineren europäischen Mittelstand fokussiert.

Der Anbieter für alternative Investments im Bereich der Sozialimmobilie INP hat das Beteiligungsangebot "21. INP Deutsche Pflege Portfolio" vollständig platziert. Das Kapital beträgt 12,3 Millionen Euro. INP hat in drei stationäre Pflegeeinrichtungen mit unterschiedlichen Betreibern investiert.

Ratingmeldungen

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus erhält ein B2-Unternehmensrating von Moody’s und ein B3-PD Kreditausfallrating. Die erstrangigen Kreditfazilitäten über 500 Millionen Euro des Unternehmens bewertet die Ratingagentur ebenfalls mit B2. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Damit bestätigt die Agentur die vorläufigen Bewertungen aus dem Oktober 2014. Tele Columbus ist zu Beginn des Jahres an die Börse gegangen. Der Erlös des IPOs war höher als Moody’s erwartet hatte. Durch die neuen Mittel verbessere das Unternehmen die Cash Position und erhalte mehr Spielraum für Wachstum oder neue Akquisitionen, so die Agentur.

Moody’s hat die geplante ABS-Transaktion von Swiss Auto Lease vorläufig bewertet. Die M Class A Notes erhalten ein Aaa-Rating, die M Class B Notes werden mit Aa3 bewertet. Beide Papiere haben eine Laufzeit bis März 2025.

Creditreform senkt das Rating von Ekotechnika von CCC auf CC. Das Unternehmen ist die deutsche Holding der Ekoniva Technika, einem der größten Händler für Landmaschinen und -technik in Russland. Grund für die Herabstufung sind nach Angaben der Ratingagentur die schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Russland und die dadurch schwächere Entwicklung des Geschäfts.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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