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Finanzierungen: Rocket Internet, Deutsche Wohnen, Hapag-Lloyd

Die Deutsche Wohnen hat erstmals eine Unternehmensanleihe begeben. Damit schließt Andreas Segal ein dreiteiliges Refinanzierungsprogramm ab.
Deutsche Wohnen

Rocket Internet platziert Wandelanleihe

Der Internetkonzern Rocket Internet hat seine Ankündigung wahr gemacht und eine Wandelschuldverschreibung über 550 Millionen Euro begeben. Die nun platzierten Papiere haben eine Laufzeit von sieben Jahren, werden mit 3 Prozent verzinst und können in rund 11,57 Millionen Aktien umgewandelt werden, was rund 7,01 Prozent des Grundkapitals entspräche, schreibt die Berliner Start-up-Schmiede.

Der Wandlungspreis beträgt rund 47,54 Euro je Schuldverschreibung und enthält eine Prämie von 35 Prozent auf den Kurs der Rocket-Aktie vom 14. Juli. Die Erlöse will Rocket Internet in seine vielversprechendsten Portfoliounternehmen stecken, oder aber neue Unternehmen gründen. Sole Bookrunner der Transaktion war J.P. Morgan Securities.

Deutsche Wohnen begibt erste Unternehmensanleihe

Die Deutsche Wohnen hat ihre erste Unternehmensanleihe begeben. Der über sieben Jahre laufende Bond mit einem Gesamtnennbetrag von 500 Millionen Euro wird mit 1,375 Prozent jährlich fest verzinst. Moody’s hat der Anleihe ein Rating von A3 erteilt, Standard & Poor’s schätzt die Anleihe als BBB+ ein. Bookrunner der aktuellen Transaktion waren die Deutsche Bank, Société Générale, UBS Investment Bank, Unicredit und Goldman Sachs.

Mit der Debütanleihe hat Deutsche Wohnen-CFOAndreas Segaleine Refinanzierung über 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Teil des Programms waren auch die bestehender Finanzverbindlichkeiten durch neue Bankkredite im Wert von 650 Millionen Euro. Zudem hatte Rocket bereits bestehende Darlehen aus der zuletzt erfolgten Kapitalerhöhung getilgt.

Hapag-Lloyd plant angeblich IPO

Die Gerüchte reißen nicht ab: Die Reederei Hapag-Lloyd nimmt offenbar wieder Kurs auf die Börse, und das schon in diesem Jahr. Deutsche Bank, Goldman Sachs und Berenberg seinen mit dem IPO beauftragt, berichtete Reuters unter Berufung auf Insider sowie einen Bericht der Agentur „Dow Jones“.

Der Reedereikonzern, an dem auch die Stadt Hamburg mit rund 23 Prozent beteiligt ist, wolle demnach im Herbst einen Minderheitsanteil an die Börse bringen. Dabei könnte Hapag-Lloyd mit über 5 Milliarden Euro bewertet werden. Das Schifffahrtsunternehmen hatte sich im vergangenen Jahr mit der chilenischen Reederei CSAV zusammengeschlossen. Seit Anfang April ist der Chilene Nicolas Burr CFO des Unternehmens. Er könnte nun vor seiner ersten großen Aufgabe stehen.

United Initiators erhält frisches Kapital

Ein Bankenkonsortium aus HSBC, GE Corporate Finance Bank, Bank of Ireland, ING Bank und Investec Bank hat United Initiators, einem Hersteller von Spezialchemikalien, rund 115 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen mit Sitz in Pullach bei München bestehende Darlehen ablösen. Außerdem ist eine Ausschüttung an die Anteilseigner geplant.

Beraten wurden die kreditgebenden Banken bei der Finanzierung durch ein Team der Kanzlei Ashurst. Federführend war Sebastian Schoon. United Initiators wurde durch Freshfields unter Federführung von Yorck Jetter begleitet.

IPO der PBB geglückt

Pbb Deutsche Pfandbriefbank ist planmäßig an der Frankfurter Börse gestartet. Allerdings lag der Platzierungspreis des Nachfolgeinstituts der Hypo Real Estate mit je 10,75 Euro exakt am unteren Ende der angestrebten Spanne. Die Aktie startete jedoch mit Gewinn in den Handel: Der erste Kurs der Anteile betrug 11,45 Euro und war damit 6,5 Prozent höher als der Emissionspreis.

Insgesamt hat der IPO etwas mehr als 1,1 Milliarden Euro an Emissionserlösen eingespielt. Damit ist der Pbb der bislang größte Börsengang des Jahres geglückt. Als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners waren Citigroup Global Markets und Deutsche Bank mandatiert. Zu den Joint Bookrunners zählten außerdem J.P. Morgan Securities, Commerzbank und Berenberg. Die HRE Holding wurde von Sherman & Sterling und Hengeler Mueller beraten.

Weitere Finanzierungen

Das Beteiligungsunternehmen German Startups Group zögert seinen Börsengang hinaus. Die Angebotsfrist wurde bis zum 21. Juli verlängert, wie das Unternehmen mitteilte. Auch Unternehmen wie der Windparkbetreiber Chorus Clean Energy und das Modeunternehmen CBR Fashion haben ihre Börsenpläne im Zuge der Griechenlandkrise bereits auf Eis gelegt. German Startups hofft nun wohl darauf, dass sich die Bedingungen durch die sich entspannende Lage rund um einen Grexit verbessern wird.

Die Deutsche Forfait konnte im Rahmen ihrer Barkapitalerhöhung bislang nur 884.722 Aktien zu einem Preis von 1,3 je Aktie platzieren. Allerdings hätten bis zu 6,8 Millionen Aktien ausgegeben werden sollen. Nun soll die Kapitalmaßnahme über eine anschließende Privatplatzierung „noch zu einem erfolgreichen Abschluss“ gebracht werden, teilte der strauchelnde Exportfinanzierer mit.

Der Energiekonzern EnBW hofft anscheinend auf ein Delisting der ZEAG Energie, an der EnBW eine Mehrheit von über 98 Prozent hält. Wegen des geringen Streubesitzes sei der mit der Börsennotierung verbundene Aufwand nicht mehr gerechtfertigt. EnBW habe daher empfohlen, die Aktien aus dem Handel an der Stuttgarter Börse zu nehmen, wie ZEAG mitteilte. Für diesen Fall will EnBW den übrigen Anteilseignern ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot machen.

Accentro Real Estate (ARE) hat alle noch ausstehenden Schuldverschreibungen der Wandelanleihe vorzeitig gekündigt. Das Papier wäre ursprünglich bis 2017 gelaufen. Als Grund gibt das Unternehmen die Geringfügigkeit des noch ausstehenden Nennbetrags an. Rückzahlung erfolge am 18. September 2015. Genauere Zahlen zum Nennbetrag nannte ARE nicht.

Der Investor Praesidian Capital Europe hat dem Laborunternehmen Medical Laboratory Bremerhaven 8,5 Millionen Euro in Form von vorrangigen Darlehen zur Verfügung gestellt. Damit soll das Unternehmen rekapitalisiert werden. Außerdem sollen kleinere Zukäufe ermöglicht werden.

Die HSH Nordbank stellt dem von Orion Capital Managers beratenen Fonds Orion European Real Estate Fund IV rund 82 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden der Ankauf und die Renovierung des Wiesbadener Einkaufszentrums Lilien-Carré finanziert. Beraten wurde die HSH bei der Transaktion von Taylor Wessing, für Orion Capital Managers war Freshfields Bruckhaus Deringer tätig.

Der Arzneimittelhersteller Biotest hat im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung einen Aktiensplit im Verhältnis 1:3 umgesetzt. Das Grundkapital des Unternehmens beträgt künftig rund 39,6 Millionen Euro und ist unterteilt in etwa 19,8 Millionen Stammaktien und 19,8 Millionen Vorzugsaktien. Die Biotest-Aktionäre erhalten ohne Zuzahlung zwei weitere Aktien für jeden ihrer Anteile. Die Maßnahme soll den Handel der Aktie fördern.

Das Biotechnologieunternehmen Curetis erwägt einen Börsengang, wie das schwäbische Unternehmen bekanntgab. Allerdings zieht es den Molekulardiagnostikanbieter wohl nicht nach Frankfurt, sondern nach Amerika, denn Curetis benötigt die Finanzmittel, um eine Vertriebsorganisation in den USA aufzubauen. Derzeit denke das Unternehmen aber noch über verschiedene Finanzierungsoptionen nach.

Lotto24 hat eine Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht mit einem Bruttoemissionserlös von knapp 7,7 Millionen Euro abgeschlossen. Ausgegeben wurden rund 2,2 Millionen neue Aktien zu einem Preis von je 3,49 Euro. Die Anteile wurden vollständig von den Altaktionären Othello Vier Beteiligungs GmbH & Co. KG sowie von Jens Schumann gezeichnet. Die Transaktion wurde von M.M. Warburg & Co. begleitet.

Grenkeleasing hat seinen Aktienbestand von Inhaber- auf Namensaktien umgestellt. Die Umstellung hat keinen Einfluss auf die Beteiligung oder die Rechte der Aktionäre.

Wegen des schwierigen Kapitalmarktumfelds haben die Unternehmen Parkstadt Center und Parkstadt Hotel die Zeichnungsfrist für ihre besicherte Immobilienanleihe bis zum 20. Juli verlängert. Lead Manager und Bookrunner ist die Equinet Bank.

Das Finanzunternehmen KFM Deutscher Mittelstand hat Änderungen im Portfolio seines Deutschen Mittelstandsanleihen Fonds vorgenommen. Die mit 8,75 Prozent verzinste Douglas-Anleihe wurde neu in das Portfolio aufgenommen. Außerdem hat der Fonds die Positionen an Anleihen der Unternehmen Mitec Automotive, Alba Group, Ferratum Capital Germany und Gewa 5 to 1 aufgestockt. Reduziert wurden die Positionen an Anleihen von Helma Eigenheimbau, Bastei Lübbe, KTG Energie und German Pellets.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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