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Finanzierungen: ThyssenKrupp, Deutsche Wohnen, SHW

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat mit einer Benchmark-Anleihe 1,35 Milliarden Euro eingesammelt.
© ThyssenKrupp AG, http://media.thyssenkrupp.com/images/press/thyssenkrupp_p_1298.jpg

ThyssenKrupp sammelt 1,35 Milliarden Euro ein

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat im Rahmen des „10 Mrd Euro Debt Issuance Programmes“ eine Dual Tranche-Anleihe über 1,35 Milliarden Euro begeben. Die erste Tranche über 750 Millionen Euro läuft bis November 2020 und wird mit 1,75 Prozent verzinst. Die zweite Tranche mit einem Volumen von 600 Millionen Euro hat einen Kupon von 2,5 Prozent und läuft bis Februar 2025.

Die Neuemission soll dazu dienen, das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden zu verlängern und den Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix zu stärken, teilt das Unternehmen mit. BayernLB, Citi, Commerzbank und UniCredit Bank haben die Transaktion begleitet. ThyssenKrupp hat im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von rund 41 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Deutsche Wohnen erhält Brückenfinanzierung für M&A-Deal

Die Deutsche Wohnen sichert sich eine Brückenfinanzierung für den geplanten Milliarden-M&A-Deal. Die Immobiliengesellschaft will den österreichischen Wettbewerber Conwert für 1,2 Milliarden Euro übernehmen. Dafür erhält sie von UBS und Goldman Sachs eine Finanzierung über 900 Millionen Euro. Die Immobiliengesellschaft will damit neben einem Teil des Kaufpreises auch die Übernahme von bestehenden Wandelschuldverschreibungen der Conwert finanzieren. Die Banken wurden bei der Transaktion von Clifford Chance beraten.

Moody’s bestätigt außerdem nach dem Übernahmeangebot an die österreichische Conwert das Baa1-Rating der Deutsche Wohnen. Der Ausblick ist stabil. Nach Einschätzung der Ratingagentur wird die Übernahme das Kernportfolio der Gesellschaft stärken und zur Diversifikation beitragen.

SHW platziert Kapitalerhöhung um 10 Prozent

Der Autozulieferer SHW hat eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent durchgeführt und damit 24,6 Millionen Euro eingesammelt. Die Platzierung erfolgte wenige Tage nach dem das Unternehmen positive Zahlen veröffentlicht hatte. Im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens konnten institutionelle Investoren in einer Privatplatzierung Aktien zu 42 Euro pro Stück zeichnen. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen.

Mit dem Erlös will SHW hauptsächlich seine Kapazitäten für einen neuen Großauftrag ausbauen und das internationale Wachstum vorantreiben. Weiterhin führt das Aalener Unternehmen derzeit Joint-Venture-Gespräche und prüft Produktionserweiterungen. Die Transaktion wurde von der Commerzbank als Sole Global Coordinator und zusammen mit der Unicredit Bank als Joint Bookrunner begleitet.

NTT Com Security sammelt 23,4 Millionen Euro ein

Die NTT Com Security hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen und rund 3,8 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 6,15 Euro platziert. Dem Unternehmen fließen dadurch vor Kosten etwa 23,4 Millionen Euro an neuen Mitteln zu. Diese sollen zur „Wiederherstellung eines angemessenen Eigenkapitals“ verwendet werden, teilt das Unternehmen mit. Investitionen hatten das konsolidierte Eigenkapital vollständig aufgezehrt, schreibt NTT. Außerdem soll mit dem Erlös das wachsende Umsatzvolumen sowie mögliche Akquisitionen finanziert werden.

Weitere Finanzierungen

Die Backwerk-Gruppe hat einen neuen Konsortialkredit aufgenommen. Zum Bankenkonsortium gehören DZ Bank, HSBC Trinkaus & Burkhardt , Idinvest Partners und The Governor and Company of the Bank of Ireland. Clifford und Chance hat die Banken unter Federführung von Partnerin Alexandra Hagelüken beraten. Über die Höhe des Kredits ist nichts bekannt.

Der Finanzinvestor The Riverside Company erhält eine Finanzierung von Berenberg für die Übernahme von Bike24. Über den Kaufpreis und das Finanzierungsvolumen wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Team von Ashurst unter Federführung von Bernd Egbers hat Berenberg bei der Transaktion beraten. Riverside hatte Allen & Overy mit Partner Walter Uebelhoer mandatiert.

PipesBox, Entwickler einer Smart-Home-Plattform, erhält eine Brückenfinanzierung von Mobile Ventures, der Venture Capital Gesellschaft von Drillisch. Die Finanzierung soll dem Start-Up-Unternehmen zur Zwischenfinanzierung dienen. Im ersten Halbjahr 2015 ist eine A-Finanzierungsrunde geplant. Mobile Ventures wurde bei der Transaktion von DLA Piper um den Partner Florian Hirschmann beraten.

Der Energieversorger Naturstrom hat in einem Zeitraum von knapp zwei Monaten ein Nachrangdarlehen über 10 Millionen Euro platziert. Der Energieversorger verzinst das Darlehen mit 3,25 Prozent. Die neuen Mittel will das Unternehmen für die kurzfristige Baufinanzierung von genehmigten Öko-Kraftwerken verwenden.

Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche hat eine Anleihe über 1 Milliarde Euro begeben. Das Papier läuft bis 2025 und hat einen Kupon von 0,875 Prozent. Die Transaktion wurde von BNP Paribas, Unicredit und Santander begleitet.

Die Städte Bochum, Essen, Herne, Remscheid, Solingen und Wuppertal haben gemeinsam eine Städteanleihe emittiert. Es ist bereits die zweite NRW Städteanleihe, die am Kapitalmarkt platziert wurde. Der Bond hat ein Volumen von 500 Millionen Euro. Der größte Teil des Geldes geht mit 40 Prozent an die Stadt Essen. 25 Prozent erhält Bochum. Jeweils 10 Prozent bekommen Herne, Solingen und Wupperteil. Remscheid bezieht mit 5 Prozent den kleinsten Teil.  Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit 1,125 Prozent verzinst. Gezeichnet wurde der Bond vor allem von Banken, Sparkassen, und Fonds im In- und Ausland. Deutsche Bank, Helaba, HSBC, HypoVereinsbank/UniCredit und WGZ Bank haben die Transaktion begleitet.

Die Gläubiger der Deutschen Forfaithaben einer Restrukturierung der Mittelstandsanleihe zugestimmt. Sie haben dem Exportfinanzierer in der Gläubigerversammlung allerdings noch einige Änderung abgerungen. Das Unternehmen wollte den Zinssatz der Mittelstandsanleihe rückwirkend zum Mai 2014 bis Ende der Laufzeit 2020 von 7,785 Prozent auf 2 Prozent senken. Die Gläubiger haben nun jedoch durchgesetzt, dass der Zins spätestens zum Zinstermin 2018 sowie für die darauf folgenden Jahre wieder auf den ursprünglichen Wert angehoben wird.

Die SE Swiss Estates will eine im Dezember 2015 gelistete Wandelanleihe um 15 bis 20 Millionen Schweizer Franken aufstocken. Das ursprüngliche Emissionsvolumen lag bei 10 Millionen Schweizer Franken. Die Auftsockung  soll im ersten Halbjahr 2015 erfolgen. Das Papier hat eine Laufzeit bis 2029 und wird mit 1,95 Prozent verzinst. Das ursprüngliche Emissionsvolumen lag bei 10 Millionen Schweizer Franken. Mit dem neuen Erlös will das Unternehmen weitere Immobilien in der Schweiz zukaufen und dadurch eine langfristige Finanzierung zu gesicherten Zinssätzen erreichen.

Volkswagen Financial Services
hat ihre vierte japanische Asset Backed Securities Transaktion platziert. Die Verbriefungstranskation Driver Japan Four hat ein Volumen von etwa 32 Milliarden Japanische Yen (rund 236 Millionen Euro) und ist mit Forderungen der Volkswagen Financial Services Japan besichert. Platziert wurde die Senior Tranche zu 12 Basispunkten über dem Referenzzins. Joint Lead Manager waren Merrill Lynch Japan Securities und Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

In Deutschland wurde 2014 mit 7.06 Milliarden Euro so viel Beteiligungskapital investiert wie seit 2008 nicht mehr. Insgesamt floss das Geld in rund 1.300 Zielunternehmen. Der Zuwachs beläuft sich auf 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 5,06 Milliarden Euro investiert worden waren. Dieses starke Investitionsplus ging vor allem auf das Konto großer Transaktionen wie beispielsweise Scout24, HX Holding, Minimax, Mauser oder Median Kliniken. Mit dieser Entwicklung konnten die Venture-Capital Investitionen einmal mehr nicht mithalten, sie waren mit 0,65 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr (0,72 Milliarden Euro) sogar leicht rückläufig. Allerdings lagen sie dabei immer noch über dem Volumen von 2012.

Erneut flammen Gerüchte um einen möglichen Börsengang der Parfümeriekette Douglas auf. Laut Angaben der Agentur Bloomberg hat der am Unternehmen beteiligte PE-Investor Advent bereits erste Mandate verteilt. Die Beratungsgesellschaft Lilja und Co. sei bereits auf die Suche nach geeigneten Banken zur Durchführung der Transaktion, die angeblich in der zweiten Jahreshälfte erfolgen soll. Weder der PE-Investor Advent noch Douglas wollten FINANCE gegenüber dazu Stellung nehmen.

Laut einem Bericht der FAZ prüft die Beteiligungsgesellschaft SHS den Börsengang von zwei Medizintechnik-Unternehmen. Die IPOs sollen wahrscheinlich im Ausland erfolgen. Um welche Beteiligungen es sich handelt, ist nicht bekannt.

Die finnische Ferratum Oyj konnte nach ihrem Börsengang auch die Greenshoe-Option vollständig ausüben. Es wurden zusätzlich rund 850.000 Aktien aus dem Besitz der beiden größten Altaktionäre platziert. Der Anteil von Aktien im Streubesitz liegt nun bei 30 Prozent.

Die im Immobiliensektor tätige Hamborner Reit erhöht ihr Eigenkapital um 10 Prozent. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Der Hamborner Reit fließen durch die Kapitalerhöhung 40,9 Millionen Euro zu. Die neuen Aktien werden von Deka Investment für Rechnung der RAGS-Fundmaster, einem Spezialsondervermögen der RAG-Stiftung, gezeichnet, die damit zum größten Einzelaktionär wird. Mit dem Nettoerlös will das Unternehmen die Eigenkapitalbasis stärken und weiteres Wachstum finanzieren, zum Beispiel durch den Erwerb weiterer Immobilien. Ebenso soll die Flexibilität für Akquisitionsvorhaben erhöht werden. Die Transaktion wurde vom Bankhaus Lampe begleitet.

Das Internetunternehmen Onvista hat eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent beschlossen. Das Unternehmen will 670.000 neue Aktien ausgeben. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Die Mehrheitsaktionärin Boursorama ist zur Zeichnung und Übernahme zugelassen worden. Onvista fließen durch die Transaktion etwa 2,5 Millionen Euro Bruttoerlös zu. Als sogenannte Finanzholding benötigt Onvista nach eigenen Angaben aufgrund von geänderten bankenaufsichtsrechtlichen Anforderungen zukünftig mehr Eigenkapital. Die Mehrheitsaktionärin hat zugesagt, der Finanzholding die nötigen Mittel bei Bedarf zuzuführen.

Ratingmeldungen

Euler Hermes bestätigt Rating bei B für Scholz Holding, einem Händler und Aufbereiter von Eisen- und Metallschrotten. Der Ausblick wird von positiv auf stabil herabgesetzt. Zur Begründung nennt die Ratingagentur unter anderem die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen, die das Unternehmen belasten, ebenso wie die schwache Kapitalstruktur.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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