Newsletter

Abonnements

H.e.a.t. Mezzanine 2005 wird zurückgeführt

Am Ende war bei H.e.a.t. Mezzanine keine Tranche mehr im A-Bereich.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Nach Preps 2005-1 folgte im August die nächste Rückzahlung eines Mezzanine-Programms: Über H.e.a.t. Mezzanine 2005 (HSBC Trinkaus) wurden vor sieben Jahren Genussrechte mit einem Gesamtvolumen von 220 Millionen Euro an 32 Unternehmen herausgegeben. Im August dieses Jahres stellte sich die Frage: Wie viel des investierten Kapitals fließt an die Investoren zurück? Zweifel kamen auf, weil Pleiten und Zahlungsausfälle das Programm geschwächt hatten. Die Mittelständler Emprise Management Consulting, E-M-S New Media, Hucke AG und Krystaltech Lynx Europe kamen in existentielle Krisen. Moody’s stufte daraufhin verschiedene Tranchen des Programms herab. Insgesamt standen im Juli nur noch Genussrechte von 22 Unternehmen aus, wobei in drei Fällen vorzeitig getilgt wurde. Auslöser war zum Beispiel eine Change-of-Control-Klausel, wie vermutlich beim Portfoliounternehmen German Hardcopy nach deren Verkauf an Pelikan im Jahr 2007.

Laut Informationen, die FINANCE vorliegen, haben die Zeichner der Class-A-Notes (Nominalvolumen  157,3 Millionen Euro) ihr Geld vollständig zurückerhalten. Weniger positiv sieht es für die Zeichner der Class-B-Notes (34 Millionen Euro) aus. „Die Investoren erhalten rund 86 Prozent des eingesetzten Kapitals zurück“, sagt ein Branchenkenner. Allerdings besteht noch Hoffnung auf weitere Zahlungen: Da die „Legal Maturity“ des Programms bereits im Oktober 2010 um vier Jahre verlängert wurde, können die Anleger noch auf eine höhere Quote hoffen. Kriselnde Unternehmen zahlen innerhalb der Frist, wenn sie dazu in der Lage sind. In Einzelfällen soll es zu sogenannten Debt-Equity-Swaps gekommen sein (Tausch der Schulden in Anteile). Diese Minderheitsbeteiligungen kann H.e.a.t. Mezzanine verkaufen und auf weitere Erlöse hoffen. „Spätestens in vier Jahren muss es dann Fire Sales geben“, sagt ein anderer Beobachter. Alle Rückflüsse gehen an die Class-B-Notes-Holder. Die Zeichner der spekulativen und ungerateten Junior Note werden hingegen vermutlich ihre 28,6 Millionen Euro nicht zurückerhalten. Die H.e.a.t Mezzanine Advisory GmbH, die Anfang 2011 im Auftrag von HSBC Trinkaus die Betreuung der H.e.a.t-Mezzanine-Portfolien übernommen hat, war auf Anfrage von FINANCE für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Moody’s lag bei Mezzanine daneben

Das Programm schneidet damit besser ab, als viele erwartet hatten. Dennoch liegen die Ausfälle weit über dem, was anfangs angenommen wurde. Dabei stehen besonders die Ratingagenturen – in diesem Fall Moody’s – in der Kritik, zu optimistische  Bonitätsnoten vergeben zu haben. Das Rating der angeschlagenen Class-B-Notes lag bei der Platzierung bei A1, also im Bereich der „sicheren Anlagen“. Später folgten drastische Herabstufungen bis auf Caa3.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

+ posts

Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

FINANCE Daily Newsletter
Das Wichtigste aus der FINANCE-Welt – täglich direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren »
Jetzt abonnieren »
FINANCE Daily Newsletter