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HeidelbergCement im Strudel der Krise

(sta) HeidelbergCement muss weiterhin um seine Refinanzierung bangen. Wie der Konzern anlässlich der Vorstellung seiner Quartalsergebnisse bekanntgab, versuche er weiterhin „intensiv“, seine Milliardenkredite zu refinanzieren. Dafür habe man den Banken „ein umfassendes Refinanzierungskonzept“ präsentiert, dass als Gegenleistung für eine Anschlussfinanzierung „eine spürbar erhöhte Marge und eine beschleunigte Entschuldung“ vorsieht.

 

Allerdings ist fraglich, wie HeidelbergCement seinen Teil der Abmachung, so sie zustande kommt, einhalten will. Schließlich sorgt die Rezession für einen dramatischen Ergebniseinbruch bei dem Baustoffriesen, was dessen Tilgungsfähigkeit weiter vermindern dürfte: Der Umsatz fiel im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23 Prozent, das operative Ergebnis gar um 94 Prozent, der operative Kapitalausfluss betrug 200 Millionen Euro. Als Konsequenz blieb die Nettoverschuldung bei rund 11,5 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorquartals. Angesichts der weiterhin düsteren Aussichten dürfte es dem Konzern selbst mit radikalen Sparmaßnahmen schwerfallen, hier eine Umkehr einzuleiten.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass der Abverkauf von Assets, eine Kernkomponente der Entschuldungsstrategie, in der jetzigen Marktsituation kaum möglich ist. Bereits im Februar kündigte HeidelbergCement an, die Kaliaktivitäten losschlagen zu wollen. Doch die Suche nach Investoren scheint bislang erfolglos geblieben zu sein. Erst vor knapp zwei Wochen musste laut Presseberichten der Verkaufsprozess von zwei kleineren Kalkwerken wegen zu niedriger Angebote abgebrochen werden. “Notverkäufe wollen wir nicht machen, das haben wir nicht nötig“, wurde Marketing-Vorstand Andreas Kern anschließend zitiert. Es wird sich zeigen, ob sich diese Position auch dann noch aufrechterhalten lässt, wenn in einem Jahr die Refinanzierung einer Kreditlinie von rund 5 Milliarden Euro ansteht.

 

Quellen: HeidelbergCement, FINANCE

 

 

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