Newsletter

Abonnements

Kräftemessen im Streit über Opel-Hilfen

(sor) Drei von vier Bundesländern mit Opel-Standorten werden ihre Bürgschaften für den Autobauer offenbar bereits heute in die Wege leiten. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Staatskanzleikreise berichtet, haben Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen ihre Unterstützung für Opel zugesagt. Nur die Beteiligung von Hessen ist noch offen. Über die Zusagen des Bundes berät heute der „Lenkungsrat Unternehmensfinanzierung“. Der Bürgschaftsausschuss des Deutschlandfonds hatte seine Arbeit bereits am 12. Mai ohne Empfehlung abgeschlossen (Hierzu: Opel hat offenbar kaum Chancen auf Staatshilfe).

 

Insgesamt hat der Automobilhersteller in Europa Staatshilfen von 1,8 Milliarden Euro beansprucht. Die Hilfen aus Deutschland sollen sich auf einen Kreditbetrag von 1,1 Milliarden Euro belaufen. Bund und Länder sollen hierfür in Form von Bürgschaften garantieren. Der Anteil des Bundes an den Hilfen beträgt circa 46 Prozent. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und dem Handelsblatt belaufen sich die Zusagen von Thüringen und Nordrhein-Westfalen auf 27,2 Millionen bzw. 100 Millionen Euro.

 

Die Unterstützung des Bundes gilt indessen als unsicher. Wie es hieß, habe Opel wichtige Bedingungen für die Genehmigung der Staatshilfen nicht erfüllt. Doch durch die erzielte Einigung mit den Arbeitnehmern (Hierzu: Zeitung – Opel-Beschäftigte sollen Anteile erhalten) und die Zusammenstellung eines Bankenkonsortiums habe der Konzern jetzt entscheidende Voraussetzungen geschaffen, sagte Opel-Chef Nick Reilly. Zudem hätten auch Großbritannien und Polen ihre Unterstützung für Opel zugesagt. Einen weiteren Kritikpunkt im Bezug auf die hohen Gewinne der Konzernmutter General Motors wies Reilly zurück. Diese würden benötigt um die amerikanischen Staatshilfen zurückzuzahlen, äußerte er.

 

Quellen: Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, FINANCE

 

Lesen Sie auch:

Opel-Chef will noch im Mai Entscheidung über Staatshilfen

Kreise: GM stellt bald Antrag auf Opel-Staatshilfe

Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022