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Neue Factoringstudie: Unternehmen wollen Liquidität sichern

(mad) Der Factoringmarkt ist weiter im Aufschwung: Allein im ersten Halbjahr 2011 finanzierten die im Deutschen Factoring-Verband vertretenen Gesellschaften 75,6 Milliarden Euro – ein sattes Plus von 28 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Eine Studie der Universität zu Köln und des Deutschen Factoring-Verbands unter Mitarbeit von FINANCE hat sich jetzt erstmals wissenschaftlich-objektiv mit Factoring in Deutschland auseinandergesetzt und dabei rund 1.200 Mittelständler zur Nutzung von Factoring befragt. „Das wichtigste Motiv für den Einsatz von Factoring ist die Liquiditätssicherung durch eine breitere Finanzierungsbasis und eine größere Unabhängigkeit von der Finanzierung durch Banken“, sagt Thomas Hartmann-Wendels, der die Studie als Professor der Universität zu Köln wissenschaftlich begleitet hat. Dabei ersetzt Factoring aber nicht den Kredit, sondern ergänzt ihn typischerweise.

Die Studie zeigt, dass Großunternehmen meist die stille Inhouse-Variante nutzen, bei der das Mahnwesen im Unternehmen bleibt und Kunden nichts von der Abtretung ihrer Forderung erfahren. Kleinere Unternehmen mit weniger als 25 Millionen Euro Umsatz setzen hingegen äufiger das Full-Service-Factoring ein, bei dem das Mahnwesen an den Dienstleister ausgelagert wird. Wie sich zeigte, haben Factoringnutzer einen überdurchschnittlich hohen Finanzierungsbedarf des Umlaufvermögens. Dieser resultiert u.a. daraus, dass langfristige Zahlungsziele gewährt werden. Es stellte sich außerdem heraus, dass die Factoringnutzer überwiegend positive Erfahrungen mit dem Instrument gesammelt haben.

Erstaunlicherweise bestehen immer noch Vorbehalte. Besonders diejenigen, die bisher keine eigenen Erfahrungen mit Factoring gesammelt haben, glauben, es wäre zu teuer oder zu kompliziert in der Einführung und Abwicklung. Andere denken, der Forderungsverkauf würde bei Kunden und Lieferanten auf Ablehnung stoßen. Dabei fällt auf, dass sich immerhin 42 Prozent der befragten Nichtnutzer noch nie mit Factoring befasst haben. „Wir gehen davon aus, dass Unternehmen durch die Vorboten von Basel III aufgeschlossener für Factoring sein werden“, sagt Joachim Secker, Vorstandssprecher des Deutschen Factoring-Verbands. „Wir werden aber auch als Verband alles daran setzen, die Bekanntheit von Factoring zu erhöhen.“

 

Quellen: Deutscher Factoring-Verband, FINANCE

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