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Praktiker: Zwischenfinanzierung steht

Noch im Gleichschritt: Praktiker und Max Bahr. Im Zuge des Insolvenzverfahrens könnten sich die Wege der beiden Baumarktketten trennen.
Praktiker

Der vorläufige Praktiker-Insolvenzverwalter Christopher Seagon hat einen wichtigen Etappensieg bei der Stabilisierung der insolventen Baumarktkette erreicht: Ein Massekredit sorgt dafür, dass die Baumärkte der Marken Praktiker und extra Bau + Hobby an allen 182 Standorten weiter mit Ware beliefert werden. Die dafür nötigen Verhandlungen mit Warenkreditversicherern, Banken und Lieferanten bezeichnet Seagon als „intensiv“. Die Gespräche hatten bereits unmittelbar nach dem Insolvenzantrag Praktikers am 11. Juli begonnen.

Für die ebenfalls insolvente Tochtergesellschaft Max Bahr konnte hingegen noch keine Einigung erzielt werden. Max Bahr hatte den Insolvenzantrag jedoch erst am 26. Juli – zwei Wochen nach Praktiker – gestellt, und erst seitdem ist die weitere Warenversorgung der 132 Max-Bahr-Filialen ebenfalls Teil der Gespräche. Die Verhandlungspartner sind allerdings nur zu Teilen identisch, da Max Bahr in den vergangenen Jahren vom Discounter-Image gelöst werden sollte und deshalb vom Praktiker-Management deutlich anders im Markt positioniert wurde als die Muttermarke. Insbesondere auf der Lieferantenseite der beiden großen Filialketten des Baumarktkonzerns dürften sich signifikante Unterschiede zeigen.

Lage bei Max Bahr unübersichtlicher als bei Praktiker

Max Bahr gilt als ertragsstärker und zukunftsfähiger als Praktiker – es wäre eine Überraschung, wenn in den nächsten Tagen Seagon und der Insolvenzverwalter von Max Bahr, Jens-Sören Schröder, nicht auch einen Deal für Max Bahr vermelden könnten. Doch trotz der besseren geschäftlichen Situation ist die Gemengelage bei Max Bahr unübersichtlicher als bei der Muttergesellschaft Praktiker. So war es ein wichtiger Warenkreditversicherer, der Ende Juli auch Max Bahr in den Sog der Praktiker-Pleite hinein riss, indem er dem Unternehmen sein Vertrauen entzog. Max Bahr hätte Ware nur noch gegen Vorkasse einkaufen können. Hinzu kommt, dass wichtige Praktiker-Gläubiger, darunter die Royal Bank of Scotland, Max Bahr als Sicherheit zugesprochen bekommen haben. 

Nichtsdestotrotz dürfte die heute erzielte Einigung dafür sorgen, dass der von der Investmentbank Macquarie organisierte Verkaufsprozess an Fahrt gewinnt. Konkrete Kaufangebote von Investoren erwartet Seagon für Anfang September.         

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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