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Rena kämpft ums Überleben

Rena

Der angeschlagene Maschinenbaukonzern Rena verbreitet Zuversicht, auch nachdem die Ratingagentur Euler Hermes ein Kreditereignis für wahrscheinlich hält: Auf FINANCE-Anfrage ließ Rena verlauten, die laufenden Gespräche mit den Finanzpartnern seien „auf einem guten Weg“. Über Einzelheiten könne jedoch erst gesprochen werden, wenn diese feststünden.

Mitte Dezember hatte Rena den Halbjahresbericht zum Geschäftsjahr 2012/2013 vorgelegt. Darin weist die Konzernbilanz kurzfristige Finanzschulden in Höhe von rund 58 Millionen Euro aus, um die es jetzt gehen könnte. Einzelheiten zur Liquiditätssituation teilte Rena jedoch nicht mit.

Zum jüngsten Bilanzstichtag, dem 30. Juni 2013, wies der Konzern noch Zahlungsmittel von 25 Millionen Euro aus. Allerdings waren diese im Vergleich zum 31. Dezember 2012, um knapp 21 Millionen Euro gesunken, wobei die Schulden um 13 Millionen stiegen. Um einer Insolvenz zu entgehen, müsste Rena die Cashburnrate dramatisch senken. Der Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Auftragsfertigung betrug kumuliert rund 175 Millionen Euro. Dem standen kurzfristige Schulden, Anzahlungen und Verbindlichkeiten über rund 113 Millionen Euro gegenüber.

Operativ soll das Geschäft trotz der angespannten Lage sich zuletzt wieder gebessert haben: „Wir konnten in der vergangenen Woche im Rena Maschinenbau wieder einen Auftragseingang von rund 2,8 Millionen Euro verzeichnen“, teilte Rena mit. Im Solarsektor seien erfreuliche Gespräche mit dem Fraunhofer ISE über die weitere effektive Zusammenarbeit geführt worden. Insbesondere der Solarsektor, in den Rena viele Maschinen liefert, kriselt noch immer stark.

Wertlose Garantiererklärung für 2013er Mittelstandsanleihe?

Doch die Talfahrt der beiden Mittelstandsanleihen setzt sich fort. Die 2010 begebene Mittelstandsanleihe sank weiter auf rund 33 Prozent, der 2013 begebene Mini-Bond notiert bei nur noch rund 24 Prozent. Die schlechtere Entwicklung der 2013er-Anleihe kann damit zusammen hängen, dass die beiden inzwischen insolventen Tochtergesellschaften Hager + Elsässer und Stulz-Planaqua für diesen Bond eine „Garantieerklärung“ abgegeben haben. Dies bedeutet, dass diese beiden Rena-Tochtergesellschaften neben der Hauptemittentin, dem Rena-Konzern, unwiderrufliche Garantien für die Zahlung von Kapital, Zinsen und etwaige sonstige Beträge, die nach den Anleihebedingungen zu zahlen sind, übernommen haben.

Infolge der Insolvenz könnte sich nun eine potentielle Schlechterstellung der Anleihegläubiger ergeben. „Mit der Insolvenz der beiden Gesellschaften sind diese Garantien nun wertlos. Für die Anleihegläubiger ist die zusätzliche Sicherheit durch die Rena-Tochtergesellschaften nicht mehr gegeben“, sagt Julia Beate List, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Kanzlei Rechtsanwälte Dr. Greger & Collegen, die eine Interessensgemeinschaft der Rena-Anleihegläubiger vertritt, zu FINANCE. Die Anzahl der Schuldner habe sich von drei auf eins reduziert. „Für sämtliche Forderungen muss nun die Rena GmbH allein aufkommen“, sagt List weiter. Die nächste Zinszahlung für die 2013 begebene Anleihe mit einem Volumen von 34 Millionen Euro ist im Juli fällig.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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