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SAF-Holland-CEO: „Neuer Anlauf für Anleihe“

Der Lkw-Zulieferer SAF-Holland will eine Anleihe mit einem von bis zu 75 Millionen Euro begeben.
SAF-Holland

Gerade ist die Refinanzierung des Lkw-Zulieferers SAF-Holland in trockenen Tüchern, da kündigt sich der Auftritt des Achsenherstellers am Bondmarkt an. „Wir planen einen Bond zu platzieren“, bestätigte SAF-Holland-CEO Detlef Borghardt gegenüber FINANCE-TV. Der LKW-Zulieferer will eine fünfeinhalbjährige Unternehmensanleihe mit einem jährlichen Kupon von 7,0 Prozent und einem Volumen von bis zu 75 Millionen Euro platzieren. Die luxemburgische Aufsichtsbehörde CSSF habe den Wertpapierprospekt bereits gebilligt. Die Anleihe werde im kürzlich erst eröffneten Prime Standard Segment für Unternehmensanleihen der Deutschen Börse emittiert. Das öffentliche Angebot für private und institutionelle Anleger beginnt heute. Bis zum 26. Oktober wird die Zeichnungsfrist über die XETRA-Zeichnungsfunktionalität der Deutschen Börse voraussichtlich laufen. Für die Emission hat sich der Konzern ein Rating von Euler Hermes besorgt, das mit BBB- gerade noch im Investmentgrade-Bereich landete. „Wir werden kein Frequent Issuer“, erklärt Borghardt. Lead-Manager der Transaktion ist die IKB Deutsche Industriebank.

Neuer Kredit abgeschlossen

Der während der Finanzkrise schwer ins Straucheln geratene LKW-Zulieferer SAF-Holland hat erst vor kurzem mit einem neuen Bankkredit seine finanzielle Restrukturierung abgeschlossen. Es gelang Finanzchef Wilfried Trepels die seit 2008 bestehende Finanzierungsvereinbarung mit einem neuen Konsortialkredit über 260 Millionen Euro vorzeitig abzulösen. Mit der Refinanzierung konnte sowohl die Laufzeit des Kredits bis 2017 verlängert als auch das Volumen vergrößert werden. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Konsortialbanken unter Führung der BayernLB, der Commerzbank, der IKB und der UniCredit reduziert. „Mit Abschluss dieser Kreditvereinbarung haben wir nun unsere Restrukturierung auch in finanzieller Hinsicht erfolgreich abgeschlossen. Unsere Ziele: Sicherheit und Flexibilität zu adäquaten Kosten wurden vollumfänglich erreicht", sagt SAF-Holland-CFO Trepels.

Die aktuelle Bankenfinanzierung gebe SAF Holland größere Spielräume, kommentiert Borghardt im Interview mit FINANCE-TV: „Die hohe Schuldensicherung ist vom Tisch. Die Covenants greifen erst, wenn die Eigenkapitalquote unter 30 Prozent sinkt.“ Derzeit liege sie bei rund 36 Prozent. Das Ziel sind laut Borghardt 40 Prozent. „Wir wollen unsere Diversifikation in der Finanzierung erhöhen“, sagt Borghardt. Der Bond dürfte dabei helfen, die Covenants über einen ganzen Konjunkturzyklus hinweg zu halten. Zwar ist SAF-Holland im Trailer- und auch Aftermarket-Geschäft tätig, jedoch ist das Geschäft fraglos zyklisch. Zuletzt hatten das Europa und Nordamerikageschäft Dellen gesehen.

Bondplatzierung im Frühjahr gescheitert

Im Frühjahr dieses Jahres musste das Unternehmen seine Pläne, einen High-Yield-Bond über 150 Millionen Euro zu begeben, gleich zweimal begraben. Damals hatte sich SAF-Holland im Vergleich zur aktuellen Ankündigung allerdings auch an dem doppelten Volumen versucht. Die Anleihe sollte damals einen Kupon von 7,25 Prozent haben, wurde aber aufgrund der geringen Investorennachfrage schließlich gestoppt. „Timingprobleme waren der Auslöser“, erläutert Borghardt gegenüber FINANCE-TV die Hintergründe. Beide Male hätten sich die Märkte unmittelbar nach dem Emissionsversuch geschlossen. „Aber wir waren ja nicht in Eile.“ Mit den Erlösen dürfte SAF-Holland einen Teil seines syndizierten Kredits über 75 Millionen gleich wieder ablösen.

Eine erfolgreiche Bondemission könnte ein Signal für die Aktienmärkte sein. Der Aktienpreis war nach den erfolglosen Emissionsversuchen im Frühjahr auf nur noch 5,30 Euro abgestürzt. Im April 2011 hatte SAF Holland sein Grundkapital zu einem Emissionspreis von 7 Euro fast verdoppelt.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

sabine.paulus@finance-magazin.de | + posts

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.