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SiC Processing: Es soll keinen Totalausfall der Mittelstandsanleihe geben

Sonnige Aussichten? Bei dem Solarzulieferer SiC Processing sind die Vertreter der Anleihegläubiger zuversichtlich, dass es nicht zu einem Totalausfall kommen wird.
iStock / Thinkstock / Getty Images

„Wir glauben nicht, dass es bei SiC Processing zu einem Totalausfall kommen wird“, sagt Wolf Waschkuhn von der Restrukturierungsberatung One Square Advisors. Sie berät den gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger Günther & Partner.

Die Gläubigervertreter der SiC Processing-Anleihe erarbeiten gerade einen Insolvenzplan. „In den Grundzügen steht der Plan bereits“, berichtet Waschkuhn über den Stand der Dinge beim insolventen Solarzulieferer. Er ist überzeugt, dass dieser eine weitaus bessere Quote für die Bondgläubiger der 80 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe einbringen wird als der Totalausfall.

Verkauf ist keine Option für die Bondgläubiger

Auch der in den vergangenen Wochen diskutierte Verkauf des Unternehmens hält er für eine schlechte Option für die Anleihegläubiger. „Ein Verkauf würde zu einem unbefriedigenden Ausgang für die Bondgläubiger führen“, sagt Waschkuhn, ohne sich auf Quoten festzulegen. Er setzt stattdessen auf die weitere Stabilisierung von SiC Processing. Der Mitte August nach China gereiste CRO habe schon erste Erfolge erzielen können.

China ist ein Knackpunkt bei SiC. Doch mittlerweile ziehe das Recyclinggeschäft dort wieder an. SiC bereitet gebrauchte Sägesuspensionen (Slurry) aus der Photovoltaik- und Halbleiterindustrie auf. Erste Neukunden seien bereits gefunden worden. Ebenso seien Fortschritte in den Verhandlungen mit Großkunden, wie beispielsweise dem Waferhersteller Yingli, zu verzeichnen.

Doch konkrete Zahlen wird es von SiC erst Mitte Oktober geben. Dann soll der Insolvenzplan fertig sein. Waschkuhn gibt sich jedoch schon jetzt zuversichtlich: „Wir würden uns die Arbeit nicht machen, wenn wir einen Totalausfall erwarten würden“, sagt er. Die Mittelstandsanleihe ist jedoch, wie die meisten Mini-Bonds, nachrangig strukturiert. Bei Solarwatt mussten sich die Gläubiger mit 16 Prozent Insolvenzquote begnügen, bei BKN Biostrom gingen die Anleihegläubiger sogar weitgehend leer aus.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de