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S&P: Basel III und Solvency II haben in Europa stärkere Konsequenzen für die Kreditvergabe als in den USA

(sap) Die schärferen Eigenkapitalvorschriften für Banken – Basel III – und die härteren Vorgaben für Versicherer – Solvency II – werden sich in Europa stärker auf die Kreditvergabe an Unternehmen auswirken als in den USA. Zu diesem Ergebnis kommt Standard & Poor’s in dem Report „Why Basel III and Solvency II Will Hurt Corporate Borrowing In Europe More Than In The U.S.”. Die anstehende Einführung strengerer regulatorischer Rahmenbedingungen für Banken und Versicherungen würden wahrscheinlich die Kreditaufnahme für europäische Unternehmen stärker verteuern als für US-Firmen, glaubt die Ratingagentur. Da sich europäische Unternehmen traditionell stärker über Bankkredite refinanzierten, würden sie vergleichsweise heftiger von dieser Entwicklung betroffen sein. Die zusätzlichen Kosten für die Kreditaufnahme von Unternehmen in der Eurozone könnten sich nach Einschätzung der S&P-Analysten zwischen 30 Milliarden Euro und 50 Milliarden Euro pro Jahr bewegen, wenn die Regulierungen umfassend umgesetzt seien. Für die Kreditaufnahme bei US-Banken lägen die Mehrkosten wohl zwischen 9 Milliarden US-Dollar und 14 Milliarden US-Dollar. „Dies stellt eine Zunahme von 10 Prozent bis 20 Prozent über den aktuellen Zinskosten für Unternehmensschuldner in Europa und USA dar, abhängig vom jeweiligen Return on Equity der Banken zwischen 8 Prozent und 15 Prozent“, heißt es in einer Mitteilung der Ratingagentur.

 

Quellen: S&P, FINANCE