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S&P stellt Banken-Ratings auf den Prüfstand

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) wird innerhalb der kommenden drei Wochen die Bonitätseinschätzung für die 30 weltgrößten Banken aktualisieren. Möglicherweise droht damit einigen Finanzinstituten noch in diesem Monat eine überraschende Herabstufung – und den gebeutelten Aktienmärkten eine weitere Verunsicherung. Mit der seit langem angekündigten Neubewertung von insgesamt 750 Geldhäusern will die umstrittene Agentur vor allem ihre eigene Glaubwürdigkeit aufpolieren – sie hatte vor der Finanzkrise die Kreditwürdigkeit von Instituten wie Lehman Brothers und ABN Amro viel zu hoch eingeschätzt und dafür viel Kritik geerntet.

 

Nach Ansicht von Baylor Lancaster, Analyst bei CreditSights, droht nun etwa der Bank of America, der Citigroup sowie Morgan Stanley eine gefürchtete Herabstufung. Aber auch über einigen europäischen Geldhäusern könnte S&P dem Daumen senken. Wegen des neuen und sehr komplexen Bewertungsmodells der Agentur sind Überraschungen möglich, so Analysten – obwohl S&P die Märkte seit langem intensiv auf die neuen Ratings vorbereitet.

 

S&P selbst hat bereits angekündigt, dass voraussichtlich 60 Prozent der Banken bei der Überarbeitung ihre Einstufung behalten werden und 20 Prozent sich sogar auf eine bessere Einstufung freuen können. 15 Prozent der Institute allerdings dürften um eine Note und 5 Prozent sogar um zwei oder mehr Stufen fallen, so S&P.

 

Erst vor wenigen Tagen senkte S&P ihre Einschätzung für die Krisenfestigkeit des Bankensektors in einigen Ländern wie Dänemark, Schweden, Finnland und die Niederlande. Bei der Bonitätsbewertung spielt derzeit auch die Schuldenkrise in der Euro-Zone eine wichtige Rolle. Die S&P-Rivalin Fitch hatte erst in dieser Woche gewarnt, die Krise könnte auch US-Banken in Mitleidenschaft ziehen.

 

Quelle: Reuters