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Sparkassen wollen aus Landesbanken eine Zentralbank machen

Aus den Landesbanken soll nach den Vorstellungen der deutschen Sparkassen am Ende eine einzige Zentralbank für den öffentlichen Sektor hervorgehen. Ziel des von der Bundesregierung forcierten Prozesses müsse eine drastische Schrumpfung der acht Landesbanken sein, forderte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, am Samstag am Rande der IWF-Tagung in Washington. Zudem müssten die Sparkassen, die an den meisten Landesbanken beteiligt sind, besser versorgt werden.

 

“Deshalb verfolgen wir das Ziel einer Sparkassenzentralbank, die möglichst weite Teile der Sparkassenregionen als Verbundpartner abdecken soll. Mit einem möglichst großen Eigenkapitalanteil der Sparkassen”, sagte Haasis. Er folgt damit praktisch dem Vorbild des Genossenschaftssektors, in dem es seit Jahren nur noch zwei zentrale Institute gibt, die WGZ Bank, die Nordrhein-Westfalen abdeckt, und die weit größere *DZ Bank. Die Bundesregierung hatte kürzlich den Druck auf die teilweise vom Staat gestützten Institute verstärkt. Dahinter steht auch der Sparkassen-Chef: “Die Erfahrung zeigt, dass sich Banken kaum aus eigener Kraft verkleinern können.”

 

Den Sparkassen-Fondsdienstleister Dekabank, der zu je 50 Prozent den Sparkassen und den Landesbanken gehört, will Haasis nur am Ende des Fusionsprozesses in eine Zentralbank einbringen: “Die Deka kann eine Rolle bei der Konsolidierung spielen, wenn wir sehen, dass dabei eine abschließende Lösung entsteht. Einer Fusion mit der Helaba, der WestLB und der sparkassen-eigenen Landesbank Berlin erteilte der Sparkassenpräsident eine Absage: “Wir wollen die Deka als zentrales Institut erhalten. Sie darf kein Opfer sein, um einen anderen – zweifelhaften – Erfolg zu ermöglichen.”

 

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will ihren Deka-Anteil ohnehin verkaufen, auch einige andere Landesbanken hätten Verkaufsbereitschaft signalisiert, sagte Haasis. Zurzeit gehe es um Bewertungsfragen. Die Sparkassen seien prinzipiell an einer Aufstockung interessiert, bekräftigte er. Damit würden sie die Mehrheit an der Deka übernehmen.

 

Die Landesbank Berlin, die dem DSGV gehört, stehe nicht für einen Landesbanken-Zusammenschluss zur Verfügung, weil sie eher den Charakter einer Sparkasse habe, sagte Haasis.

 

Quelle: Reuters

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