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Sparkassen wollen NordLB keine direkte Kapitalspritze geben

Die niedersächsischen Sparkassen wollen die Kapitaldecke der NordLB nicht mit einer direkten Geldspritze aufstocken. “Wir werden keine weiteren Mittel in die Bank einlegen”, sagte der Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen, Thomas Mang, am Dienstag. Über einen derartigen Schritt hatte es Kreisen zufolge Diskussionen gegeben. Mehr hierzu unter: Kreise – Eigentümer statten NordLB mit frischem Kapital aus

 

Hintergrund der Debatte ist die ins Auge gefasste Wandlung von Stillen Einlagen des Landes Niedersachsen an der NordLB in Kernkapital. Damit könnte sich die Bank auf die neuen Eigenkapitalanforderungen nach Basel III vorbereiten. Allerdings würde sich dadurch unter Umständen auch der bislang ausgewogene Stimmrechtsanteil zwischen den Ländern und den Sparkassen zugunsten von Niedersachsen verschieben. Um das zu verhindern, war darüber diskutiert worden, ob eine Kapitalerhöhung von den Sparkassen gezeichnet werden solle. Diese schließen einen derartigen Schritt aber aus. “Sollte es im Laufe der Zeit zu einer Umwandlung der Stillen Einlagen des Landes Niedersachsens kommen, dann leben wir gut damit, dass die Trägerquoten sich verschieben”, sagte Mang.

 

Möglich ist Kreisen zufolge auch noch ein Deal zwischen den NordLB-Eigentümern selbst, bei dem die Sparkassen Teile der gewandelten Stillen Einlagen des Landes übernehmen. Dabei würde die NordLB aber kein frisches Kapital erhalten.

 

Niedersachsen ist mit 41,75 Prozent der wichtigste NordLB-Eigentümer. Weitere 8,25 Prozent hält Sachsen-Anhalt. Beide Länder halten den größten Teil der insgesamt 2,9 Milliarden Euro an stillen Einlagen. Die restlichen 50 Prozent der NordLB-Anteile sind im Besitz der Sparkassenverbände Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

 

Nach Angaben des niedersächsischen Finanzministers Hartmut Möllring könnte es jedoch auch eine Lösung geben, ohne die Trägerquoten der NordLB zu verändern: Es sei denkbar, Nachrangkapital in stimmrechtsloses Vorzugskapital zu tauschen, hatte er kürzlich gesagt. Damit erhielte das Land im Gegenzug für einen Verzicht auf Stimmrechte eine höhere Verzinsung – die Anteilsverhältnisse würden sich nicht verändern.

 

Nach Angaben von Mang hat es in der Vergangenheit zwischen den Eigentümern der NordLB stets eine gute Zusammenarbeit gegeben. “Länder und Sparkassen haben immer am gleichen Strick gezogen”, sagte er.

 

Quelle: Reuters