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VR Leasing: Risikovorsorge sorgt für ersten Verlust in der Unternehmensgeschichte

(sor) Die VR Leasing hat erstmals seit Bestehen der Gruppe ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -18,8 Millionen Euro eingefahren. „Diese rote Zahl liegt ausschließlich an der deutlich gestiegenen Risikovorsorge“, sagte Reinhard Gödel (Foto), Vorstandsvorsitzender der VR Leasing, auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Nach 46 Millionen Euro im Jahr 2008 lag die Risikovorsorge im vergangenen Jahr bei 117,1 Millionen Euro.

 

Reinhard Gödel hatte jedoch auch noch gute Nachrichten zu vermelden: „Das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge liegt bei 96,7 Millionen Euro, eine Verbesserung von 38,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, gab er zu Protokoll. Auch der Substanzwert konnte im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent auf 697,4 Millionen Euro gesteigert werden.

 

Das Neugeschäftsvolumen in Deutschland lag mit 2,24 Milliarden Euro annähernd auf Vorjahresniveau. In Mittel- und Osteuropa musste die VR Leasing jedoch einen Rückgang um 46,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro verschmerzen. Die Kunden der VR Leasing waren zudem stark von der Wirtschaftskrise betroffen. “Unsere Kunden sind in einer breiten Masse, wie wir das noch nie erlebt haben, zahlungsunfähig geworden”, erklärte Gödel. Der VR-Leasing-CEO rechnet erst im Jahr 2012 mit einer Entlastung der deutschen Wirtschaft. Angesichts der allseits bekannten derzeit schwierigen Refinanzierungssituation in der Leasingbranche ist es für die VR Leasing zudem durchaus beruhigend, sich aufgrund der festen Verwurzelung im Finanzverbund der Volksbanken Raiffeisenbanken keine Sorge um die Refinanzierung machen zu müssen. Kleine Leasinggesellschaften hätten jedoch damit große Probleme, weshalb Gödel auch mit einer Bereinigung der Branche rechnet.

 

Im laufenden Jahr will die Eschborner Leasinggesellschaft vor allem durch eine höhere Gewichtung der Bonität potentieller Kunden das Risiko minimieren. Vor diesem Hintergrund werden „Rückgänge beim Volumen nicht nur in Kauf genommen“, sagte Gödel, sondern die Verringerung der Neugeschäfte im Hinblick auf die Risiken „bewusst“ zugelassen. Die Ablehnungsquote von Neukunden liegt nach Angaben der VR Leasing derzeit bei 23 Prozent, 5 Prozent höher als zu „normalen Zeiten“. Neben einer gezielteren Auswahl der Kunden will sich Gödel auf „kleinteilige, risikoarme, online abgewickelte Geschäfte“ im Zusammenhang mit der angestrebten Risikominimierung konzentrieren. Als weitere Strategie wurde die vertiefte Ausrichtung in Mittel- und Osteuropa genannt. Wie der VR-Leasing CEO berichtete, erziele das Unternehmen hier Nettomargen von circa 5 bis 6 Prozent, während diese in Deutschland im Schnitt unter 3 Prozent lägen.

 

Quelle: FINANCE

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