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Bayer-Deal wirbelt ECM League Tables durcheinander

Der deutsche Eigenkapitalmarkt strauchelt weiter. Bayers Monsanto-Deal hat im November jedoch die ECM League Tables durcheinander gewirbelt.
Bayer

Der in diesem Jahr strauchelnde Markt für Eigenkapitaltransaktionen (ECM) profitierte im November vom Mega-Deal zwischen Bayer und Monsanto. Als Baustein der Finanzierung haben die Leverkusener eine Wandelanleihe über 4,3 Milliarden Dollar begeben.

Dadurch liegt das deutsche ECM-Volumen bei 17,6 Milliarden US-Dollar und damit 44 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dies ist der schlechteste Wert seit dem Finanzkrisenjahr 2008.  Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu angekündigten M&A-Deals mit Zielunternehmen in der DACH-Region sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans jeden Monat exklusiv für FINANCE aufbereitet.

Der Monsanto-Deal beeinflusst erheblich die Rankings: An der Spitze der ECM League Tables liefern sich jetzt Goldman Sachs und die Credit Suisse ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Jahressieg. Beide haben ein Deal-Volumen von 3,2 Milliarden Euro betreut, die US-Amerikaner liegen derzeit 10 Millionen Dollar und damit hauchdünn vor den Schweizern. Der bisherige Spitzenreiter, die Schweizer Großbank UBS, belegt mit 2,9 Milliarden Dollar nur noch den 4. Rang. Als erstes deutsches Geldinstitut findet sich die Deutsche Bank (2,1 Milliarden Dollar) auf Platz 6 wieder. Auch die Hamburger Privatbank Berenberg schafft es mit 674 Millionen Dollar in die Top 10.

BNP Paribas bei den DCM League Tables vorn

Die Fremdkapitalseite (DCM) liegt mit einem Deal-Volumen von 99,4 Milliarden Dollar knapp 2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im November gab es drei Milliardentransaktionen im deutschsprachigen Raum. Der Industriekonzern BASF begab Anleihen im Volumen von 1,7 Milliarden Dollar, wobei ein Teil mit 0 Prozent verzinst ist. Der Immobilienriese Vonovia und der Baustoffkonzern Heidelberg Cement knackten mit ihren Transaktionen ebenfalls die Milliardengrenze (jeweils 1,1 Milliarden Dollar). Auch der Autozulieferer Continental platziert eine Anleihe, die keinen Kupon trägt.

An der Spitze der DCM League Tables liegt derzeit klar die BNP Paribas mit einem betreuten Deal-Volumen von 7,7 Milliarden Dollar. Es folgt Goldman Sachs mit 6,9 Milliarden Dollar. Einen heißen Kampf ums Treppchen liefern sich die Unicredit (6,3 Milliarden Dollar) und die Credit Suisse (6,2 Milliarden Dollar). Die Deutsche Bank schafft es als einziges deutsches Geldhaus in die Top 10. Die Frankfurter rangieren mit 4,5 Milliarden Dollar betreutem Deal-Volumen auf Platz 9.

Syn-Loan-Markt deutlich über dem Vorjahr

Einen großen Sprung hat der Markt für syndizierte Kredite gemacht: Er liegt in diesem Jahr 14 Prozent über dem Vorjahr. Bislang haben Unternehmen Syn-Loans im Wert von 213 Milliarden Dollar abgeschlossen. Den mit Abstand größten Kredit im November mit einem Volumen von 1,7 Milliarden Dollar hat der Schweizer Ölkonzern Gunvor abgeschlossen. Der Wiesbadener IT-Dienstleister P&I sicherte sich neue Kreditlinien im Wert von 409 Millionen Euro.

Bei den League Tables im Bereich Syn Loan gibt es mit der Unicredit einen klaren Spitzenreiter. Die Italiener haben in diesem Jahr Deals im Wert von 22,9 Milliarden Dollar betreut. Die US-Bank JP Morgan liegt mit knapp 17 Milliarden Dollar deutlich dahinter. Die Deutsche Bank und die Commerzbank befinden sich mit etwas mehr als 12 Milliarden Dollar Deal-Volumen auf Platz 4 und 5. Das Treppchen ist für sie noch in Reichweite: Die HSBC hat mit 12,4 Milliarden Dollar nur wenige hundert Millionen Dollar Vorsprung.

Office-First-Übernahme treibt M&A League Tables

Der M&A-Markt mit Zielunternehmen in der DACH-Region wird weiter von Private-Equity-Transaktionen getrieben. Die größte Übernahme im November war der Kauf des Immobilienkonzerns Officefirst durch den PE-Investor Blackstone im Wert von 3,7 Milliarden Dollar. Auch die Beteiligung des Finanzinvestors Warburg Pincus an dem zum United Internet gehörenden Telekomkonzern 1&1 gehörte mit 498 Millionen Dollar zu den größten M&A-Deals des Monats.

Insgesamt liegt das Deal-Volumen in Deutschland, Österreich und Schweiz mit 141 Milliarden Dollar 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das liegt im Wesentlichen an dem 48 Milliarden Dollar schweren Angebot von ChemChina für den Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta. Die Steigerung ist daher nicht auf den hiesigen M&A-Markt zurückzuführen: In Deutschland ging der Markt um fast ein Viertel auf 67 Milliarden Dollar zurück. An die Spitze der M&A League Tables schafft es die Credit Suisse mit 132,2 Milliarden Dollar vor JP Morgan (110 Milliarden Dollar) und der Bank of America Merrill Lynch (106 Milliarden Dollar). Die vollständigen Datenblätter für die DACH-Region stehen in unserer FINANCE-Datenbank kostenlos zum Download zur Verfügung.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Info

Alle aktuellen Daten, Statistiken und League Tables für die Bereiche Debt Capital Markets, Equity Capital Markets, Syndicated Loans und M&A-Deals finden Sie nach kurzer Registrierung im Bereich FINANCE Research kostenlos zum Download.

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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