Lufthansa Group

05.11.15
Finanzierungen

CFO Simone Menne schlägt bei Lufthansa-Aktien zu

Lufthansa-CFO Simone Menne hat sich mit eigenen Aktien über rund 120.000 Euro eingedeckt. Nur einen Tag zuvor hat die Airline ihren Aktionären ein Rekordergebnis in Aussicht gestellt – und Menne die Hoffnungen auf eine Dividende geschürt.

CFO Simone Menne glaubt an einen Aufwärtstrend der Lufthansa-Aktie: Die Finanzchefin hat Anteile des eigenen Unternehmens im Wert von rund 120.000 Euro gekauft. Auch ihre Vorstandskollegin Bettina Volkens, die sich als Lufthansa-Personalchefin mit diversen streiklustigen Berufsgruppen auseinandersetzen muss, schlug in diesem Umfang zu. Das geht aus zwei jetzt veröffentlichten Pflichtmitteilungen der Lufthansa hervor. Konzerne müssen die Geschäfte von Führungspersonen (Director’s Dealings) innerhalb von fünf Tagen melden.

Demnach kaufte Menne am 30. Oktober zum Kurs von 13,43 Euro. Die Lufthansa hatte am Vortag ein sehr gutes Quartalsergebnis vorgelegt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Beim um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) erreicht die Airline schon nach neun Monaten ihre bisherige Gesamtjahresprognose von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Entsprechend konnte die Lufthansa ihre Gewinnprognose für 2015 auf bis zu 1,95 Milliarden Euro anheben – es wäre ein Rekordwert.

Mit dem guten Ergebnis im Rücken stellte Menne, die kürzlich in einem Interview mit der F.A.Z. auch Ambitionen auf einen CEO-Posten einräumte, den Lufthansa-Aktionären für 2015 eine Dividende in Aussicht. Sie waren in den letzten zwei Geschäftsjahren leer ausgegangen.

CFO Simone Menne steigt zu einem günstigen Zeitpunkt ein

Der Zeitpunkt zum Einstieg war auch deshalb günstig, weil die Lufthansa-Aktie trotz des sehr guten Ergebnisses zunächst in den Sinkflug ging: Am 29. Oktober  – einen Tag bevor Menne einstieg – stand ein Kursminus von 9 Prozent zu buche. Analysten bemängelten, dass das strukturelle Kostenproblem der Lufthansa ungelöst sei und nur von den aktuell sehr günstigen Ölpreisen überdeckt werde.

Darauf hatte auch Menne bei der Präsentation der Zahlen hingewiesen. „Ohne die Effekte der Treibstoffkosten und den Währungsvorteilen eines schwachen Euros wären die Stückkosten weiter gestiegen“, sagte die Finanzchefin. „Mit dieser Entwicklung können wir nicht zufrieden sein.“ Die Kranich-Airline befindet sich seit Jahren im knallharten Wettbewerb mit den Billigfliegern von Ryanair und Co. sowie den staatlich subventionierten Golf-Fluggesellschaften Etihad und Emirates.

Seit dem 30. Oktober ging es nahezu konstant bergauf mit der Lufthansa-Aktie, gestern schloss sie mit 13,92 Euro. Auf dem Papier hat Menne also einen Gewinn von 5.360 Euro gemacht. Die Finanzchefin hat zumindest bislang einen guten Riecher erwiesen. Wenn nach den Lufthansa-Piloten nun aber auch noch das bislang zurückhaltender agierende Kabinenpersonal streikt, könnte sich der Wind schnell wieder drehen.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

Gewinnwarnungen, ein Streik nach dem nächsten, ein groß angelegter Konzernumbau – und jetzt auch noch das Coronavirus: Die Lufthansa ist im Krisenmodus. Wie die größte deutsche Airline um die Wende ringt, lesen Sie auf unserer Themenseite zur Lufthansa