Continental AG

02.09.19
Finanzierungen

Continental prüft Spin-off der Antriebssparte

Continental prüft Alternativen für seine Antriebssparte. Statt eines Teilbörsengangs könnte es nun auch ein Spin-off mit anschließender Börsennotierung werden.

Der Automobilzulieferer Continental reagiert auf das schwierige Kapitalmarktumfeld und zieht ein weiteres Vorgehen für seine Antriebssparte, die Division Powertrain, in Betracht: Der Continental-Vorstand prüft einen Spin-off von bis zu 100 Prozent der Division mit einer anschließenden Börsennotierung.

Eigentlich hatte der Konzern einen Teilbörsengang für die Sparte geplant, der noch 2019 stattfinden sollte. Bei dem Teilbörsengang wollte das Unternehmen eine Mehrheit an der Sparte, die zukünftig Vitesco Technologies heißen soll, behalten. Im Frühjahr verschob Continental das Vorhaben aber auf frühestens 2020. Nun bringt der Konzern eine weitere Option ins Spiel.

Würde es tatsächlich zu einem 100-prozentigen Spin-off kommen, dann entspräche die Aktionärsstruktur der abgespalteten Gesellschaft zunächst der von Continental. Die IHO-Gruppe, hinter der die Familie Schaeffler steht, würde dementsprechend 46 Prozent an dem Spin-off halten.

Kapitalmarktumfeld erschwert Teilbörsengang für Conti

Der Zulieferer führt mehrere Gründe für diese Entscheidung an. Zum einen nennt das Unternehmen die „derzeit kaum vorhersehbaren Bedingungen für eine möglichen Teilbörsengang im Jahr 2020“. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds hatte auch der Autokonzern VW im Frühjahr den IPO seiner LKW-Sparte Traton zunächst abgeblasen, ihn aber im Sommer mit einer Platzierung am unteren Ende der Preisspanne nachgeholt.

Zum anderen führt Continental an, schnell Gewissheit für die Sparte, die sich in einem dynamischen Umfeld bewegt, schaffen zu müssen. Das sei nun gegeben, da die Division 2020 ihren Zukunftskurs einschlagen könne – „unabhängig davon, ob in Form eines Teilbörsengangs oder eines Spin-offs“, so Continental-CEO Elmar Degenhart. Auf diese Weise erhielten „alle Beteiligten eine klare Orientierung für die weitere Planung“.

Beschäftigungssicherung für Powertrain bleibt bestehen

Die Beschäftigungssicherung, die für Powertrain bis 2023 gilt, behalte weiterhin ihre Gültigkeit, betonte CEO Degenhart zudem. Diese Vereinbarung schützt allerdings nur bei gesellschaftsrechtlichen Veränderungen: „Sonstige Maßnahmen zum Erhalt oder Wiedergewinnung von Wettbewerbsfähigkeit, die etwa auf Grund von sich verändernden Marktbedingungen erfolgen könnten, werden nicht von den Regelungen des Eckpunktepapiers abgedeckt“, zitierte erst kürzlich die F.A.Z. den Automobilzulieferer. Zuvor hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ über offenbar geplante Schließungen von neun der insgesamt 32 Werke der Antriebssparte Powertrain berichtet.

Der Aktienkurs von Continental reagierte zunächst positiv auf die weitere Option für die Zukunft der Sparte und überstieg zwischenzeitlich die 111 Euro Marke. Vor Bekanntgabe der Meldung lag der Kurs bei weniger als 110 Euro.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Mehr über den Continental-CFO erfahren Sie auf dem FINANCE-Köpfe-Profil von Wolfgang Schäfer.