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Delivery Hero spielt mit IPO 1 Milliarde Euro ein

Delivery Hero hat einen erfolgreichen Börsenstart hingelegt. Der Essenslieferdienst platzierte seine Aktien zu einem Preis von 25,50 und damit am oberen Ende der Preisspanne. Der Börsenwert der Berliner liegt damit bei 4,4 Milliarden Euro.
Delivery Hero

Dem Essenslieferdienst Delivery Hero ist der Sprung aufs Börsenparkett gelungen. Den Angebotspreis haben die Berliner auf 25,50 Euro festgelegt und damit die Preisspanne bis zum Maximum ausgereizt. Diese hatte Delivery Hero zuvor auf 22 bis 25,50 Euro je Aktie festgelegt. Das 2011 gegründete Unternehmen ist vor allem für die Lieferplattformen Lieferheld, Foodora und Pizza.de bekannt.

Der IPO spült dem Unternehmen bis zu 996 Millionen Euro brutto in die Kassen. Nach der vollständigen Ausübung der Greenshoe-Option werden 22,7 Prozent der Unternehmensanteile an der Frankfurter Börse handelbar sein, schreiben die Berliner. Damit bewertet der Kapitalmarkt Delivery Hero, wie zuvor vermutet, mit 4,4 Milliarden Euro Börsenwert.

Rocket Internet verdient 260 Millionen Euro mit Delivery-Hero-IPO

Auf einen großen Teil des Bruttobetrags von knapp 1 Milliarde Euro kann Delivery Hero jedoch nicht für das operative Geschäft und das geplante Wachstum zurückgreifen. Denn 300 Millionen Euro wenden die Berliner für die Rückzahlung von Schulden auf. Wenn die komplette Mehrzuteilungsoption zugeteilt wird, könnten Großaktionär Rocket Internet zudem gut 260 Millionen Euro zufließen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Für die Start-up-Schmiede Rocket Internet ist es das erste Mal seit dem eigenen IPO vor knapp drei Jahren, dass der teilweise Exit bei einer Beteiligung über die Börse gelingt. Im Zuge des Delivery-Hero-IPO lässt Rocket Internet seine Beteiligung von rund 35 auf unter 26 Prozent abschmelzen.

Erst am gestrigen Mittwoch hatten die Berliner bekanntgegeben, dass Rocket auch den Rest der E-Commerce-Beteiligung Lazada an den chinesischen Alibaba-Konzern verkaufen werde. Der Deal spült den Berlinern zusätzlich 243 Millionen Euro in die Kasse.

Delivery Hero will IPO-Erlös für Wachstum nutzen

Mit dem Netto-IPO-Erlös von 465 Millionen Euro will Delivery Hero indes sein rasantes Wachstum finanzieren. Das Unternehmen verzeichnete 2016 einen Umsatzanstieg von 166 auf 297 Millionen Euro. Im ersten Quartal haben sich die Erlöse noch einmal fast verdoppelt.

Erst im Mai hat Delivery Hero die Lieferplattform Carriage aus Kuwait zugekauft. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von Delivery Hero war 2016 mit 116 Millionen Euro jedoch deutlich negativ.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Info

Der geglückte IPO von Delivery Hero ist ein Segen für Hauptaktionär Rocket Internet, der nach dem auf Eis gelegten Börsengang von Hello Fresh unter Druck geraten war. Lesen Sie mehr zu der Start-up-Schmiede auf unserer Themenseite Rocket Internet.

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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