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Deutsche Bank: Schwacher Euro, hohe Börsenstände

Die Deutsche Bank rechnet für 2015 mit einem Anstieg des Dax auf 11.500 Punkte.
Skywalker_II/iStock/Thinkstock/Getty Images

Die Deutsche Bank rechnet für Ende 2015 mit einem Dax bei 11.500 Punkten. Und das obwohl die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr nach Ansicht der Bank nur geringfügig um 0,8 Prozent wachsen soll. Wie das zusammen passen soll, erläuterte Ulrich Stephan, Chief Investment Officer der  Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden auf der jährlichen Pressekonferenz zum Kapitalmarktausblick am vergangenen Mittwoch: „Grund für die steigenden Aktienkurse ist neben dem Wachstum der Weltwirtschaft der weiter sinkende Kurs des Euro gegenüber dem Dollar.“

Nach Schätzungen der Deutschen Bank wird die Weltwirtschaft im nächsten Jahr um 3,6 Prozent wachsen. Das kommt den Unternehmen zugute, einen Großteil des Geschäfts außerhalb von Deutschland machen allen voran die Dax-Unternehmen. Große Konzerne werden von der Schwäche des Euros profitieren. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass sich in den kommenden Jahren eine Parität des Dollars zum Euro entwickeln könnte. Ende nächsten Jahres rechnet die Bank mit einem Euro-Dollar-Kurs von 1,15 US-Dollar. Im Vergleich zum aktuellen Kurs wäre das eine Stärkung des Dollar um etwa 8 Prozent.

Auch die günstigen Finanzierungsbedingungen stützen aus Sicht von Stephan die Kursentwicklung.  Unternehmen hätten das Niedrigzinsniveau genutzt, um sich günstig zu refinanzieren. „Die Bilanzen sind sauber und die Margen in Ordnung – das hilft auch den Aktienkursen.“ In anderen Anlageformen wird es weiterhin nur wenig Zinsen geben, wenngleich ein möglicher Zinsanstieg in den USA  auch in Europa nachklingen dürfte.

Deutsche Bank: Deflationssorgen sind übertrieben

Stefan Schneider, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht für Europa die Gefahr, dass das Wachstum wegen zu wenig Reformen und Investitionen schwach bleiben wird. Zu viel Hoffnung liegt seiner Ansicht nach auf der Geldpolitik und den Maßnahmen der EZB. Auch die Sorgen vor einer möglichen Deflation, die die EZB zu verhindern versucht, hält er für übertrieben. Die Unternehmen können ihre Gewinnmargen halten, glaubt er. Schließlich sorgten die günstigen Einkaufspreise für Rohstoffe für Entlastung, so dass stabile Verkaufspreise weniger dramatisch als häufig dargestellt wirken.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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