Der Deutsche Investor Relations Verband DIRK spricht sich vehement für eine deutliche Vergrößerung der Aktienindizes MDax und SDax aus.

Deutsche Börse

23.03.18
Finanzierungen

IR-Verband fordert größere Dax-Familie

Mehr Plätze im MDax und SDax! Das fordert der Deutsche Investor Relations Verband DIRK vor einer anstehenden Indexneuordnung der Deutschen Börse. Grund sind Sorgen um die eigenen Mitglieder.

Der Deutsche Investor Relations Verband DIRK hat sich vehement für eine deutliche Vergrößerung der Aktienindizes MDax und SDax ausgesprochen. Damit reagiert der DIRK auf Pläne der Deutschen Börse, Technologieunternehmen ab dem Herbst auch den Zugang zu diesen beiden Auswahlindizes zu ermöglichen. Dies ist bislang nur in Bezug auf den Dax möglich.

Der DIRK fürchtet, dass im Zuge dieser Regeländerung altgediente Mitgliedsunternehmen aus MDax und SDax hinausgedrängt werden könnten, wenn große Technologiewerte wie United Internet, die Software AG, Wirecard oder Qiagen den TecDax verlassen, um in einen der beiden sichtbareren Indizes wechseln.

DIRK: Größere Indizes stärken die Aktienkultur

Die Börse will die Neuregelung ab September umsetzen und antizipiert die Verdrängungseffekte ebenfalls. Daher tendiert die Börse aktuell dazu, die Anzahl der Unternehmen in MDax und SDax jeweils von 50 auf 60 zu erhöhen. „Wir plädieren eindringlich dafür, die Anzahl der Unternehmen in diesen beiden Indizes auf mindestens 70 zu erhöhen“, fordert nun der DIRK.

Dies würde sogar mehr Unternehmen als jetzt Zugang zu den Auswahlindizes verschaffen. Derzeit notieren unterhalb des Dax 130 Unternehmen in MDax, SDax und TecDax. Ginge es nach dem DIRK, wären es künftig 140 oder gar noch mehr. „Auch mit Blick auf die Stärkung der Börse als attraktive Finanzierungsmöglichkeit und die Stärkung der Aktienkultur in Deutschland wäre eine Ausweitung auf jeweils mindestens 70 Unternehmen wünschenswert“, meinen die Vertreter der IR-Profis.

DIRK will sogar den TecDax vergrößern

Die Bedeutung des TecDax würde der Impuls des DIRK jedoch sogar noch stärker verringern als der vorliegende Entwurf der Deutschen Börse dies tut. Grund dafür ist, dass dann vermutlich noch deutlich mehr jetzige TecDax-Mitglieder die Chance bekämen, den Index zu wechseln. Die Deutsche Börse will den TecDax zwar erhalten, aber in ihm dürften sich in Zukunft nur noch kleinere Hightech-Unternehmen wiederfinden. Trotzdem schlägt der DIRK vor, „zu überlegen, auch den TecDax zu erweitern“.

Bedenken, wonach sich die Erweiterung auf jeweils mehr als 70 Werte negativ auf die Handelsliquidität von kleinen Unternehmen auswirken könnte, widerspricht der Verband in seiner Stellungnahme klar. Im Gegenteil: Die Investor-Relations-Profis gehen sogar davon aus, dass sich die Aktiennachfrage erhöhen würde, da allein schon die bloße Notierung eines Unternehmens in einem Auswahlindex gravierende Vorteile habe.

Die Deutsche Börse will die Neuordnung der Indexwelt im September live schalten. Ab Mai wird es möglicherweise schon so genannte Schattenindizes geben, die simulieren, welche Unternehmen künftig in welchem Index gelistet wären.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de