Die League Tables für die ersten drei Quartale des Jahre stehen fest: Nach aktuellem Stand kann sich die Deutsche Bank über drei zweite Plätze freuen.

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11.10.17
Finanzierungen

League Tables 2017: Diese Banken müssen noch aufholen

Drei von vier Quartalen sind ausgezählt. Während sich Deutsche Bank und BNP Paribas im Fremdkapitalmarktgeschäft ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitzenposition in den League Tables liefern, fällt die US-Bank Morgan Stanley im M&A-Geschäft zurück.

Das Rennen um die Spitzenposition in den League Tables für Fremdkapitaltransaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt spannend: Deutsche Bank und BNP Paribas machen sich gegenseitig die Führung streitig. Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu M&A-Deals mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans jeden Monat exklusiv für FINANCE aufbereitet.

Hatte im August noch die Deutsche Bank knapp die Nase vorn, reicht es nach drei Quartalen für die BNP Paribas: Die Franzosen begleiteten 20 Transaktionen im Gesamtvolumen von umgerechnet 9,5 Milliarden US-Dollar und sicherten sich damit wieder die Führung vor der Deutschen Bank (25 Deals im Gesamtvolumen von 8,8 Milliarden Dollar).

Deutsche Bank verbessert sich im DCM-Geschäft deutlich

Für die Deutsche Bank ist allerdings auch der zweite Platz gegenüber dem Vorjahr eine große Verbesserung: Dealogic zufolge lagen die Frankfurter nach drei Quartalen 2016 auf Rang 11 der DCM League Tables, wohingegen die BNP Paribas auch im Vorjahr die Spitzenposition innehatte. Deutlichen Aufholbedarf hat noch Goldman Sachs: Die US-Bank lag nach neun Monaten 2016 auf dem zweiten Platz, in diesem Jahr liegt sie mit deutlichem Rückstand gegenüber der Spitze auf Rang sieben (20 Deals im Gesamtwert von 5,5 Milliarden Dollar).

Insgesamt haben Unternehmen im Investmentgrade-Bereich in Deutschland bislang ein Gesamtvolumen von 86,9 Milliarden Dollar am Fremdkapitalmarkt emittiert, ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die größte Transaktion im September steuerte Volkswagen Leasing bei mit einem Bond über 2,7 Milliarden Dollar.

UBS verteidigt Vorsprung in den ECM League Tables

Für die größte Transaktion am Eigenkapitalmarkt im deutschsprachigen Raum sorgte im September ThyssenKrupp mit einer Kapitalerhöhung im Volumen von umgerechnet 1,6 Milliarden Dollar. In den ECM League Tables punktet ebenfalls die Deutsche Bank: Mit 21 begleiteten Transaktionen im Gesamtvolumen von 5,1 Milliarden Dollar liegt sie hinter der UBS auf dem zweiten Rang und konnte den Rückstand zum Schweizer Spitzenreiter (19 Deals im Gesamtvolumen von 5,9 Milliarden Dollar) gegenüber dem Vormonat verringern.

Einen großen Sprung machte die BNP Paribas: Stand sie nach drei Quartalen 2016 noch auf Rang 22 des Rankings für den Eigenkapitalmarkt, liegt sie Ende September diese Jahres auf Rang 9. Die vollständigen Datenblätter für die DACH-Region stehen in unserer FINANCE-Datenbank kostenlos zum Download zur Verfügung.

HSBC fällt aus Ranking für Syndicated Loans

Für die Deutsche Bank läuft es auch im Geschäft mit syndizierten Krediten gut: Ein begleitetes Volumen von 9,1 Milliarden Dollar, verteilt auf 53 Deals, reicht für den zweiten Platz vor der Commerzbank (66 Deals im Volumen von insgesamt 8,7 Milliarden Dollar). Auch bei den syndizierten Krediten hat sich allerdings ein internationaler Wettbewerber ganz nach vorn geschoben: Die Unicredit sichert sich mit 71 Deals im Volumen von 11,6 Milliarden Dollar mit Abstand die Spitzenposition. Eine Schlappe muss die HSBC einstecken: Sie liegt nach drei von vier Quartalen Dealogic zufolge nicht mehr in den Top Ten. Ende August 2016 hatte die HSBC noch den zweiten Rang belegt. 

Den größten syndizierten Kredit sicherte sich im September der Pharmahersteller Stada. Die 1,4 Milliarden Dollar schwere Brückenfazilität dient zur Finanzierung der Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven und ergänzt eine kurz zuvor abgeschlossene, 2,4 Milliarden Dollar schwere Finanzierungslinie. 

JP Morgan schließt in M&A League Tables zur Citi auf

Den M&A-Markt wirbelten im September gleich zwei große Transaktionen durcheinander, die allerdings beide noch nicht abgeschlossen sind und möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt wieder aus der Wertung fallen könnten: Mit umgerechnet 11,8 Milliarden Dollar fließt der geplante Verkauf von Uniper an die finnische Fortum in die Transaktionsliste mit deutschen Zielunternehmen ein. Geht der Deal durch, wäre es Dealogic zufolge der zweitgrößte M&A-Deal mit einem Zielunternehmen im deutschen Energiesektor nach der Übernahme von Viag durch Veba im Jahr 1999. Einen zweiten Milliardendeal bringt die angestrebte Fusion des Mobilitätsgeschäfts von Siemens mit Alstom im Volumen von 8,7 Milliarden Dollar. 


Die Spitzenreiter in den League Tables konnten von den jüngsten Milliardendeals nicht profitieren: Die Bank of America Merrill Lynch kommt wie im Vormonat auf 18 Transaktionen, das Volumen wurde sogar leicht nach unten korrigiert auf 81,8 Milliarden Dollar. Die Citi liegt mit ebenfalls unveränderten 15 Transaktionen auf Rang zwei, sie begleitete in der DACH-Region bislang M&A-Deals im Gesamtvolumen von 60,1 Milliarden Dollar. 


Eine bessere Ausbeute hatte JP Morgan. Ein Gesamtvolumen von 56 Milliarden Dollar verteilt auf 30 Deals ist ein deutliches Plus gegenüber dem Vormonat (47 Milliarden Dollar verteilt auf 26 Deals). Den Abstand zur Citi hat JP Morgan damit gegenüber dem Vormonat von rund 13 auf 4 Milliarden Dollar verkürzt. Goldman Sachs sicherte sich im September die Beteiligung an drei Transaktionen, die das Gesamtvolumen von 27 Milliarden Dollar Ende August auf 37,5 Milliarden Dollar Ende September nach oben katapultierten. 

Die Marktdaten zum Download

Alle aktuellen Daten, Statistiken und League Tables für die Bereiche Debt Capital Markets, Equity Capital Markets, Syndicated Loans und M&A-Deals finden Sie nach kurzer Registrierung im Bereich FINANCE-Research kostenlos zum Download.