Osram-CEO Olaf Berlien glaubt an den Leuchtmittelhersteller und kauft Aktien.

Osram

03.12.15
Finanzierungen

Osram-CEO setzt 400.000 Euro auf seinen Konzern

Osram steckt mitten in einer ehrgeizigen Restrukturierung. Die Investoren blicken skeptisch auf den Umbau. CEO Olaf Berlien aber glaubt offenbar an den Erfolg – und investiert 400.000 Euro.

Olaf Berlien, CEO des Leuchtmittelherstellers Osram, setzt weiterhin auf den angeschlagenen Konzern und kauft eine große Menge an Aktien zu. Wie aus den nun veröffentlichten Directors‘ Dealings hervorgeht, hat Berlien am 1. Dezember im Xetra-Handel 10.000 Osram-Aktien zu einem Kurs von 39,61 Euro erworben. Er blättert damit rund 400.000 Euro für die Aktien seines Konzerns hin.

Berlien hat sich einen guten Zeitpunkt ausgesucht, denn das Papier ist derzeit so günstig wie schon lange nicht mehr. Vor rund einem Monat hatte Berlien seine Aktionäre mit milliardenschweren Investitionsplänen verprellt. Der Aktienkurs war daraufhin auf Talfahrt gegangen und brach von rund 52 Euro auf 39 Euro Euro ein – er hat sich seitdem nicht mehr erholt. Doch der Osram-Chef glaubt offenbar an eine baldige Verbesserung: Die Aktien hat er aus Eigenmotivation – und nicht etwa wegen vertraglicher Verpflichtungen – erworben, wie die Pressestelle auf Anfrage von FINANCE erklärte.

Die Osram-Investoren bleiben skeptisch

Die Investoren scheinen aber bislang nicht überzeugt. Seit dem Aktienkauf ist der Kurs erneut leicht gesunken, das Papier notiert am heutigen Donnerstag bei 38,14 Euro. Das Leben sei schwerer geworden für die Osram-Aktionäre, schrieb Analyst Peter Reilly in einer Studie vom Dienstag. Die neue Strategie mache zwar Sinn, sie sei aber eine Herkulesaufgabe und auch riskant.

Am 11. November hatten CEO Berlien und CFO Klaus Patzak verkündet, dass der Leuchtmittelhersteller die Kapazitäten in der Produktion der zukunftsträchtigen LED-Technik bis 2020 verfünffachen will. Zwei Milliarden Euro wollen die Münchener für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich ausgeben, hinzu kommt eine weitere Milliarde für den Aufbau einer LED-Chipfabrik in Malaysia.

Die Osram-Zahlen zeigen noch keine Trendwende

Osram spaltet derzeit sein Geschäft mit den herkömmlichen Glühlampen ab und will mit dieser Strategie die damit einhergehenden Umsatzeinbußen wettmachen. Bis 2020 will die ehemalige Siemens-Tochter auf einen Umsatz von bis zu 5,5 Milliarden Euro kommen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll sich bis dahin auf bis zu eine Milliarde Euro nahezu verdoppeln.

Der Betriebsgewinn im neuen Geschäftsjahr werde wegen des Umbaus aber erst einmal "beträchtlich" zurückgehen, wie Berlien verkündete. Die Ankündigung einer Mindestdividende und eines Aktienrückkaufs half dem Aktienkurs nach dieser Aussage nicht mehr. Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 waren die Zahlen auch eher gemischt: Der Umsatz stiegt nicht zuletzt dank des schwachen Euro um acht Prozent auf 5,6 Milliarden, aber der Gewinn nach Steuern sank um elf Prozent auf 171 Millionen Euro.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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