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Syndizierte Kredite: Deutsche Bank setzt sich in League Tables ab

Exklusive Marktdatenaufbereitung für FINANCE: Der Kapital- und M&A-Markt im Oktober.
Thinkstock/GettyImages

Der deutsche Eigenkapitalmarkt zeigt sich so lebendig wie seit langem nicht mehr: In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres gab es bereits 94 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 34,5 Milliarden US-Dollar. Es ist das höchste Volumen im Bereich Equity Capital Markets seit dem Jahr 2000, als Ende Oktober 171 Transaktionen im Volumen von 40,2 Milliarden Dollar in den Büchern standen. Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu M&A-Deals mit Zielunternehmen in der DACH-Region sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans exklusiv für FINANCE aufbereitet. Dazu trugen im Oktober auch einige Börsengänge bei: Die größte Transaktion war der turbulente IPO von Rocket Internet im Volumen von knapp 1,8 Milliarden US-Dollar, gefolgt vom Börsengang der TLG Immobilien (457 Millionen Dollar). Eine für die Neuaufstellung des Konzerns wichtige Kapitalerhöhung über 339 Millionen Dollar gelang SGL Carbon.

In den ECM League Tables für die DACH-Region liegt Goldman Sachs mit einem begleiteten Transaktionsvolumen von 6,91 Milliarden Dollar deutlich an der Spitze. Die Deutsche Bank, die im Vorjahr nach zehn Monaten den ersten Platz für sich verbuchen konnte, liegt mit einem begleiteten Volumen von 5,74 Milliarden Dollar auf Rang zwei, vor der Bank of America Merrill Lynch (4,58 Milliarden Dollar). Alle drei Häuser haben 13 Transaktionen begleitet. Die vollständigen Datenblätter für die DACH-Region stehen Lesern in unserer FINANCE-Datenbank kostenlos zum Download zur Verfügung.

M&A-Deals: Citi überholt Morgan Stanley

Mit der Übernahme des OTC-Geschäfts von Merck & Co steuert Bayer einen der größten M&A-Deals mit deutscher Beteiligung in diesem Jahr bei, nun folgt die Finanzierung: Über die amerikanische Tochter Bayer US Finance hat das Unternehmen einen Bond über 7 Milliarden Dollar begeben. Die sechs Tranchen haben Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren. Die Emission war die mit Abstand größte DCM-Transaktion der DACH-Region im Oktober. Die zweitgrößte Transaktion tätigte die Schweizer Novartis (Volumen 1,5 Milliarden Dollar), drittgrößte Emission war eine Anleihe des Sportartikelherstellers Adidas über 1,2 Miliarden Dollar. In den League Tables für den Fremdkapitalmarkt muss Goldman Sachs seinen Platz in den Top Ten räumen, neu dabei ist Ende Oktober die BNP Paribas.

In den M&A League Tables dagegen behauptet Goldman Sachs auch im Oktober den Platz an der Spitze: Den Dealogic-Daten zufolge kommt die Bank auf 37 begleitete M&A-Deals mit Zielunternehmen in der DACH-Region im Volumen von 155,76 Milliarden Dollar. Darunter fallen auch die beiden größten M&A-Deals mit Targets in Deutschland, die Übernahme der Median Kliniken durch den PE-Investor Waterland Private Equity und die Übernahme eines Immobilienportfolios durch Medical Properties Trust. Die Citi hat sich in den League Tables auf Rang zwei vorgearbeitet und mit einem begleiteten Volumen von 130 ,36 Milliarden Dollar die Wettbewerber von Morgan Stanley auf Rang drei verwiesen (125,84 Milliarden Dollar).

Schweizer Unternehmen prägen den Kreditmarkt

Den Markt für  syndizierte Kredite haben im Oktober die Schweizer Unternehmen dominiert. Mit 7,69 Milliarden Dollar verbuchte der Lebensmittelkonzern Nestlé die größte Transaktion. Dahinter folgt die Kreditvereinbarung des Energiekonzerns Vitol über 7,5 Milliarden Dollar und ein Syndicated Loan über 3,5 Milliarden Dollar bei der Schweizer Trafigura. Insgesamt gab es am Schweizer Markt im bisherigen Jahresverlauf syndizierte Kredite in einem Gesamtvolumen von 63,4 Milliarden Dollar, so viel wie noch nie zuvor. Auch der deutsche Markt ist mit einem Volumen von 178,2 Milliarden Dollar verteilt auf 178 Transaktionen um rund 50 Prozent über dem Volumen des Vorjahreszeitraums (119,1 Milliarden Dollar). In den League Tables setzt sich die Deutsche Bank immer stärker ab: Bis Ende Oktober hat das Institut den Dealogic-Daten zufolge in der DACH-Region 61 Transaktionen im Gesamtvolumen von 33,16 Milliarden Dollar begleitet. Das reicht für einen komfortablen Vorsprung vor der UniCredit (71 Deals im Volumen von 17,02 Milliarden Dollar) und JP Morgan, die mit nur 19 Deals und einem begleiteten Volumen von 14,31 Milliarden Dollar auf den dritten Platz kommen. Ausgesprochen fleißig war die Commerzbank: Das Haus begleitete den Daten zufolge 89 Transaktionen, ein Gesamtvolumen von 13,30 Milliarden Dollar bringt in den League Tables den fünften Platz.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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