Apcoa

15.10.13
Finanzierungen

Apcoa: Knifflige Finanzierungsverhandlungen

Die Finanzierungsgespräche des Parkhausbetreibers Apcoa mit seinen Banken entwickeln sich schwierig. Nach FINANCE-Informationen verlieren offenbar einige Geldhäuser die Geduld mit Apcoa und trennen sich von Krediten – ein Lackmustest für Finanzchef Nicolas Reinhart.

Schlechte Signale aus den Kreditverhandlungen von Apcoa: Wie FINANCE aus Finanzkreisen erfahren hat, haben sich internationale Banken von bestehenden Krediten getrennt. Das ist üblicherweise der Fall, wenn sie Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens haben oder den Verhandlungsprozess nicht mehr in ihrem Sinne beeinflussen können. Als Käufer tritt offenbar Centerbridge auf, die auch bei A.T.U involviert sind.

Apcoa wollte die Berichte gegenüber FINANCE nicht kommentieren. Aus einer Presseerklärung von Ende September geht lediglich hervor, dass Europas größter Parkhausbetreiber momentan „Bankengespräche über ihre im April 2014 zur Refinanzierung anstehenden Kredite“ führt. Die Gespräche über die Refinanzierung von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 600 Millionen Euro laufen schon länger, bereits Ende März berichteten Medien über die anstehende Refinanzierung, für die möglicherweise der Anleihemarkt angezapft werden soll. Spekuliert wurde damals auch über einen Börsengang.

Die Refinanzierung dürfte damit zum Lackmustest für den neuen Finanzchef Nicolas Reinhart werden, der vor rund einem Jahr seine Position übernommen hat. Zuvor hatte CEO Ralf Bender das Finanzressort in Personalunion mit verantwortet. Bender war seit November 2010 CFO von Apcoa und übernahm im Mai des vergangenen Jahres zusätzlich die Funktion als CEO.

Apcoa gehört dem PE-Investor Eurazeo

Dem Parkhausbetreiber geht es operativ nicht schlecht, er leidet allerdings an hohen Schulden, die im Zuge des Secondary Buy-outs im Jahr 2007 entstanden sind. Damals übernahm  Eurazeo, ein börsennotierter PE-Investor aus Frankreich, den Parkhausbetreiber von Investcorp. Eurazeo ist 5 Milliarden Euro schwer und neben Apcoa am Mietwagenunternehmen Europcar, dem Wäscheservice Elis und den Hotels B&B beteiligt. Die Franzosen übernahmen den Parkhausbetreiber auf dem Höhepunkt des PE-Booms und zahlten nach Angaben der Börsen-Zeitung das 16,5fache Ebitda. Der Kaufpreis von 885 Millionen Euro wurde zu 313 Millionen Euro mit Eigenkapital bestritten. Offenbar ist die Beteiligung an Apcoa aber längst abgeschrieben, wie aus Eurazeo-Unterlagen hervorgeht.

Nach eigenen Angaben gelang es dem Apcoa-Managementteam, das operative Ergebnis (Ebitda) von 51 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 66 Millionen Euro im Jahr 2012 zu verbessern. Im ersten Halbjahr 2013 stieg auch der Umsatz um 1,6 Prozent auf 334 Millionen Euro. Allerdings ging das Ebitda im gleichen Zeitraum von 26,8 auf 25,5 Millionen Euro zurück. Über teils drastische Preiserhöhungen für Reisende oder Einkaufsbummler will Apcoa die operative Marge steigern. Wettbewerber sind Q-Park, Contipark und Vinci. Zuvor war Apcoa ab 2004 in Besitz von Investcorp, für die Thomas Middelhoff zwischenzeitlich tätig war. Von 1994 bis 2003 war Apcoa in Besitz des Schuhanbieters Salamander, der damals dem Energiekonzern EnBW gehörte. Insgesamt betreibt Apcoa 7.588 Parkgaragen.

markus.dentz[at]finance-magazin.de